Bäckeranlage: Zürcher Quartier schlägt wegen Crack-Konsum Alarm

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Drogenszene BäckeranlageCrack vor der Kita: Zürcher Nachbarschaft schlägt Alarm

Rund um die Bäckeranlage breitet sich die Drogenszene weiter aus. Wegen den Süchtigen leidet das Quartierleben  – Anwohnende und Gewerbetreibende wissen nicht mehr weiter.

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Darum gehts

  • Rund um die Bäckeranlage im Kreis 4 hat sich eine offene Drogenszene gebildet, die Anwohnende belastet.
  • Trotz Polizeipräsenz und privater Sicherheitsdienste bleibt die Situation angespannt.
  • Die Stadt Zürich sieht keine generelle Öffnung der Kontakt- und Anlaufstelle für Suchtkranke ausserhalb der Stadt vor.
  • Anwohnende und lokale Einrichtungen fordern mehr Unterstützung und Massnahmen von der Stadt.

Mitten im Park spielen Kinder – nur wenige Meter daneben wird gedealt und Crack geraucht. Im Quartier rund um die Bäckeranlage im Zürcher Kreis 4 hat sich ein Brennpunkt des Drogenkonsums gebildet – insbesondere rund um Crack.

Bereits im Sommer 2023 geriet die Bäckeranlage in den Fokus, als die städtische Kontakt- und Anlaufstelle (K&A) vorübergehend geschlossen wurde. In der Folge entstand eine kleine offene Drogenszene. Obwohl die K&A inzwischen auf dem Kasernenareal wieder geöffnet ist, hat sich die Situation im Frühling erneut verschärft: Der Konsum hat sich zunehmend in die umliegenden Quartierstrassen verlagert, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

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Für die Anwohnenden ist die Lage zunehmend belastend. Laut ihnen halten sich regelmässig rund zwei Dutzend Suchtkranke in der Gegend auf – neue Gesichter kämen wöchentlich dazu. Die Polizei markiere zwar Präsenz und werde mehrmals pro Woche vor Ort gerufen – doch die Wegweisung der Betroffenen bleibe meist wirkungslos. «Es reicht, irgendwas muss sich ändern!», sagt der Besitzer eines Elektrogeschäfts an der Kernstrasse.

Kita verliert Mitarbeiter

Im Strassenviereck rund um die Bäckeranlage – zwischen Hohl-, Herbart-, Kern- und Brauerstrasse – betreut die Kita Playground mehrere Liegenschaften mit insgesamt 140 Kindern. Co-Leiter Andreas Graf sagt gegenüber der Zeitung: «Ein solches Ausmass an Drogenelend haben wir noch nie erlebt.» Süchtige bedrohten sein Personal, die Strassen seien vermüllt, und täglich hielten sich Gruppen von Konsumierenden in Hauseingängen und Innenhöfen auf. Die Folge: Eltern nehmen ihre Kinder aus der Kita, Bewerbungen bleiben aus.

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Auch vor der nahegelegenen Schule Brauer ist die Situation angespannt: Seit diesem Jahr patrouilliert dort eine private Sicherheitsfirma während der Unterrichtszeit. Geändert habe das wenig, sagt eine Lehrerin.

Bereits 2023 war die Situation prekär: Damals war unter anderem die Schliessung der K&A Kaserne 2022 eine Ursache.
Bereits 2023 war die Situation prekär: Damals war unter anderem die Schliessung der K&A Kaserne 2022 eine Ursache.20min/dk

Jährliche Zunahme von Crack Konsum

Dass ein Teil der Suchtkranken auf die angrenzenden Seitenstrassen ausweicht, bestätigt auch Nadeen Schuster, Leiterin Kommunikation bei den Sozialen Einrichtungen und Betrieben (SEB) der Stadt Zürich. Dies sei unter anderem eine Folge des verstärkten Kontrolldrucks rund um die Bäckeranlage – aber auch der zunehmenden Verbreitung von Crack, wie sie erklärt. Die Kontakt- und Anlaufstelle der Stadt Zürich zählte allein im Jahr 2022 rund 250’000 Crack-Konsumationen – im Jahr 2020 waren es noch rund 150'000.

Um die Lage quartierübergreifend zu erfassen und gezielt Massnahmen zu ergreifen, werde die Situation «regelmässig von den verschiedenen Teams des Sicherheits- und Sozialdepartements eingeschätzt», so Schuster weiter. Zudem organisiere die Stadt sogenannte «Walk-ins», bei denen Anwohnende in einem geschützten Rahmen Fragen zur Situation stellen und ihre Anliegen einbringen können.

Anwohnende wehren sich

Doch laut den Anwohnenden erkennt die Stadt das Ausmass und die Dringlichkeit der Situation nicht. Gemeinsam mit dem Elternrat der Schulhäuser Kern und Brauer, lokalen Gewerbetreibenden und der Kita-Leitung will die Quartierbevölkerung nun aktiv werden: Ein Flyer soll weitere benachbarte dazu bewegen, sich regelmässig bei der Kreiswache zu beschweren. Die Forderungen sind klar: Mehr Repression und eine Öffnung der städtischen Kontakt- und Anlaufstelle auch für Suchtkranke ohne Wohnsitz in Zürich.

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Doch die Stadt Zürich lehnt Letzteres weiterhin ab. Eine generelle Öffnung könne zu einer «Sogwirkung» führen, so Sprecherin Schuster der SEB. Es sei Aufgabe anderer Gemeinden, eigene Angebote zu schaffen. Langfristig brauche es darüber hinaus weiterführende Massnahmen, um die Crack-Szene zu beruhigen – etwa die regulierte Abgabe oder ärztliche Verschreibung von Kokain.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit Suchtmitteln?

Hier findest du Hilfe:
Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Feel-ok, Informationen für Jugendliche
Infodrog, Information und Substanzwarnungen
Anonyme Alkoholiker, Tel. 0848 848 885
Narcotics Anonymous, Selbsthilfegruppe für Suchtbetroffene
Stopsmoking.ch, Tel. 0848 000 181
Vergiftungsnotfälle, Tel. 145

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Selina Keller (sek) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Redaktorin im Ressort Community

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