Anja WindlKlima-Shakira hat sich im Gefängnis Krätze eingefangen
Aktivistinnen hatten an diversen Klimaschutz-Protestaktionen teilgenommen. Da sie die hohen Geldstrafen nicht begleichen konnten, traten sie Anfang Juni Ersatzhaftstrafen an.
Darum gehts
Weil sie hohe Geldstrafen nicht bezahlen konnten, müssen Klima-Aktivistinnen Freiheitsstrafen absitzen.
Am Dienstag kamen zwei Aktivistinnen nach 42 Tagen frei – jedoch nur für sechs Monate, danach müssen sie die nächsten 42 Tage absitzen.
Die zwei Aktivistinnen beklagen schlimme Verhältnisse in ihrer Verwahrungsstelle – sie sind an Krätze erkrankt.
Klima-Aktivisten der Letzten Generation wurden in Österreich nach mehreren Protestaktionen zu hohen Geldstrafen verurteilt. Da sie diese nicht bezahlen konnten, mussten sie Ersatzfreiheitsstrafen absitzen.
Anfang Juni traten die letzten Aktivisten diese Freiheitsstrafen an, und kamen diese Woche, nach 42 Tagen, wieder frei. Die als Klima-Shakira bekannte deutsche Aktivistin Anja Windl und Laila Fuisz beklagen desaströse Verhältnisse hinter Gittern. Sie sollen in ihrer Zelle an Krätze erkrankt sein.
Kritik an der Verwahrungsstelle
Das Duo berichtet über die schlechten Zustände im Anhaltezentrum, beide hatten «zunehmend mit stark juckendem Ausschlag zu kämpfen», erklärte Windl. Erst nach mehreren Wochen sollen die Rufe nach ärztlicher Hilfe gehört worden sein. Kurz darauf wurden sie mit Krätze diagnostiziert. Insgesamt zwölf Insassen und Bedienstete sollen betroffen gewesen sein, so die Aktivistinnen.
Sind die Protestaktionen der Letzten Generation effektiv?
Schockiert zeigen sie sich auch über die Gründe, aus denen andere Menschen weggesperrt wurden. In der Nachbarzelle sei etwa eine Minderjährige, die wegen Schwarzfahrens von der Polizei abgeholt und eingesperrt wurde. In einer anderen Zelle befand sich eine Mutter, die wegen Falschparkens vor ihren Kindern abgeführt wurde.
Strafe noch nicht vorbei
Die beiden Aktivistinnen haben ihre Strafe noch nicht vollständig abgesessen. Rechtlich müssen Personen nach maximal 42 Tagen Anhaltehaft wieder für sechs Monate entlassen werden, ehe sie ihre Strafen weiter absitzen können. Bei Anja Windl und Laila Fuisz sind noch immer Zehntausende Euro Strafe offen.
Beide geben sich trotzdem weiter kämpferisch. «Ich weiss, warum ich hier bin. Die Nachrichten von ganzen Dörfern mit zerstörten Dächern, Todesopfern wegen Überflutungen oder Hurrikanes erreichten uns auch in der Zelle. Diese Toten sind Opfer unserer fossilen Bequemlichkeit. In Kürze: Hier (im Gefängnis) ist es beschissen, aber nichts zu tun ist deutlich beschissener», so Windl.
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