«Mimimi-Formular»: Empörung am Luzerner Kantonsspital ist gross

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Luzern«Abteilungsinterner Scherz» empört Kantonsspital-Belegschaft

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantonsspitals Luzern beklagen sich wegen eines «schwerwiegenden Problems» bezüglich eines «Mimimi-Formular». Das Spital beschwichtigt.

Empörung der Belegschaft am Luzerner Kantonsspital.
In den vergangenen Tagen kursierte ein «Mimimi-Formular».
Laut dem LUKS handle es sich dabei um einen abteilungsinternen Scherz.
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Empörung der Belegschaft am Luzerner Kantonsspital.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Ein Formular, in dem unter anderem gefragt wird, ob man eine Umarmung gebrauchen könnte, kursiert am Luzerner Kantonsspital.

  • Die Belegschaft ist empört.

  • Das Spital beschwichtigt, dass es sich um einen abteilungsinternen Scherz handle.

Ein anonymes Schreiben von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kantonsspitals Luzern, welches der Redaktion von Watson vorliegt, prangert an, dass derzeit ein «Mimimi-Formular» am Spital kursiere. «Wir sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Luzerner Kantonsspital (LUKS) und schreiben Ihnen diesen Brief, um Ihnen ein schwerwiegendes Problem in unserem Unternehmen aufzuzeigen», heisst es in dem Schreiben an Watson.

«Wünschen Sie ein Gespräch mit Dr. Pfötchen?»

Denn seit drei Wochen kursiere im Luzerner Kantonsspital ein «Mimimi-Formular». Darin stehen Fragen wie: «Auf was basiert Ihr Mimimi?», «Haben Sie geweint?», «Sind Sie bereit, an einer Therapie teilzunehmen?» und «Würde Ihnen jetzt eine Umarmung guttun?» Ganz unten auf dem Formular steht dann noch: «Wünschen Sie ein Gespräch mit Dr. Pfötchen, dem Vertrauenshund der Bettenstation 3 – LUPS Luzern?» Auf dem Formular ist das offizielle Logo des Luzerner Kantonsspitals aufgedruckt.

Brisant daran: Laut den anonymen Verfassern hätten Angestellte mit leitender Funktion das Formular auf Social Media geteilt. Ausserdem sei das Dokument sogar im internen Qualitätsmanagement Programm IMS zu finden. Die Angestellten seien «zutiefst verletzt», heisst es in dem Schreiben an Watson. Man habe sich an die Direktion, das HR, den Verwaltungsrat und die Personalkommission gewandt.

Um Statement gebeten

«Wir haben um eine interne Entschuldigung, ein klares Statement und angemessene Konsequenzen für die Verantwortlichen gebeten. Leider ist in den letzten drei Wochen nichts dergleichen geschehen», so die anonymen Verfasser. Weil es keine Reaktion von Seiten des LUKS gab, habe man sich dazu entschieden, Watson zu kontaktieren.

Was hälst du vom «Mimimi-Formular»?

Am Schluss des Schreibens heisst es: «Wir möchten aus Angst vor Repressalien anonym bleiben, da wir feste Arbeitsverhältnisse haben und auf unseren Job angewiesen sind.»

Abteilungsinterner Scherz

Gegenüber Watson hat das LUKS auf die Frage Stellung bezogen, wer das Formular in Umlauf gebracht habe und ob es wirklich als offizielles Dokument hinterlegt sei. «Es handelt sich hierbei keineswegs um ein offizielles Formular des Luzerner Kantonsspitals (LUKS), sondern um einen abteilungsinternen Scherz. Das Thema und der Ablageort wurden intern bereits vor einigen Wochen kritisch thematisiert und bereinigt.»

Weiter heisst es, dass die Urheberschaft des Formulars das Vorgehen bedauere. Man habe glaubhaft versichert, dass es nie die Absicht gewesen sei, die Belegschaft blosszustellen. Das Formular soll dementsprechend gar nie für Umfragen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verwendet worden sein.

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