KriminalstatistikBasel ist erneut gewalttätigste Stadt der Schweiz – aber nicht die kriminellste
Seit Jahren behauptet Basel den Spitzenplatz der Schweizer Städte bei den Gewaltdelikten. Geht es aber um alle Verstösse gegen das Strafgesetzbuch, steht eine Kleinstadt an der Spitze.
Darum gehts
Am Montag veröffentlichte das Bundesamt für Statistik die jährliche Schweizer Kriminalstatistik. Seit Jahren besetzt der Kanton Basel-Stadt den unrühmlichen Spitzenplatz. Auch dieses Jahr ist dies der Fall. 1200 Gewaltstraftaten wurden im Jahre 2022 im Stadtkanton verübt. Das sind 13,6 Gewaltdelikte pro 1000 Einwohner gerechnet.
Auch andere städtische Kantone heben sich mit deutlich mehr Straftaten von den ländlicheren Regionen ab. Zum Vergleich: Die Stadt Zürich verzeichnet 10,8 Straftaten pro 1000 Einwohner, in Lausanne wurden auf 1000 Einwohner elf Straftaten verübt.
Basler Nachtleben sorgt für Negativschlagzeilen
Zahlen zeigen: Die Kriminalität in Basel-Stadt bleibt auf die Jahre gesehen stets auf einem hohen Niveau. Eine Ausnahme war das Pandemiejahr 2020. Nach der Corona-Pause stiegen die Gewaltdelikte sprunghaft an. Nachdem die Kriminalität 2020 aufgrund der Corona-Massnahmen rückläufig war, sei im ersten Halbjahr 2021 eine Zunahme der Gesamtkriminalität um knapp elf Prozent feststellbar, schrieb die Basler Staatsanwaltschaft im 2021.
Vor allem die Gewalt im städtischen Nachtleben sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Die Kriminalpolizei erklärt sich das in der Vergangenheit damit, dass Basel eine wichtige Zentrumsfunktion einnehme und Menschen aus der ganzen Region anlocke.
Laut Statistik, die alle polizeilich registrierten Straftaten pro 1000 Einwohner aufführt, schneidet ein Bezirk noch schlechter ab als Basel. Die Stadt Solothurn, die als Bezirk zählt, landet mit 196,5 Straftaten pro 1000 Einwohner auf dem ersten Platz, gefolgt von Basel (125,5 Straftaten pro 1000 Einwohner).
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Polizei nach Kanton
Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein
Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer
LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133
Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13
Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Beratungsstellen für gewaltausübende Personen