Schweiz erhöht Hilfe um eine Million Dollar und schickt Experten

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Livetickeraktualisiert am Montag, 7. September, 2026

Himalaya-Katastrophe
Kerzen und Gebete: Nepal begeht Trauertag für fast 1400 Flutopfer

Nach einer riesigen Sturzflut in Nepal werden zahlreiche Opfer erwartet. Videos zeigen, wie die Wassermassen Dörfer, Strassen und Brücken wegspülen.
Bevorzugte Quelle
Die Flutwelle rast durch die Grenzregion zwischen Nepal und Tibet. Schlamm, Geröll und Wassermassen reissen alles mit sich.AFP
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Darum gehts

  • Eine schwere Sturzflut hat in Nepal nahe der Grenze zu Tibet ganze Dörfer, Brücken und Kraftwerke weggespült.
  • Die Behörden melden Hunderte Tote.
  • Hunderte Personen werden noch vermisst.

Deine Meinung zählt

07.09.2026

Mo 18:59

Nepal gedenkt mit nationalem Trauertag der Opfer der Sturzflut

In Nepal ist am Montag mit einem nationalen Trauertag der Opfer der verheerenden Sturzflut vor knapp zwei Wochen gedacht worden. Landesweit wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt, und in der Hauptstadt Kathmandu nahmen hunderte Menschen an Mahnwachen für die Verstorbenen teil. Sie zündeten Kerzen an und sprachen Gebete, mit denen im Hinduismus die 13-tägige Trauerzeit nach dem Tod eines Angehörigen endet.

Bei der wahrscheinlich durch einen Gletscherabbruch verursachten Katastrophe am 26. August im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet waren aktuellen Zählungen zufolge fast 1400 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 5500 Menschen werden immer noch vermisst, darunter hunderte Ausländer.

Mit Kerzen und Gebeten nahmen hunderte Menschen in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu an Mahnwachen für die Verstorbenen teil.
Mit Kerzen und Gebeten nahmen hunderte Menschen in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu an Mahnwachen für die Verstorbenen teil.AFP

Ein Armeesprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Montag, die Such- und Rettungsarbeiten würden «mit dem gleichen Tempo wie am ersten Tag» fortgeführt. Unter den Vermissten sind auch viele Arbeiter von Wasserkraftwerken, die in verschütteten Tunneln vermutet werden. Nachdem am Wochenende drei von ihnen lebend geborgen werden konnten, ist neue Hoffnung aufgekommen, noch weitere Überlebende zu finden.

Nepals Präsident Ram Chandra Paudel besuchte am Montag Notunterkünfte in Nuwakot und sprach mit Menschen, die seit der Katastrophe kein Zuhause mehr haben. «Heute trauert das ganze Land wegen dieser schreckliche Katastrophe», erklärte er. «Allen, die auf Nachrichten von Familienangehörigen und Freunden warten, möchte ich versichern, dass die Such- und Rettungsarbeiten fortgesetzt werden." (AFP)

05.09.2026

Sa 10:27

Retter bergen weiteren Überlebenden aus Tunnel in Nepal

Rettungskräfte in Nepal haben zehn Tage nach der Sturzflutkatastrophe im Himalaya einen chinesischen Staatsbürger lebend aus einem Tunnel geborgen. Das teilte das Büro von Ministerpräsident Balendra Shah am Samstag mit.

Damit wurden insgesamt drei Arbeiter lebend aus dem Wasserkraftprojekt Trishuli gerettet. Zwei nepalesische Arbeiter hatten die Einsatzkräfte am Freitag aus einem Stollen des Wasserkraftwerks Trishuli 3A geborgen.

Nach Angaben der Behörden werden in Nepal rund 900 Arbeiter aus zwölf Wasserkraftprojekten vermisst. Etwa 500 von ihnen sollen in Tunneln eingeschlossen sein. (DPA)

04.09.2026

Fr 16:44

Schweiz erhöht Nepal-Hilfe um eine Million Dollar und schickt Experten

Die Schweiz erhöht ihre Unterstützung für die von der Sturzflut vom 26. August 2026 betroffene Bevölkerung in Nepal. Bereits einen Tag nach der Katastrophe stellte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) eine Million US-Dollar für die humanitäre Soforthilfe bereit. Im Rahmen des heute veröffentlichten Aufrufs der UNO spricht sie eine weitere Million US-Dollar. Gleichzeitig werden drei Schweizer Experten entsendet, um den Wiederaufbau und die Stärkung des Katastrophenrisikomanagements zu unterstützen.

