Andrei KlishasBehörden beschlagnahmen im Tessin Villa von Putin-Freund
Eine Villa im Tessin wurde gesperrt. Die Immobilie in Brione sopra Minusio gehört einem russischen Politiker, der Präsident Putin nahesteht und eine militärische Intervention in der Ukraine unterstützt.
Darum gehts
Der russische Politiker Andrei Klishas besitzt im Kanton Tessin an einer ruhigen Strasse in Brione sopra Minusio eine Villa mit Blick auf den Lago Maggiore. 2008 soll er die Villa gekauft haben.
Am 4. März wurde das Haus von den kantonalen Behörden beschlagnahmt. Das Grundstück gehört Andrei Klishas, einem russischen Politiker, der Präsident Wladimir Putin nahe steht. Sein Name steht auf der Liste der Personen, die gegen die Schweiz Sanktionen verhängt hat, nachdem die Europäische Union nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Dies berichtet RSI, das Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz.
Elf Liegenschaften beschlagnahmt
Die Sanktionen gegen den 49-jährigen Klishas wurden verhängt, als Bern seine Massnahmen gegen Russland ausweitete und unter anderem die Vermögenswerte von Personen einfror, die Präsident Wladimir Putin nahe stehen. Bisher sind elf Liegenschaften in vier Kantonen beschlagnahmt worden. Das teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Dienstag auf Anfrage mit.
Der Jurist hat eine Vergangenheit in der Nickelindustrie. Er war Präsident von Nornickel. Seit seinem Eintritt in die Politik steht er den Positionen des Kremls nahe und landete bereits 2014 auf der Sanktionsliste des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), weil er die Annexion der Krim ausdrücklich unterstützte.
Haus sei unbewohnt
Offenbar wurde Klishas schon länger nicht mehr bei seiner Villa gesehen, wie beispielsweise ein Nachbar RSI berichtet. Seine Immobilie verfügt über eine Gesamtfläche von fast 1000 Quadratmetern, zwei Etagen Wohnfläche und ein Hallenbad. Das Haus – obwohl es seit Jahren unbewohnt ist – werde regelmässig von Gartenbau- und Reinigungsfirmen gewartet, so der Nachbar weiter. Laut Seco sind gegen Klishas sowohl Finanzsanktionen als auch ein Ein- und Durchreiseverbot in Kraft.