Eine «Baddie»: Warum Frauen sich so bezeichnen

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FrauenbildAngesagter Archetyp: Was ist eine «Baddie»?

Kylie Jenner bezeichnet sich als «Baddie», Rapperin Zahide ist auch eine. Wofür der Ausdruck steht und wie er sich zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt hat.

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«Wieso sagen sich manche Frauen, sie seien Baddies?», fragt der Berner Tiktoker Dave in seinem Video mit 75'000 Views. «Ist man dann irgendwie böse? Muss man dafür eine Bank ausrauben?» Zig Schweizerinnen und Schweizer feiern das Video und kommentieren: «Du bisch e Baddie!» Userin Anaïs schreibt «Schwierig zu erklären» und Userin Blondlud erklärt «E Baddie isch e Queen!» Wir lösen das Rätsel und ordnen den Begriff ein.

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Was bedeutet «Baddie»?

Der englische Begriff Baddie bezeichnete ursprünglich einen Bösewicht, ist heute aber positiv konnotiert. Gemeint ist damit eine selbstbewusste, stilvolle junge Frau, manchmal auch als «Bad Bitch» bezeichnet. Baddies fallen oft durch ein makelloses Styling und Auftreten auf.

Eine Baddie erkennt man sofort an ihrem Look: Wichtig sind Make-up, gut sitzende Haare und stylishe Kleidung. Oft wird Streetwear mit Luxus gemixt, etwa ein Hoodie zur Designertasche. Jedes Detail sitzt, denn eine echte Baddie überlässt nichts dem Zufall.

Der typische Baddie-Look

  • Aufwendiges Make-up mit starkem Contouring und viel Highlighter
  • Lange, künstliche Wimpern
  • Starker Lipliner und Lipgloss, meist in Brauntönen
  • Haare im Sleek-Look, meist mit Mittelscheitel
  • Grosse Ohrringe, etwa Creolen
  • Perfekt manikürte, lange Nägel

Doch Baddie zu sein, ist kein Mode- oder Beautytrend – es ist eine Attitüde. Baddies inszenieren sich bewusst als unabhängig und cool, etwa auf Social Media, und bekommen so Anerkennung von ihrem Umfeld und anderen Frauen. Die Botschaft dahinter: Eine Baddie lebt nach ihren eigenen Regeln und zeigt das auch.

Woher kommt der Begriff?

Als Slangbegriff tauchte Baddie zunächst in den USA auf, im African American Vernacular English (AAVE) – einem englischen Dialekt, der hauptsächlich von Afroamerikanern gesprochen wird. «She bad» bedeutet in etwa «sie ist böse» und ist ein Kompliment. In der US-amerikanischen Onlinekultur der 2010er-Jahre wurde die Baddie zum Archetyp einer starken, unabhängigen Frau, die stolz ihren Style und ihre Persönlichkeit zur Schau stellt. Von afroamerikanischen Communitys gelangte der Begriff langsam in den Mainstream: In Songtexten, Memes und sozialen Medien sind Baddies mittlerweile fest verankert und auch weisse Frauen bezeichnen sich und andere als Baddies.

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Wusstest du, was eine Baddie ist?

Welche bekannten Baddies gibt es?

Schon mit 18 Jahren ist Kylie Jenner zur Vorreiterin des Baddie-Trends geworden. Ihre «King Kylie»-Ära um 2014 war geprägt durch bunte Perücken, ausdrucksstarkes Make-up und einen expressiven Stil, der maskuline und feminine Elemente mischte. Jenner bezeichnete sich selbst jüngst augenzwinkernd in einem Instagram-Post als «Original Baddie».

Viele prominente Rapperinnen wie Nicki Minaj bezeichnen sich seit vielen Jahren als Baddie. Auch andere US-Stars wie Cardi B verkörpern mit ihrem Auftreten das Baddie-Image und rappen darüber, Ice Spice hat einen neuen Song namens «Baddie Baddie» und verwendet den Begriff auch in anderen Songs.

In ihrem Feature mit Moneyboy singt die deutsche Rapperin Ikkimel: «Weisst du was? I‘m a Baddie, I‘m a Baddie.»

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Der deutsche Shootingstar Zahide ist selbsternannte Baddie und benutzt den Begriff ständig, wie sie sagt. «Das sind Frauen, die ihr Ding machen und selbstsicher sind», erklärt die 15-Jährige im Interview mit «Bravo». «Ich feiere das.»

Welche Arten von Baddies gibt es?

Klassischerweise denkt man bei Baddie an perfekt gestylte Instagram-Influencerinnen, die in ihren Posts ein glamouröses Leben zeigen. Inzwischen gibt es aber verschiedene Ausprägungen. Etwa die «Corporate Baddie»: eine ehrgeizige Karrierefrau, die im Büro auch modisch Ambitionen zeigt. Gym Baddies trainieren fokussiert im Fitnessstudio und Goth Baddies stehen auf schwarze Kleidung und einen alternativen Stil.

Auch in der Schweiz ein Begriff

Durch Social Media fand der Begriff den Weg ins Deutsche. Auch in der Schweizer Jugendsprache versteht man unter einer Baddie eine selbstbewusste Frau mit Stil und starker Ausstrahlung – wie etwa hierzulande Rapperin Loredana. Der Begriff war bisher noch nicht im Rennen um das deutsche Jugendwort des Jahres, ist im Alltagsjargon vieler Gen‑Zler allerdings längst etabliert.

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Gloria Karthan (glo), arbeitet seit 2019 für 20 Minuten. Sie ist Mitglied der Redaktionsleitung und Leiterin des Lifestyle-Teams.

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