Migros Genossenschaften: Historischer Zusammenschluss geplant

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Livetickeraktualisiert vor 4 Stunden

Mega-Umbau
«Die Migros muss und wird regional erhalten bleiben»

Die Migros steht vor dem grössten Umbau ihrer Geschichte: Aus zehn regionalen Genossenschaften soll eine einzige Gruppen-Genossenschaft werden. Über den Plan stimmen die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter Mitte 2027 ab.
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Die Migros informierte am Montagmorgen zum grossen Umbau innerhalb des Unternehmens.
Die Migros informierte am Montagmorgen zum grossen Umbau innerhalb des Unternehmens.20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Die Migros-Spitze ist am Montagmorgen vor die Medien getreten.
  • Dabei wurde eine grosse Reform verkündet.
  • Die heute zehn regionalen Genossenschaften sollen in einer einzigen Migros-Gruppen-Genossenschaft zusammengeführt werden.

Mega-Umbau bei der Migros

Die Migros plant einen der grössten Umbauten ihrer Geschichte. Die zehn regionalen Genossenschaften und der Migros-Genossenschafts-Bund sollen zu einer einzigen Gruppengenossenschaft verschmelzen. Von einem Abbau wären vor allem Stellen aus Führungs- und Verwaltungsstrukturen betroffen. Über den Zusammenschluss entscheiden Mitte 2027 die rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter.
Das ist zum Migros-Umbau bekannt:
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26.10.2026

Mo 12:18

Zusammenfassung der Migros-PK

Migros will sich grundlegend neu organisieren: Die heute zehn regionalen Genossenschaften sollen in einer einzigen Migros-Gruppen-Genossenschaft zusammengeführt werden. Alle elf Verwaltungen der regionalen Genossenschaften und des Migros-Genossenschafts-Bunds hätten dem Vorgehen einstimmig zugestimmt, sagte Präsidentin Ursula Nold an einer Medienkonferenz in Bern. Der endgültige Entscheid liegt bei den rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschaftern: Mitte 2027 soll darüber abgestimmt werden.

Für die Zustimmung braucht es in jeder Region mindestens 25 Prozent Beteiligung und eine Zweidrittelmehrheit. Falls eine Region ablehnt, soll die Urabstimmung innert nützlicher Frist wiederholt werden. Bleibt ein Nein bestehen, will Migros die Situation neu analysieren.

Reform aus stabiler finanzieller Lage heraus

Migros betont, die Reform erfolge aus einer finanziell stabilen Lage heraus. Ziel sei es, schneller entscheiden zu können, Doppelspurigkeiten abzubauen und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Regionalität, Filialen, Sortiment, Personal vor Ort sowie das Label «Aus der Region. Für die Region.» sollen erhalten bleiben. Vorgesehen sind sechs Regionalräte für die Sprachregionen und regionale Anliegen.

Für die meisten Mitarbeitenden ändert sich nichts

Für die meisten der rund 80'000 Mitarbeitenden soll sich laut Nold zunächst nichts ändern. Veränderungen beträfen vor allem Verwaltung und Management. Bis Mitte 2028 sind gemäss CEO Mario Irminger keine Entlassungen vorgesehen; danach rechnet Migros wegen der Verdichtung von heute elf Geschäftsleitungen auf fünf Regionen mit Stellenabbau. Dieser soll grösstenteils über natürliche Fluktuation erfolgen. Ein konkretes Sparziel nennt Migros nicht.

Die Umsetzung soll nach einer Zustimmung Mitte 2027 starten. Bis Sommer 2028 soll die neue Struktur stehen. Irminger, der altersbedingt nicht bis zum Ende der Transformation im Amt bleiben will, soll bis Anfang 2027 eine Nachfolge erhalten. Auch für den künftigen Gruppen-CEO und den CEO der Supermarkt-Organisation will Migros bis dann Kandidatinnen oder Kandidaten präsentieren. (fos)

26.10.2026

Mo 12:12

Wie viel McKinsey steckt in diesem Entscheid?

Irminger: «Keine US-Consulting-Firma, keine Schweizer Beratungsfirma, wir sind stolz darauf, dass wir das intern entschieden haben.»

26.10.2026

Mo 11:56

Wenn es künftig wieder sieben CEOs für jedes Geschäftsfeld gibt, wie soll es da Synergien geben?

Irminger: «Für Schweizer Verhältnisse sind diese sieben Einheiten gross. Das sind keine KMU. Es wird ein Pooling geben, zum Beispiel im Retail-Einkauf. Wo wir das ansiedeln, muss noch entschieden werden.»

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26.10.2026

Mo 11:55

Im Moment winken 500 Cumulus-Punkte wenn man sich registriert. Werden Sie das noch erhöhen, wenn es nicht wie gewünscht läuft?

