EM: Pechvogel Sarah Atcho-Jaquier entschuldigt sich bei Team

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Sarah Atcho-Jaquier«Ich finde keine Worte, um euch zu sagen, wie ich mich fühle»

Sarah Atcho-Jaquier vergoss nach der verpassten EM-Medaille Tränen. Die Lausannerin entschuldigte sich via Instagram.

Sarah Atcho-Jaquier ist kaum zu trösten.

SRF

Darum gehts

  • Sarah Atcho-Jaquier verpasste mit der Staffel eine EM-Medaille.

  • Die Lausannerin vergoss danach einige Tränen.

  • Die 29-Jährige entschuldigte sich via Instagram bei ihren Kolleginnen.

Waren es Tränen ob der verpassten EM-Medaille oder ob der Disqualifikation? Die Schweizer Sprinterin Sarah Atcho-Jaquier war am Mittwochabend in Rom untröstlich. Sie war bei der 4x100-Meter-Staffel die Schlussläuferin und verpasste die Bronzemedaille um läppische zwei Hundertstel – die Niederländerinnen durften jubeln.

Im Ziel fiel die 29-Jährige zu Boden und war auch durch Leonie Pointet (23) kaum zu trösten (siehe Video oben). Dann stellte sich heraus, dass Sarah Atcho-Jaquier den Staffelstab noch vor der Zielüberquerung verloren hatte, die Schweizer Staffel wurde disqualifiziert.

Die Schweizer 4x100-Meter-Staffel wird im Final an der Leichtathletik-EM in Rom nachträglich disqualifiziert.
Schlussläuferin Atcho-Jaquier verliert den Stab kurz vor der Ziellinie, als sie sich ins Ziel stürzen will. Im Bild der Moment, in dem der Stab wegrutscht.
Sarah Atcho-Jaquier bricht im Zielraum in Tränen aus.
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Die Schweizer 4x100-Meter-Staffel wird im Final an der Leichtathletik-EM in Rom nachträglich disqualifiziert.

IMAGO/ABACAPRESS

«Ich finde keine Worte, um euch zu sagen, wie ich mich fühle», schrieb Atcho-Jaquier am Donnerstag auf Instagram. Sie entschuldigte sich zudem bei ihren Teamkolleginnen und allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Ausserdem bedankte sie sich für die vielen lieben Nachrichten. Und sie zeigte sich sofort wieder kämpferisch: «Wir werden zurückkehren.»

Herzbeutelentzündung und Depression

Nach dem Vorfall hatte sie noch gesagt: «Ich habe nicht gemerkt, dass ich den Stab verloren habe. Ich habe nur den Kontakt mit der Holländerin gespürt.» Doch Swiss Athletic verzichtete auf einen Rekurs, der Stab sei aus Eigenverschulden verloren gegangen, hiess es. Atcho-Jaquier war also der Pechvogel – schon wieder.

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Denn die Lausanner Sprinterin hat keine einfachen Jahre hinter sich. Im Januar 2022 gab sie bekannt, dass sie an einer Perikarditis leide, einer Herzbeutelentzündung. Sie vermutete einen Zusammenhang mit der Booster-Coronaimpfung. Sie sagte auch: «Niemand will den Zusammenhang zwischen der Impfung und der Perikarditis eindeutig herstellen. Aber die Spezialisten haben mir bestätigt, dass es möglich ist.» Und sie stellte zudem klar, dass sie keine Impfgegnerin sei.

Zuvor hatte Atcho-Jaquier auch schon des Öfteren mit Verletzungen zu kämpfen, verpasste deswegen auch die Staffel an den Olympischen Spielen in Tokio 2021. Sie fiel in ein Loch und stürzte in eine Depression.

Im September 2023 heiratete Atcho Arnaud Jaquier.

Im September 2023 heiratete Atcho Arnaud Jaquier.

Instagram

Sie fand aus dieser heraus, fand ihr Glück in der Liebe und zurück zu alter Sprintstärke. Auch ohne Übersprinterin Mujinga Kambundji schaffte es die Staffel in den EM-Final – und verpasste die Medaille nur äusserst knapp. So bilanzierte Atcho-Jaquier zum Abschluss der EM unter Tränen: «Die Medaille haben wir halt immer noch nicht.» Es wäre ihr zu gönnen, dass sie diese irgendeinmal noch erreicht.

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