Mitarbeitende der Schweizer Botschaft in Kathmandu konnten vor einigen Tagen das Katastrophengebiet besuchen und sich ein Bild von der Situation und den laufenden Rettungsarbeiten machen. Daraufhin wurde entschieden, den Aufruf der Vereinten Nationen vom 4. September 2026 mit einer weiteren Million US-Dollar zu unterstützen.  Damit trägt die Schweiz dazu bei, die im Aufruf ausgewiesenen dringendsten Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung zu decken – insbesondere in den Bereichen Logistik, Unterkunft und Lagerkoordination, Schutz, Bildung, Nahrungsmittelhilfe, Gesundheit und Hygiene sowie Telekommunikation.

Die Schweiz erhöht die Hilfe für Katastrophen-Opfer in Nepal.
Die Schweiz erhöht die Hilfe für Katastrophen-Opfer in Nepal.AFP

Neben der finanziellen Soforthilfe werden zwei Schweizer Experten vom Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe in das Katastrophengebiet entsendet, um den sicheren Wiederaufbau im Hinblick auf zukünftige Risiken durch Naturgefahren zu unterstützen. Eine dritte Person wird über die Schweizer Botschaft in Kathmandu rekrutiert. Sie arbeiten vor Ort mit den nepalesischen Behörden, den Vereinten Nationen sowie dem International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) zusammen. Gleichzeitig soll die seit zwei Jahren bestehende Zusammenarbeit mit den zuständigen nepalesischen Behörden in den Bereichen Risikomodellierung, Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme weitergeführt und basierend auf den Erkenntnissen aus dem aktuellen Ereignis weiterentwickelt werden. So trägt die Schweiz dazu bei, die Widerstandsfähigkeit Nepals gegenüber künftigen Naturgefahren zu stärken.

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04.09.2026

Fr 11:33

Flutschäden in Nepal bei über 2 Milliarden Franken

Die Flutkatastrophe hat in Nepal Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Die nepalesische Katastrophenschutzbehörde teilte am Freitag mit, sie schätze die Schäden an Infrastruktur und Eigentum in dem Land auf 387,5 Milliarden nepalesische Rupien (mehr als 2 Milliarden Franken).

Die Sturzfluten am 26. August wurden nach Einschätzung von Experten von einem Gletscherabbruch am 7.227 Meter hohen Langtang Lirung in Nepal ausgelöst. Gesteinsmassen und Schmelzwasser liessen die Flüsse in den darunterliegenden Tälern stark anschwellen. Die Wassermassen zerstörten in der autonomen chinesischen Region Tibet und in Nepal Häuser, Strassen, Brücken und kritische Infrastruktur. (DPA)

04.09.2026

Fr 06:07

Zwei Arbeiter mehr als eine Woche nach Sturzflut in Nepal gerettet

Neun Tage nach den verheerenden Sturzfluten in Nepal sind am Freitag zwei Menschen lebend aus einem Tunnel eines Wasserkraftwerks gerettet worden. Das teilten der Sprecher der nepalesischen Armee, Raja Ram Basnet, und der Abgeordnete Shri Ram Neupane mit. Neupane veröffentlichte einen Beitrag über die zweite Rettung auf seiner Facebook-Seite, kurz nachdem Basnet die erste Bergung während des Einsatzes im Tunnel Trishul 3A bestätigt hatte.

Lokale Fernsehsender zeigten Bilder eines mit Schlamm bedeckten Arbeiters, der auf der Schulter eines Retters vom Einsatzort weggetragen wurde. Ein medizinisches Team untersuchte ihn dort, sagte Basnet.

Die Überschwemmungen vom 26. August wurden wahrscheinlich durch einen Gletscherabbruch ausgelöst und verwüsteten Städte und Täler in Nepal. Nach Angaben örtlicher Behörden werden in Nepal rund 900 Arbeiter aus zwölf Wasserkraftprojekten vermisst. Etwa 500 von ihnen sollen in Tunneln eingeschlossen sein.

Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde des Landes kamen mindestens 1.259 Menschen ums Leben, mehr als 5.000 werden weiterhin vermisst. China meldete am späten Mittwochabend 21 Tote und 541 Vermisste auf der tibetischen Seite der Grenze. (DPA)

01.09.2026

Di 07:36

Zahl der Todesopfer nach Sturzflut im Himalaya auf mehr als 1000 gestiegen

Eine Woche nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya ist die Zahl der Todesopfer in Nepal auf 1127 gestiegen. Von den bisher geborgenen Leichen hätten bis zum Mittwochmorgen (Ortszeit) lediglich 95 an betroffene Familien übergeben werden können, teilte die nepalesische Polizei mit. China hatte zuletzt von 16 Opfern auf der tibetischen Seite berichtet.

Das ganze Ausmass der Katastrophe war weiterhin unklar. Als Auslöser der Sturzflut gilt ein Abbruch grosser Mengen an Gletschereis und Felsgestein im Himalaya. Die Zahl der Todesopfer allein in Nepal hatte am Dienstag die Schwelle von 1000 überschritten, die Zahl der Vermissten wurde mit mehr als 4600 Menschen beziffert.

Der Grossteil der Leichen konnte bisher nicht identifiziert werden. Oft werden nach Behördenangaben nur Knochenfragmente oder andere Leichenteile geborgen. Alle geborgenen sterblichen Überreste könnten demnach jedoch per DNA-Analyse identifiziert werden, was den Familien möglicherweise später bei ihren Bestattungsriten hilft. (DPA)

01.09.2026

Di 04:11

Schulleiter will Schule wieder aufbauen

Dem nepalesischen Schulleiter Rajendra Dawadi haben wohl etwa 900 Schüler ihr Leben zu verdanken – jetzt möchte er sich für den Wiederaufbau seiner zerstörten Schule einsetzen. Die Schule in Trishuli Bazar in der an Tibet grenzenden Provinz Bagmati, in der Dawadi unterrichtet hat, wurde bei der Sturzflut-Katastrophe vom vergangenen Mittwoch komplett zerstört. «Jetzt, da die Schule weg ist, suche ich nach Möglichkeiten, die Schule wiederherzustellen», sagte der Lehrer der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Wie er das anstellen will, war zunächst unklar.

Schüler wieder zu Hause

«Alle Schüler sind jetzt in Sicherheit», sagte er. Einige von ihnen hätten die ersten Nächte nach der Sturzflut zunächst bei ihm daheim verbracht. Jetzt seien auch sie wieder zu Hause. Sein eigenes Haus sei von der Flutwelle verschont geblieben.

Dawadi lebt zusammen mit seinen Eltern, seiner Frau und ihren beiden Kindern. «Ich bin seit 23 Jahren Lehrer, nun werde ich mich ganz darauf konzentrieren, die Schule wieder zum Leben zu erwecken», sagte er. Die Flut habe alles mit sich fortgerissen. (DPA)

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31.08.2026

Mo 07:08

Zahl der Todesopfer in Nepal springt auf über 900

Die Zahl der geborgenen Todesopfer infolge der verheerenden Flutkatastrophe ist in Nepal auf 903 gestiegen. Das teilte der Katastrophenschutz des Himalayastaates mit. Damit haben zusammen mit den offiziell bestätigten Zahlen aus dem Katastrophengebiet in China mindestens 919 Menschen ihr Leben bei der Sturzflut am Mittwoch verloren.

Zudem sprang die Zahl der Vermissten in Nepal deutlich auf 4247, darunter 592 Ausländer. In China sind 546 Menschen als vermisst registriert.

30.08.2026

So 17:20

Schulleiter rettet 900 Kinder vor Flutwelle

Ein geistesgegenwärtiger Schulleiter in Nepal hat mit einer sofortigen Evakuierung wohl rund 900 Schülerinnen und Schülern das Leben gerettet. Zudem konnte er Schulbusse mit Hunderten weiteren Kindern auf dem Weg zur Schule rechtzeitig umleiten.

«Ich erfuhr durch Anrufe von der Flutwelle – etwa 15 Minuten, bevor sie unsere Schule tatsächlich erreichte», erzählte Rajenda Dawadi, Leiter der Sekundarschule in Trishuli Baraar, der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Sturzwelle in Nepal hat Schuldirektor Rajenda Dawad nicht lange gewartet. Damit rettete er rund 900 Schülerinnen und Schülern das Leben.
Bei der Sturzwelle in Nepal hat Schuldirektor Rajenda Dawad nicht lange gewartet. Damit rettete er rund 900 Schülerinnen und Schülern das Leben.Screenshot BBC

«Ich sagte mir: Wenn es keine Flut gibt, verlieren wir einen Schultag. Aber wenn es eine Flut gibt, verlieren wir alle unser Leben», sagte Dawadi. Die rund 900 Kinder verliessen daraufhin die Schule und brachten sich in Sicherheit.