Nold: «Wir werden den Migros-Werten treu bleiben und keine Bestechung machen. Aber natürlich wollen wir, dass möglichst viele Leute teilnehmen.»

26.10.2026

Mo 11:54

Was ist das Anforderungsprofil an den neuen Migros-Chef?

Nold: «Eine Person mit strategischem Weitblick und unternehmerischem Denken. Wir haben den Gruppen-CEO und den CEO der Supermarkt-Organisation. Unser Ziel ist es, bis Anfang 2027 Nachfolgerinnen und Nachfolger zu präsentieren.»

26.10.2026

Mo 11:50

Wer wird neuer Migros-CEO?

Von den Regionalchefs sehe ich keinen, der als Nachfolger von Mario Irminger in Frage kommen könnte. Wie läuft die Suche?

Nold: «Wir haben auch intern sehr fähige Leute, aber der Prozess ist offen.»

26.10.2026

Mo 11:48

Was ist das konkrete Sparpotenzial?

Rast: «Es ist nicht bestimmte Zahl. Wir wollen über die Zeit besser werden und über die Marktleistung mehr investieren können. Das ist kein Programm, das wir über eine Excel-Tabelle eingegeben haben und eine Zahl rauskommt.»

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26.10.2026

Mo 11:47

Bis Mitte 2028 soll es keine Entlassungen geben, platzt danach die Bombe?

Irminger: «Das ist der heutige Erkenntnisstand, wir haben Doppelspurigkeiten. Wir haben elf Geschäftsleitungen. Das wird zu fünf Regionen verdichtet. Das wird einen Abbau geben. Wir werden einen Grossteil eines möglichen Abbaus aber über Fluktuationen erreichen können. Es ist eine Grundsatzentscheidung, um die Migros strukturell zukunftsfähig aufstellen zu können.»

26.10.2026

Mo 11:46

Coop hat die Genossenschaft schon vor 25 Jahren beschlossen. Warum kommt die Migros erst jetzt damit?

Irminger: «Alle elf Genossenschaften sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist.»

26.10.2026

Mo 11:45

Gibt es in Zukunft einen CEO und eine Präsidentin der Migros-Genossenschaft und was ist deren Rolle und die Rolle der Präsidentin Frau Nold?

Nold: «Die übergeordnete Aufgabe bleibt bestehen. Selbstverständlich wird es einen CEO geben. Ich bin gewählt bis 2028 und werde diese Transformation auch weiter begleiten. Wir haben ein Übergangsjahr. In diesem werden die Präsidenten der Genossenschaften ebenfalls Mitglied der Genossenschaft. Zusammen werden wir die Gewähr haben, dass wir bis Sommer 2028 bereit sind.»

26.10.2026

Mo 11:43

Was wird die Rolle der Regionalfürsten sein? Womit kaufen Sie deren Pfründe ab?

Rast: «Es geht darum, in der ganzen Schweiz in jedem Dorf den besten Supermarkt zu betreiben. Wir mussten keine Geschäftsleitung überzeugen, diesen Weg zu gehen. Wir nehmen alle mit auf den Weg. Wir haben ein Ziel, ein gutes Supermarkt-Geschäft zu betreiben.»

26.10.2026

Mo 11:41

Mit dem Entscheid stärken Sie den Standort Zürich. Warum haben Sie für diese Medienkonferenz den Standort Bern gewählt?

Irminger: «Die Migros ist nicht Zürich, sie ist die Schweiz.»

26.10.2026

Mo 11:40

Die Migros begründete bisher immer die Genossenschaften, dass es die DNA der Migros sei. Geht es der Migros so schlecht, dass das jetzt geändert wird?

Nold: «Die Veränderungen kommen immer schneller. Wir müssen uns neu ausrichten. Wir behalten aber unsere Regionalität, auch über die Supermarkt-Organisation, die weiterhin über Regionen verfügt. Wir wollen diese Nähe zu den Regionen und Menschen weiterhin leben.«

26.10.2026

Mo 11:38

Was passiert mit den Fitnesszentren und weiteren Unternehmen der einzelnen Genossenschaften?

Guido Rast: «In einer ersten Phase bis 2028 werden diese Gesellschaften in den Genossenschaften bleiben, wir werden dann diskutieren, wo diese in Zukunft bleiben werden.»

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26.10.2026

Mo 11:37

Bleibt die Migros in Zürich?

Bleibt der Hauptsitz in der Migros?

Irminger: «Aus unserer Sicht wird keine Veränderung stattfinden.»

26.10.2026

Mo 11:36

Was ist, wenn es gar nicht klappt?

Irminger: «Wir werden den Weg über die Urabstimmung gehen. Alle elf Verwaltungen von allen elf Genossenschaften sind der Meinung, dass wir schnellere Entscheidungen treffen können. Die Genossenschafter sind bei Annahme Mitglieder der ganzen Migros und partizipieren am ganzen Universum der Migros. Die rund 80'000 Mitarbeiter erhalten damit Perspektiven für die Zukunft. Die Migros wird damit zukunftsfähig aufgestellt.»

