Schwere Waffen: 100 deutsche Panzer können in drei Wochen an die Ukraine geliefert werden

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Schwere Waffen100 deutsche Panzer können in drei Wochen an die Ukraine geliefert werden

In Deutschland werden alte Panzer aufbereitet, die an die Ukraine geliefert werden sollen. Jetzt muss noch die Regierung in Berlin grünes Licht geben. 

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall stellt 100 Marder-Schützenpanzer für die Ukraine zur Verfügung.
Die ausgemusterten Panzer sind wieder aufbereitet worden.
Bereits zuvor hatte Deutschland nach wochenlangen Diskussionen beschlossen, 50 Gepard-Panzer an die Ukraine zu liefern. 
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Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall stellt 100 Marder-Schützenpanzer für die Ukraine zur Verfügung.

imago images/Sven Eckelkamp

Darum gehts

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall kann bald die ersten instandgesetzten Panzer vom Typ Marder liefern. «Wir könnten zum Beispiel mittelfristig insgesamt 100 Marder zur Verfügung stellen, die ersten wären in drei Wochen fertig», sagte der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstagsausgabe). «Wir warten auf die endgültige Entscheidung der Regierung. Aber es gibt derzeit genügend Länder, die diese Fahrzeuge haben wollen, nicht nur die Ukraine.»

Der grösste deutsche Rüstungskonzern verfügt über grosse Bestände von gebrauchten Panzern, etwa vom Typ Marder und Leopard 1, die nun angesichts des Kriegs in der Ukraine wieder aufbereitet werden. «Vor vier Wochen haben wir bereits damit begonnen, obwohl es noch keinen konkreten Auftrag gibt. Wir machen das also auf eigenes Risiko», sagte Papperger. Bereits Ende April hat Deutschland grünes Licht für die Lieferung von 50 Gepard-Panzern an die Ukraine gegeben.

Schwere Waffen aus Deutschland

Die Marder stehen im Zentrum einer Diskussion rund um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Die Bundesregierung zog unter anderem einen Ringtausch in Betracht, wobei die Schützenpanzer an Slowenien geliefert werden, das im Gegenzug Panzer an die Ukraine abgeben soll.

Zum 100-Milliarden-Euro-Programm der Bundesregierung zur Aufrüstung der Bundeswehr sagte Papperger: «Das ist natürlich nur ein Anfang. Wichtig ist, dass dauerhaft investiert wird und die Zwei-Prozent-Marke – immerhin ein gemeinsames Nato-Ziel – eingehalten wird.» Dann könne «in den kommenden fünf bis sieben Jahren» die Bundeswehr in einen Zustand gebracht werden, «den wir brauchen». Derzeit habe die Bundeswehr «von allem zu wenig».

Papperger kündigte auch deutliches Wachstum an. «Ich bin der festen Überzeugung, dass Rheinmetall in den nächsten Jahren beim Umsatz zweistellige Milliardenbeträge im Jahr erwirtschaften kann», sagte er. Derzeit sind es knapp sechs Milliarden Euro. 

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Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

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