Heute soll die erste Hinrichtung mit Stickstoff stattfinden

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AlabamaHeute soll die erste Hinrichtung mit Stickstoff stattfinden

Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen und von Amnesty International warnen vor einem möglicherweise grausamen Tod.

Kenneth Eugene Smith ist der erste zur Todesstrafe Verurteilte, der mit Stickstoffgas getötet werden soll. 
Eine Sprecherin des UN-Menschenrechtskommissariats in Genf, Ravina Shamdasani, verurteilte vergangene Woche den geplanten Einsatz einer «neuen und nicht getesteten» Hinrichtungsmethode. (Archivbild)
Smith hätte schon im 2022 per Giftspritze getötet werden sollen, dem Mitarbeiter gelang es aber nicht, einen Zugang zur Verabreichung des Giftes zu legen. (Archivbild)
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Kenneth Eugene Smith ist der erste zur Todesstrafe Verurteilte, der mit Stickstoffgas getötet werden soll. 

AFP
  • Kenneth Eugene Smith überlebte 2022 einen Hinrichtungsversuch mit Spritze, nun soll er mit Stickstoffgas hingerichtet werden.

  • Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte einen Antrag zur Aussetzung ab.

  • Die Methode ist umstritten: Dem Häftling wird über eine Maske Stickstoff zugeführt, wodurch er keinen Sauerstoff einatmen kann und erstickt.

Im US-Bundesstaat Alabama soll bald erstmals in der US-Geschichte ein zum Tode verurteilter Häftling mit Stickstoff vergast werden. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte am Mittwoch einen Antrag des verurteilten Auftragsmörders Kenneth Eugene Smith ab, die Hinrichtung auszusetzen. Das Todesurteil gegen den 58-Jährigen soll am Donnerstag oder spätestens Freitag im Gefängnis der Stadt Atmore in Alabama vollstreckt werden. Auf diese Weise wurde in den USA zuvor noch kein Todesurteil vollstreckt.

Smiths Anwälte hatten argumentiert, dass der Verurteilte zu einer Art Testkandidat für eine neue Hinrichtungsmethode würde und noch viel zu viele Fragen offen seien. Das Berufungsgericht wies die Vorbehalte am Mittwochabend (Ortszeit) jedoch zurück. Smith könne nicht belegen, dass die Anwendung von Stickstoffhypoxie als neue und neuartige Methode eine «grausame und ungewöhnliche» Bestrafung darstelle, hiess es im Urteil. Kurz zuvor hatte auch der Supreme Court einen ähnlichen Antrag abgelehnt, allerdings keine Begründung dafür genannt.

Warnungen vor möglicherweise grausamen Tod

Demonstranten hatten in den vergangenen Tagen die Gouverneurin von Alabama, Kay Ivey, aufgefordert, die Hinrichtung zu stoppen. Dass sie mit ihrem Anliegen Erfolg haben werden, gilt aber als unwahrscheinlich. Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen und von Amnesty International warnen vor einem möglicherweise grausamen Tod. Dafür, dass die Inhalation von reinem Stickstoff keine schwerwiegenden Leiden verursache, gibt es demnach keine wissenschaftlichen Beweise.

Smith sollte bereits 2022 mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Dem Gefängnispersonal gelang es damals aber nicht, die dafür nötige Kanüle in seinen Arm zu legen. Er wurde nach mehreren Stunden, in denen er angeschnallt auf dem Exekutionstisch lag, wieder in seine Zelle gebracht.

Smith war 1996 wegen eines acht Jahre zuvor begangenen Auftragsmordes zum Tode verurteilt worden. Die Geschworenen hatten nach einem Berufungsverfahren eigentlich eine lebenslange Haftstrafe für ihn vorgesehen, doch der zuständige Richter setzte sich über diese Empfehlung hinweg. Das Gesetz, das ihm dies ermöglichte, gibt es seit 2017 nicht mehr.

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