«Hätten wir die Entscheidung zur Flucht zehn Minuten später getroffen, könnten wir alle – einschliesslich der Schüler und mir – heute nicht mehr mit Ihnen sprechen», sagte der Schulleiter der BBC.

Sekunden entscheiden über Leben und Tod

Die 16-jährige Schülerin Yunisha berichtete der BBC, sie hätten sich nur Sekunden vor dem Eintreffen der Flutwelle retten können. Mit anderen sei sie einen schlammigen Weg hinter der Schule hinaufgerannt, während Wasser- und Geröllmassen den Ort hinter ihr zerstörten. Vom Schulgebäude blieb fast nichts übrig. Ein Lehrer und der Hausmeister kamen ums Leben.

Nach der Flutwelle am Mittwoch wurden bisher rund 800 Tote in Nepal und Tibet geborgen. Mehr als 3000 Menschen, darunter Hunderte Ausländer und mehrere Deutsche, werden vermisst. Ganze Orte wurden zerstört. (DPA)

30.08.2026

So 09:59

Behörden in China melden neuen Stausee im Katastrophengebiet

Nach der Sturzflut im Himalaya zwischen Nepal und China hat sich oberhalb eines chinesischen Grenzpostens erneut ein See angestaut. Wie der chinesische Katastrophenschutz mitteilte, überwachen Experten ihn mit einer Aufklärungsdrohne.

Damit staute sich in der Region erneut Wasser an, das möglicherweise eine neue Flut auslösen könnte, sollte es den Schlamm und das Geröll durchbrechen, die das Wasser zurückhalten. Am Fluss Purepuqiang-Zangbu hatte sich zuvor zeitweise ein See gebildet, der aber auf natürliche Weise wieder abfloss, wie die Behörden mitgeteilt hatten.

Der neue See war laut Katastrophenschutz am Samstagabend entdeckt worden. Zuvor habe sich ein Erdrutsch ereignet, der die Bildung des Sees verursacht habe, hiess es. Rettungskräfte flussabwärts am Grenzübergang Gyirong wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Die chinesischen Rettungskräfte suchen hauptsächlich dort nach möglichen Opfern. Der Grenzposten im Südwesten Tibets war vor der Flutkatastrophe ein wichtiger Verbindungspunkt mit Nepal für Handel und Tourismus.

Die Sorge vor weiteren Fluten beeinträchtigt die Arbeit der Rettungskräfte in Nepal und China immer wieder. Erst am Morgen (Ortszeit) hatte eine Flutwarnung im Katastrophengebiet in Nepal erneut für Unruhe gesorgt. (DPA)

30.08.2026

So 09:49

Schweizer in Nepal: «Wir wären exakt um diese Zeit in der Katastrophenzone gewesen»

Jörg Kaufmann (63) und Esther Wyss (75) waren Teil einer 13-köpfigen Schweizer Reisegruppe, die auf ihrer Reise von Tibet nach Nepal nur knapp der Katastrophe entgangen ist. «Wir waren bereits im Grenzdorf Gyirong, 15 Kilometer vom Grenzübergang entfernt, und der Tourguide kam zu uns, um zu sagen, dass auf der anderen Seite etwas passiert sei. Er zeigte uns ein harmloses Video, sodass wir zuerst dachten: Ist ja nicht so schlimm», so Kaufmann.
Die Gruppe sollte ohnehin eine Nacht in Gyirong bleiben und erst am nächsten Tag die Grenze überqueren. «Wären wir einen Tag früher dran gewesen, hätte es uns voll erwischt», sagt Kaufmann. «Wir wären exakt um diese Zeit in der Katastrophenzone gewesen.»
Jörg Kaufmann (63) und Esther Wyss (75).
Jörg Kaufmann (63) und Esther Wyss (75).20 Minuten
Am nächsten Morgen nahm die Gruppe einen alternativen Grenzübergang bei Nyalam. Wyss, die privat reist und als Reisejournalistin arbeitet, sagt: «Der Bus kam dort nicht weiter, und wir mussten mit dem Gepäck über eine improvisierte Brücke. Ein Polizist trug meinen Koffer, ansonsten wäre ich dort nicht rübergekommen.»
Diesen Grenzübergang in Nyalam mussten die Schweizer als Alternative nehmen.
Diesen Grenzübergang in Nyalam mussten die Schweizer als Alternative nehmen.Privat
Nach der Einreise nach Nepal ging es mit Geländefahrzeugen während Stunden weiter nach Kathmandu. Dort erfuhr die Gruppe, dass ihr zunächst vermisster nepalesischer Guide überlebt hatte. Sein Koffer und der Bus waren von den Fluten mitgerissen worden. «Ich denke, uns ist noch nicht bewusst, wie knapp wir an der Katastrophe vorbeigeschrammt sind», sagt Wyss. «Wir hatten grosses Glück und sind dankbar.»