26.10.2026

Mo 11:34

Was ist, wenn eine Genossenschaft nicht zustimmt?

Was passiert, wenn eine der Genossenschaften Nein sagt, fällt die aus der Migros-Familie? Die Alkohol-Abstimmung musste über 32 Instanzen gehen. Welche Instanzen fehlen jetzt noch?

Ursula Nold: «Diese Diskussionen werden in den regionalen Genossenschaftsräten geführt, sie geben eine Empfehlung ab. Wir haben auf Stufe Migros-Genosschafts-Bund keine Urempfehlung. Was passiert, wenn nicht alle Regionen zusagen: Wir sind überzeugt, dass wir die Genossenschafterinnen und Genossenschafter von diesem Weg überzeugen können. Wir machen nichts anderes, als was unsere Gründerinnen vorgegeben haben. Wir brauchen eine Beteiligung in allen Genossenschaften von 25 Prozent und Zweidrittels-Mehrheiten. Wenn eine es nicht erreicht, werden wir diese Urabstimmung innerhalb nützlicher Zeit wiederholen. Wenn dann eine Mehrheit immer noch nein sagt, werden wir die Situation neu analysieren.»

26.10.2026

Mo 11:30

Wie werden die Genossenschafter abstimmen?

Ein Journalist fragt: Was ist Ihre Einschätzung Herr Irminger, wie das Resultat der Genossenschafterinnen und Genossenschafter ausgeht? Können Sie alle überzeugen?

Mario Irminger: «Wir alle sind der Meinung, werden die Genossenschafterinnen und Genossenschafter mit einem gut fundierten Prozess überzeugen können, werden sie dafür stimmen. Genau das werden wir machen, umfassend informieren und sie involvieren.»

26.10.2026

Mo 11:28

Jetzt beginnt die Fragerunde

Die Präsentation der Migros ist vorbei, jetzt können Journalistinnen und Journalisten Fragen stellen.

26.10.2026

Mo 11:18

Mario Irminger

«Es braucht jetzt Persönlichkeiten an der Spitze, die die Transformationsprozesse von Anfang bis Ende begleiten und umsetzen. Das ist bei mir altersmässig nicht möglich», sagt Irminger.

«Unser Anspruch ist es, im Alltag die erste Wahl der Menschen zu sein», sagt Irminger. «Wir richten uns konsequent an die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden aus.» Die Umsetzung soll nach der Urabstimmungen Mitte 2027 beginnen.

Mario Irminger.
Mario Irminger.

Für die Herausforderungen der Zukunft sei es wichtig, dass die Migros schnell entscheiden und Innovationen umsetzen könne. «Wir haben eine Migros geschaffen, ohne ihre Tradition zu zerstören», so Irminger.

«Die Migros muss und wird regional erhalten bleiben.» Nicht die Migros vor Ort werde sich verändern, sondern nur wie sie im Hintergrund agiert. Hohe Qualität und faire Preise sollen für die Kundschaft daraus resultieren.

26.10.2026

Mo 11:16

Guido Rast

Guido Rast, Verwaltungsratspräsident der Migros Supermarkt AG sagt, alle Entscheidungsträger hätten der Reform einstimmig zugestimmt. «Das ist ein tolles Fundament für unsere Zukunft.»

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26.10.2026

Mo 11:10

Das sagen die Regionalgenossenschaften

«Die Gruppengenossenschaft stärkt uns dabei, die Erwartungen der Kundinnen und Kunden zu erfüllen», sagt Migros-Aare-Präsident Jürg Stöckli.

«Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen wir die Bedürfnisse unserer Kundschaft kennen und schnell handeln können», sagt Sophie Dubuis von Migros Geneve.

«Wir sind überzeugt, dass wir die Leistungsfähigkeit stärken und Doppelspurigkeit abbauen können», sagt Felix Meyer von der Genossenschaft Migros Luzern.

26.10.2026

Mo 11:01

So geht es weiter

In den Statuten ist der Ablauf genau festgegelgt. Den endgültigen Entscheid fällen die rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter: Eine Urabstimmung ist für Mitte 2027 vorgesehen.

26.10.2026

Mo 10:59

Was passiert mit den Mitarbeitenden?

«Solche Veränderungen können auch verunsichern», sagt Nold. «Für die meisten Mitarbeitenden wird sich gar nichts verändern.» Veränderungen beträfen vor allem die Verwaltung und das Management. «Auch hier nicht sofort, sondern über die nächsten Jahre hinweg.» Für die Betroffenen werde eine interne Lösung angestrebt.

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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.

Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.

Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft

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