Tote und VerletzteEuropas Süden brennt: Hier toben die schwersten Waldbrände
Im Süden Europas hält die Bedrohung durch Waldbrände an. In der Türkei steigt die Zahl der Todesopfer. In Griechenland und Bulgarien entspannt sich die Lage, Entwarnung bedeutet das aber nicht.

Darum gehts
- Im Süden Europas wüten weiterhin schwere Waldbrände.
- Betroffen sind vor allem die Türkei, Griechenland und Bulgarien.
- In der Türkei sind drei Feuerwehrleute bei einem Unfall ums Leben gekommen, während sie gegen die Brände kämpften.
In Südeuropa und der Türkei kämpfen Einsatzkräfte seit Tagen gegen heftige Waldbrände. In der Türkei und in Griechenland warnen Regierungen, Zivilschutz und Feuerwehr, dass die Brandgefahr in den kommenden Tagen weiter hoch bleibe. Die aktuell anhaltende Trockenheit und teilweise starker Wind können selbst kleine Feuer rasch zu Grossbränden werden lassen. Hier die aktuell grössten Brandherde im Überblick:
Türkei

Bei einem Unfall während eines Einsatzes im Kampf gegen verheerende Brände in der türkischen Provinz Bursa sind drei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Die Männer seien mit einem Wassertanker zu Löscharbeiten zu den Feuern unterwegs gewesen, als ihr Fahrzeug in einen Graben kippte, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Im türkischen Bursa wurden bisher mehr als 3500 Menschen evakuiert, die Feuer sind weiterhin nicht unter Kontrolle. Einsatzkräfte sind teilweise im Dauereinsatz. Auch in der zu 65 Prozent mit Wäldern bedeckten Provinz Karabük sowie im südöstlichen Kahramanmaras seien weiter Helfer im Einsatz, um Feuer einzudämmen. In der Provinz Diyarbakir wurden drei Helfer ebenfalls bei einem Unfall auf dem Weg zu den Feuern verletzt.
Griechenland

Die schweren Brände, die am Wochenende in Griechenland gewütet haben, sind inzwischen unter Kontrolle gebracht oder vollständig gelöscht worden. Lediglich in einem dünn besiedelten Gebiet kämpfte die Feuerwehr am Montag noch gegen die Flammen, wie der Sender ERT News berichtete.
In den vergangenen drei Tagen waren nahe Athen sowie auf den Inseln Kreta, Euböa und Kythira und auf der Halbinsel Peloponnes mehrere grosse Brände ausgebrochen. Dutzende Menschen mussten mit Atemwegsbeschwerden in Krankenhäuser gebracht werden, Ortschaften wurden evakuiert.
Bulgarien

Im Nachbarland Bulgarien kämpfen Feuerwehrleute, Förster und freiwillige Helfer gegen Wald- und Buschbrände in entlegenen Gegenden und Orten vor allem im Süden. 300 Hektar Wald sowie meist unbewohnte Häuser brannten im Südwesten des Landes aus, wie das Staatsradio berichtete. Dorfbewohner wurden in Sicherheit gebracht. Die Regierung bat die Europäische Union um Hilfe bei den Löscharbeiten.
Die Lage in dem Balkanland entspannte sich am Montag nach Angaben des Innenministeriums ein wenig. In dem Gebiet um Lessowo nahe der Grenze zur Türkei gehen Löscharbeiten weiter. Dort brennt es auf einer Fläche von 1600 Hektar mit Büschen und Trockengras. Die Badeorte an der Schwarzmeerküste waren von den Bränden nicht betroffen.
Italien

Auch in Italien sind die Feuerwehrleute im Brandeinsatz. Seit dem Wochenende ist vor allem die Mittelmeerinsel Sardinien betroffen. An der Ostküste in der Nähe von Orosei mussten vorsorglich Landhäuser und ein Ferienlager evakuiert werden, mehrere Strände wurden gesperrt.
Am Sonntag wüteten Brände im Süden der Insel in der Nähe des bei Touristen beliebten Villasimius. Nach Angaben der Feuerwehr wurden rund 40 Autos zerstört und mehr als 100 Hektar Wald fielen den Flammen zum Opfer. Medienberichten zufolge wurden zahlreiche Strandbesucher mit Booten in Sicherheit gebracht. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen.
Waldbrände in Europa
- Europas Süden brennt: Hier toben die schwersten Waldbrände
- Flammen-Hölle auf Sardinien: Badegäste fliehen in Panik
- Waldbrand im Norden von Portugal
- Nordmazedonien: Luzernerin erlebt Waldbrände auf dem Balkan
- Temperaturen weit über 40 Grad: Tote in Italien und der Türkei
- Erneut mehrere Waldbrände in Frankreich und Spanien
- Drohnenaufnahmen zeigen das Ausmass der Brände auf Sardinien

Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?
Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.