30.08.2026

So 07:09

Zahl der Toten steigt auf 750

Nach der Flutkatastrophe in China und Nepal ist die Zahl der Todesopfer auf 750 gestiegen. In Nepal wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes 734 Leichen geborgen. Chinas Behörden hatten zuvor bekanntgegeben, dass die Opferzahl im Katastrophengebiet im Südwesten der Region Tibet 16 erreicht habe.

Bislang fanden die Behörden in Nepal mit 259 die meisten Leichen im Bezirk Chitwan an der Grenze zu Indien und damit Dutzende Kilometer flussabwärts vom eigentlichen Katastrophengebiet. 184 beziehungsweise 82 Leichen wurden in den angrenzenden Bezirken Ost-Nawalparasi und West-Nawalparasi entdeckt.

Rund 2500 Menschen galten laut Behördenangaben in Nepal weiter als vermisst, darunter 589 Ausländer. Zusammen mit den Vermissten in Tibet wird noch nach rund 3000 Menschen gesucht. (DPA)

30.08.2026

So 04:27

Nepal warnt vor weiterer Flut im Katastrophengebiet

Nach der Sturzflut im Himalaya hat Nepals Katastrophenschutz vor einer möglichen weiteren Katastrophe gewarnt. Die Warnung galt für den Fluss Bhotekoshi, wie der Katastrophenschutz auf der Online-Plattform X mitteilte. Die Behörden mahnten die Menschen in der Gegend Rasuwa, Nuwakot und Dhading zur Vorsicht.

Am Mittwoch hatte nach bisherigen Erkenntnissen der Abbruch an einem Gletscher im Grenzgebiet zwischen Nepal und China eine Sturzflut ausgelöst. Diese hatte sich anschliessend durch den Bhotekoshi von nepalesischem Territorium aus über den Südwesten Tibets zurück nach Nepal ihren Weg gebahnt und dabei massive Schäden verursacht. (DPA)

30.08.2026

So 01:34

Nepal begräbt Hunderte unbekannte Tote

Bei der Sturzflut in Nepal sind mehr als 600 Menschen ums Leben gekommen. Viele der geborgenen Leichen konnten bislang nicht identifiziert werden. Weil die Leichenhallen und Kühlmöglichkeiten überlastet sind und die Körper in der Hitze bereits zu verwesen beginnen, werden die nicht identifizierten Toten nun vorübergehend begraben, wie «Online Khabar» schreibt.

Die Leichen wurden in mehreren Distrikten geborgen. Besonders viele Tote gibt es in Chitwan und Nawalparasi East. Allein in Chitwan wurden 233 Leichen gefunden. In den dortigen Einrichtungen können jedoch nur rund 50 Körper gleichzeitig aufbewahrt werden.

Die Behörden wollen verhindern, dass die Leichen einfach in einem Massengrab verschwinden. Jeder Tote wird deshalb vor der Beerdigung fotografiert, dokumentiert und erhält eine eindeutige Identifikationsnummer. Auch Kleidung, Narben, Tätowierungen und andere auffällige Merkmale werden festgehalten. Zusätzlich werden DNA-Proben genommen.

Damit bleibt eine spätere Identifizierung möglich. Sollten Angehörige einen Vermissten suchen, können die Behörden die DNA mit den Proben der Leichen vergleichen. Wird ein Körper identifiziert, kann er wieder ausgegraben und der Familie für die Bestattung nach deren religiösen und kulturellen Traditionen übergeben werden.

