Orang-Utan Himba: Mit 70 % Verbrennungen überlebt – jetzt in der Freiheit

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Orang-Utan AuswilderungHimba war als Baby dem Tod nahe – jetzt darf er in die Freiheit

Vor 15 Jahren wurde ein Orang-Utan-Baby bei einer Stiftung abgegeben. Mit 70 Prozent seines Körpers verbrannt war es dem Tod nahe. Nun wurde er zusammen mit vier anderen ausgewildert.

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Darum gehts

  • Fünf Orang-Utans wurden am letzten Mittwoch erfolgreich im Bukit-Baka-Bukit-Raya-Nationalpark auf Borneo ausgewildert.
  • Darunter ist das Männchen Himba, das 2011 als Baby mit Brandverletzungen auf 70 Prozent seines Körpers ins Rettungszentrum Nyaru Menteng kam.
  • Entgegen Erwartungen hat Himba überlebt und kann nun in die Wildnis zurück.

Am letzten Mittwoch wurden in Borneo erfolgreich fünf Orang-Utans in die Wildnis freigelassen. Das teilte die Borneo Orangutan Survival Foundation mit. Die drei Weibchen und zwei Männchen haben ihre Rehabilitation abgeschlossen und wurden als bereit für den Schritt in die Freiheit eingeschätzt.

Einer der Orang-Utans ist das Männchen Himba. Er hat eine tragische Geschichte hinter sich, die nun eine positive Wendung genommen hat.

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Mutter verloren und selbst dem Tod nahe

Als der Holzsammler Pendi Amat im Oktober 2011 mit einem Pappkarton im Orang-Utan-Rettungszentrum Nyaru Menteng auf Borneo ankam, schien das Schicksal des kleinen Insassen bereits besiegelt. In der schmutzigen Kiste lag ein etwa sechs Monate altes Orang-Utan-Baby mit schwersten Brandverletzungen.

Teile der Haut lösten sich bereits ab, das Affenkind hatte hohes Fieber und rang ums Überleben. Himba war als Baby Opfer eines schweren Waldbrandes geworden. Solche Feuer zerstören auf Borneo immer wieder grosse Flächen Regenwald – etwa durch Brandrodung für Palmölplantagen oder infolge zunehmender Trockenheit durch den Klimawandel.

Himbas Mutter war an den Folgen ihrer schweren Verbrennungen gestorben. Ihr Sohn blieb allein und schwerstverletzt zurück. «Damals im Jahr 2011 war ich dabei, als er nach Nyaru Menteng kam – mit Verbrennungen, die 70 Prozent seines Körpers bedeckten», erinnerte sich Denny Kurniawan, Programmleiter des Rettungszentrums der Tierschutz-Stiftung BOS (Borneo Orangutan Survival).

Himba war erst zu schwach für Operationen

Es begann ein monatelanger Kampf um das Leben des Affen. Der Tierarzt Agus Fahroni erzählte, dass Himba dringend nötige Operationen in seinem Zustand gar nicht überlebt hätte. Er musste zuerst stabilisiert werden.

Der winzige Patient erhielt Infusionen, Sauerstoff, Antibiotika und Schmerzmittel. Rund um die Uhr kümmerte sich das Team um ihn. Was zunächst kaum möglich schien, gelang: Die Wunden heilten, neue Haut bildete sich, und Himba nahm deutlich zu. Mit der Zeit wurde aus dem traumatisierten Jungtier ein neugieriger Orang-Utan. Im BOS-Waldkindergarten lernte er das Klettern, später in der Waldschule alles, was Jungtiere normalerweise von ihren Müttern lernen – vom Nestbau bis zur Nahrungssuche.

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Vorbereitung auf die Freiheit

2019 zog Himba auf die Vor-Auswilderungs-Insel Bangamat um, wo Orang-Utans unter möglichst natürlichen Bedingungen auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden. Dort entwickelte er sich zu einem geschickten Nahrungssucher und hielt zunehmend Abstand zu Menschen.

Nun folgte der letzte Schritt seiner langen Rehabilitation: Nach einer rund 20-stündigen Reise, darunter acht Stunden auf einem Boot, wurde Himba gemeinsam mit vier weiteren Orang-Utans in die Freiheit entlassen. Im Bukit-Baka-Bukit-Raya-Nationalpark leben nun 231 ausgewilderte Orang-Utans. Insgesamt hat BOS seit 2012 nach eigenen Angaben 561 Tiere erfolgreich in die Wildnis zurückgebracht.

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Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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