Oper Basel: Kritik an Kinderauftritt – jetzt redet die Mutter

Publiziert

Basel«Ein Abbruch der Szene wäre jederzeit möglich gewesen»

Der Auftritt eines Kindes in der Inszenierung der Mozart-Oper «Requiem» in Basel hatte heftige Reaktionen zur Folge. Jetzt erklärt sich die Mutter der Neunjährigen.

Der Trailer zur Oper «Requiem» am Theater Basel.

YouTube/Theater Basel

Darum gehts

  • Der Auftritt eines Kindes in einer Oper am Theater Basel gibt zu reden und wurde unter anderem als «verstörend» kritisiert.

  • Nun begegnet die Mutter des Mädchens der Kritik am Auftritt ihrer Tochter.

  • Die Neunjährige hat bereits Bühnenerfahrung und von sich aus Interesse an der Rolle gezeigt.

Der Auftritt eines neunjährigen Mädchens und eines Babys in der Inszenierung von Mozarts Oper «Requiem» am Theater Basel gibt zu reden. Die Inszenierung des italienischen Starregisseurs Romeo Castellucci wird vom Theater auch intensiv auf Facebook mit dem Bild des mit Honig übergossenen Mädchens beworben. «Verstörend» sei das, dieses Bild genüge, um «sicher nicht dorthin zu gehen», und «wann greift hier die Kinderschutzbehörde ein?», wird der Post kommentiert.

Nachdem das Theater Basel der Kritik an der «Folter auf der Bühne unter dem Deckmantel der Kunst», wie es eine empörte Zuschauerin nannte, bereits begegnete, meldet sich nun die Mutter des Kindes zu Wort. Sie ist selbst Ensemblemitglied des Opernchors des Theater Basel und steht bei dem Stück auf der Bühne. Die Kritik befremdet sie.

«Ein besseres Training in puncto Selbstwertgefühl und -bewusstsein hätte es gar nicht geben können.»

Mutter von Nina*

Ihre Tochter Nina* habe schon in der letzten Spielzeit gemeinsam mit ihrer grossen Schwester im Musical «Lady in the Dark» mitgewirkt. Das sei für beide Mädchen eine wunderbare Erfahrung gewesen und beide hätten Freude am Theater gefunden.

Sie sei selbst sehr vertraut mit dem Stück und habe genau gewusst, was auf ihre Tochter im «Requiem» zukommen würde. «Ich habe das Video mit ihr vorab angesehen und erklärt, was die Bedeutung von Farben, Honig etc. in diesem Stück sein könnte. Für sie war es verständlich, dass es insgesamt um eine Art lebendiges Kunstwerk ging», so die Mutter.

Die Oper «Requiem» wird seit zwei Wochen im Theater Basel aufgeführt. Die Kritiker loben das Stück. Eine Leserin sieht das jedoch ganz anders.
Als Basis für das Stück dient die Musik von Mozart mit dem gleichen Namen.
In der Oper spielen unter anderem auch Kinder mit.
1 / 5

Die Oper «Requiem» wird seit zwei Wochen im Theater Basel aufgeführt. Die Kritiker loben das Stück. Eine Leserin sieht das jedoch ganz anders.

Theater Basel/Ingo Höhn

Ihre Tochter habe dann von sich aus Interesse an der Rolle gezeigt. Die Premiere und Probezeit seien für sie beide eine wertvolle Zeit gewesen. «Ein besseres Training in puncto Selbstwertgefühl und -bewusstsein hätte es gar nicht geben können», so die Mutter. «Ich habe und hatte keinerlei Bedenken. Es ist einzig an ihr gewesen zu entscheiden, ob sie das grundsätzlich machen möchte oder nicht.»

Zudem lobt sie die «wertschätzende und rücksichtsvolle» Herangehensweise des Theater Basel, sie habe sie selbst nach jahrelanger Tätigkeit am Theater beeindruckt. Ihre Tochter habe die Fürsorge fast schon übertrieben gefunden. In der Szene, bei der Nina an einer Stange hänge, sei ein Zeichen verabredet worden, auf das ein eingewiesener Bühnenmitarbeiter sofort reagieren würde. «Ein Abbruch der Szene wäre jederzeit möglich gewesen.»

Würdest du dir diese Oper anschauen?

Mozarts unvollendetes «Requiem» in der Inszenierung von Romeo Castellucci wird noch bis am 15. Juni auf der Grossen Bühne des Theater Basel gezeigt. Tickets sind ab 30 Franken erhältlich.

*Name von der Redaktion geändert.

Aktivier jetzt den Basel-Push!

Mit dem Basel-Push von 20 Minuten bekommst du die News und Geschichten, die die Nordwestschweiz bewegen, blitzschnell auf dein Handy geliefert.

Und so gehts: In der 20-Minuten-App tippst du rechts oben auf «Cockpit» (drei Striche mit Kreis). Dort auf «Mitteilungen» und dann «Weiter». Dann markierst du bei den Regionen «Basel», tippst noch einmal «Weiter» und dann «Bestätigen». Voilà!

Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?

Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.

Deine Meinung zählt