Fischsterben im Hitzesommer: Rösti muss Fragen zu Gewässerhilfe beantworten

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Kritische FragenTrockenheit: Wo bleibt die Unterstützung für Fische, Herr Rösti?

Unter der Hitze haben viele gelitten – auch die Fische. Doch im Gegensatz zu Landwirten und Waldbesitzern sollen sie vom Bund nicht unterstützt werden. Bundesrat Albert Rösti muss sich am Montag kritischen Fragen stellen.

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Darum gehts

  • SP-Nationalrat Hasan Candan kritisiert, dass der Bund Fische und Gewässer beim Hitzesommer-Hilfspaket aussen vorlässt.
  • Landwirte und Waldbesitzer erhalten insgesamt 71,5 Millionen Franken – für Gewässer ist bislang nichts vorgesehen.
  • Bundesrat Albert Rösti muss sich am Montag ab 14.30 Uhr in der Fragestunde dazu äussern.

«Sind dem Bundesrat Mais, Kühe und Fichten mehr wert als Bachforellen, Hechte und Egli?», fragt Nationalrat Hasan Candan (SP/LU) Umweltminister Albert Rösti (SVP) in der Fragestunde kommenden Montag.

Grund für seinen Ärger: Der Bundesrat hat vor wenigen Wochen beschlossen, die Schweizer Landwirte und die Waldbesitzer mit insgesamt 71,5 Millionen Franken zu unterstützen, damit diese mit den Folgen des Hitzesommers und der nach wie vor anhaltenden Trockenheit besser umgehen können.

SP-Nationalrat Hasan Candan fordert vom Bund Soforthilfe für Fische und Gewässer – genau wie Bauern und Waldbesitzer sie erhalten haben.
SP-Nationalrat Hasan Candan fordert vom Bund Soforthilfe für Fische und Gewässer – genau wie Bauern und Waldbesitzer sie erhalten haben.20min/Taddeo Cerletti
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Doch während diese beiden Gruppen profitieren, gehen die Fische und der Lebensraum Wasser leer aus. Der Bundesrat tue zu wenig, sagt Candan. «Millionen Fische und unzählige Gewässerorganismen starben in der Trockenfalle. Das hätte man verhindern können», ist er überzeugt.

«Fische haben keine starke Lobby»

Er halte es für richtig, «in einer Notsituation Waldbesitzer und Landwirte nicht alleine zu lassen, aber der Gewässerlebensraum ist für uns Menschen ebenso wichtig wie Wälder und Kulturland», sagt der Luzerner. Er stellt aber fest: «Fische haben leider keine starke Lobby.»

Trockenheit in Sursee: In Schweizer Gewässern seien diesen Sommer Millionen Fische verendet, sagt SP-Nationalrat Candan. Der Bundesrat helfe bisher aber nicht, die Folgen der Hitze für die Gewässer künftig zu mildern.
Trockenheit in Sursee: In Schweizer Gewässern seien diesen Sommer Millionen Fische verendet, sagt SP-Nationalrat Candan. Der Bundesrat helfe bisher aber nicht, die Folgen der Hitze für die Gewässer künftig zu mildern.20min/Lisa Arnold

Bundesrat Rösti muss nun Stellung nehmen zu den Fragen: «Wo bleiben rasche Massnahmen für Fische und Gewässerökosystem, welche für die Menschen und Berufsfischer ebenso wichtig sind?» Und: Bis wann kommen diese und wie viele Gelder will der Bundesrat konkret einsetzen?

Wie stehst du dazu, dass der Bund bei Hitze auch Fische und Gewässer unterstützen soll?

Für Candan ist ein Teil der Antwort bereits klar: «Wir müssen die natürlichen Lebensräume schützen und wiederherstellen.» Die Gesetze seien vorhanden, «aber werden zu wenig gut umgesetzt, auch wegen mangelnder Finanzen». Am Montag ab 14.30 Uhr muss Bundesrat Rösti seinen Teil der Antwort liefern.

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++Update++
Am Montag hat der SVP-Umweltminister die Frage schriftlich beantwortet. Er verweist auf «langfristige Förderprogramme», die es brauche – und gebe. Diese werden den Lebensraum der Fische verbessern. Ausserdem verweist er auf einen «Aktionsplan Fische», den das Parlament erst diesen Frühling beim Bundesrat bestellt hat. Dieser sei derzeit in Erarbeitung.

Ein kleines Türchen, das doch schon schneller etwas gehen könnte, lässt Rösti aber offen. Er verweist darauf, dass der Bundesrat diesen Herbst noch «eine erneute Gesamtschau vornehmen und voraussichtlich über allfällige weitere Massnahmen» zur Bewältigung von Hitze und Trockenheit entscheiden werde.

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Stefan Lanz (sla) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Er ist Bundeshausjournalist mit langjähriger Erfahrung.

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