Die Bestattung stoppt die Verwesung nicht, kann sie unter der Erde aber verlangsamen. Die Behörden sehen sie deshalb als vorübergehende Lösung – nicht als endgültige Bestattung. (chk)

Über 600 Menschen sind in Nepal durch die Sturzflut getötet worden. (29. August 2026)
Über 600 Menschen sind in Nepal durch die Sturzflut getötet worden. (29. August 2026)AFP/Manan Vatsyayana
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29.08.2026

Sa 18:15

Einsätze der nepalesischen Armee dauern an

Wie die nepalesische Armee mitteilt, dauern die Rettungs- und Hilfseinsätze nach den Überschwemmungen in Rasuwa an. Armeehelikopter evakuierten Menschen aus Timure, Dhunche und Mailung. Zudem sind Einsatzkräfte für Suche, Rettung, medizinische Erstversorgung und die Verteilung von Hilfsgütern im Einsatz. In Trishuli wurde ein Notfall-Behandlungszentrum mit Fachärzten und medizinischem Personal eingerichtet. (bre)

29.08.2026

Sa 16:24

Chinesisches Spezialteam soll Eingeschlossene aus Tunnel retten

Ein sechsköpfiges chinesisches Expertenteam unterstützt die Suche nach Menschen, die im Tunnel des Wasserkraftwerks Upper Trishuli 3B eingeschlossen sind. Die Fachleute reisten mit Zustimmung der nepalesischen Regierung direkt aus China an und arbeiten mit der nepalesischen Armee zusammen.

Zunächst soll technische Ausrüstung die Lage im Tunnel prüfen. Falls eine sichere Rettung möglich ist, sollen weitere chinesische Expertinnen und Experten vom Grenzort Gyirong nachrücken.

Ein Chinesisches Spezialteam trifft mit einem Helikopter in Nepal ein.
Ein Chinesisches Spezialteam trifft mit einem Helikopter in Nepal ein.The Rising Nepal

29.08.2026

Sa 16:15

Leichen sind kaum zu identifizieren – Angst vor Krankheiten wächst

Nach der Flutkatastrophe im Himalaya sind in Nepal und Tibet inzwischen mehr als 670 Menschen tot. Rund 3000 Menschen werden weiterhin vermisst. Viele Opfer wurden von den Wassermassen über weite Strecken mitgerissen – eine Identifikation ist oft kaum möglich.

Allein im nepalesischen Distrikt Chitwan wurden 233 Leichen geborgen. Bisher konnten nur vier davon identifiziert werden. Die Behörden wollen deshalb von allen Toten DNA-Proben nehmen, bevor nicht identifizierte Opfer beigesetzt werden.

Neben der Suche wächst die Sorge vor Infektionskrankheiten. Abwasser und Fäkalien könnten Trinkwasserquellen verunreinigen, beschädigte Latrinen und überfüllte Notunterkünfte verschärfen die hygienische Lage. Gesundheitsfachleute fürchten besonders einen Ausbruch von Cholera.

Zugedeckte Leichen im nepalesischen Distrikt Chitwan: Viele der Flutopfer konnten bislang nicht identifiziert werden.
Zugedeckte Leichen im nepalesischen Distrikt Chitwan: Viele der Flutopfer konnten bislang nicht identifiziert werden.The Rising Nepal

(dpa)

29.08.2026

Sa 15:56

Nur Monate im Amt: Nepals junger Premier muss in der Flutkatastrophe führen

Die Flutkatastrophe trifft Nepal wenige Monate nach dem politischen Umbruch. Regierungschef Balendra «Balen» Shah (36), einst Rapper und Bürgermeister von Kathmandu, führt das Land seit März. Er war nach der von jungen Menschen getragenen Protestbewegung gegen Korruption und die frühere Regierung an die Macht gekommen. In diesem Artikel mehr dazu.

Der 36-jährige Balendra «Balen» Shah (mit rotem Schal) inszenierte sich als nahbarer Herausforderer des Establishments – getragen von einer Gen Z, die Veränderung fordert. Nach der Flutkatastrophe muss der ehemalige Rapper nun seine Führungsqualitäten unter Beweis stellen.
Der 36-jährige Balendra «Balen» Shah (mit rotem Schal) inszenierte sich als nahbarer Herausforderer des Establishments – getragen von einer Gen Z, die Veränderung fordert. Nach der Flutkatastrophe muss der ehemalige Rapper nun seine Führungsqualitäten unter Beweis stellen.AP

Nach einem Besuch in Nuwakot erklärte Premierminister Balen Shah vor zwei Tagen, alle staatlichen Stellen arbeiteten mit voller Kapazität. Menschen sollten gerettet, Vermisste gefunden und Verletzte versorgt werden. Rund 3500 Menschen seien in Schulen und öffentlichen Gebäuden untergebracht worden.

29.08.2026

Sa 15:01

Sima (12) sucht ihren vermissten Onkel

Sima (12) aus Kapan sucht mit ihren Tanten in Kathmandu nach ihrem Onkel Shree Krishna Raut (32). Sie haben bereits zwei Spitäler abgesucht. «Ich hänge Plakate von ihm auf», erzählt Sima.

Ihr Onkel wurde zuletzt in Timure im Distrikt Rasuwa gesehen. «Aber die Polizei konnte uns bisher keine Informationen geben», sagt eine ihrer Tanten.

29.08.2026

Sa 13:59

Tourismusbehörde meldet zwei gerettete Schweizer Personen

Laut der aktualisierten Liste der nepalesischen Tourismusbehörde wurden über 187 ausländische Staatsbürger gerettet.

Sie führt neu, zwei gerettete Personen aus der Schweiz auf. Wie 20 Minuten weiss, handelt es sich bei einer davon um eine 71-jährige Schweizerin.

Damit könnte die zweite gerettete Person die 53-jährige Schweizerin sein, die mit ihrem italienischen Partner vermisst wird. Das ist jedoch noch offen: Das EDA teilte 20 Minuten vor kurzem mit, dass sich neu drei Schweizer Staatsangehörige im Katastrophengebiet befinden. Die zweite gerettete Person könnte deshalb auch eine 20 Minuten bislang nicht bekannte Schweizer Person sein.

Die aktualisierte Liste der nepalesischen Tourismusbehörde: Demnach wurden bisher zwei Personen aus der Schweiz gerettet.
Die aktualisierte Liste der nepalesischen Tourismusbehörde: Demnach wurden bisher zwei Personen aus der Schweiz gerettet.X/Nepal Tourism Board

29.08.2026

Sa 13:39

Todesopfer auf 633 gestiegen

Nach der Flutkatastrophe im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 633 gestiegen. Nepals Katastrophenschutzbehörde meldete am Samstag 626 Tote und mehr als 2400 Vermisste. Aus Tibet wurden sieben Tote sowie mehr als 550 Vermisste gemeldet.

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29.08.2026

Sa 12:42

20-Minuten-Reporter vor Ort: «Angehörige suchen in Leichenhallen nach ihren Liebsten»

Wie Jan Janssen und Céline Trachsel vor Ort berichten, hat die lokale Polizei 20 Minuten bestätigt, dass eine Schweizerin (71) gerettet wurde. Eine weitere Schweizerin (52) sowie ihr italienischer Partner werden vermisst.

Während Angehörige in Spitälern nach Lebenszeichen suchen, hängen in Leichenhallen Fotos der Verstorbenen zur Identifikation aus. Noch immer werden über tausend Menschen vermisst, darunter Hunderte Touristinnen und Touristen.

Wie 20-Minuten-Reporter Jan Janssen aus dem T.U. Teaching Hospital in Kathmandu berichtet, konnte eine Schweizerin gerettet werden. Eine weitere Schweizerin und ihr italienischer Partner werden weiterhin vermisst. Angehörige suchen in Spitälern und Leichenhallen nach Hinweisen auf ihre Liebsten.20min/Céline Trachsel

29.08.2026

Sa 11:59

«Die Stimmung vor den Spitälern ist bedrückt»

Unsere Reporter Jan Janssen und Céline Trachsel berichten aus Kathmandu von traurigen und teils verzweifelten Angehörigen. Die Bilder der Toten, die an den Wänden hängen, seien für viele traumatisierend. Trotz improvisierter und chaotischer Zustände sei die Hilfsbereitschaft der Nepalesinnen und Nepalesen überall spürbar.

20min

29.08.2026

Sa 11:36

Familie sucht vermissten Touristenführer

Gyamjo Sherpa (32) aus Sindhupalchok wird vermisst. Der Sherpa arbeitete vor allem als Fahrer für Touristinnen und Touristen. «Er war mutmasslich in Timure, als die Flut kam», sagt seine Schwester Lamu Sherpa (28). Die Familie will nun Plakate mit seinem Foto in Spitälern in Kathmandu aufhängen.
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