Sanna Marin: Beschwerden nach Skandal-Video mit finnischer Regierungschefin abgewiesen

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Sanna MarinJustiz stellt klar – auch die  Regierungschefin  darf ausgelassen tanzen

Vor rund zwei Monaten löste die Veröffentlichung eines Partyvideos mit der finnischen Regierungschefin Sanna Marin Beschwerden aus. Diese wurden nun abgewiesen.

Dieses Skandal-Partyvideo brachte die finnische Premierministerin Sanna Marin in Bedrängnis. 

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Darum gehts 

Der finnische Justizkanzler erklärte am Freitag, er sehe «keinen Grund, die Ministerpräsidentin eines illegalen Verhaltens im Rahmen ihrer Tätigkeit oder einer Vernachlässigung ihrer offiziellen Aufgaben zu verdächtigen». Der Justizkanzler ist in Finnland dafür zuständig, die Rechtmässigkeit des Handelns von Regierungsmitgliedern zu überprüfen.

Ende August hatte ein in den Online-Netzwerken verbreitetes Video für Aufregung gesorgt. Es zeigt die Ministerpräsident Sanna Marin beim ausgelassenen Tanzen und Feiern mit Freunden und Prominenten. Der Fall ging um die Welt; es entzündeten sich Diskussionen sowohl zum Verhalten von Staats- und Regierungschefs in ihrem Privatleben als auch zu als überzogen gewerteten Anschuldigungen gegen Frauen an der Macht.

Am 24. August wandte sich die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin sichtlich aufgewühlt an eine Menschenmenge. Sie hatte rote Augen und eine brüchige Stimme. Zuvor waren von ihr Bilder und Videos aufgetaucht. 
«Ich bin auch menschlich», sagte sie. Sie habe trotz ihrer Freizeit nie eine Aufgabe ihres Jobs unerfüllt gelassen. 
Bereits vor dem Partyvideo, hatte dieses Bild für Unruhen gesorgt: Das Bild zeigt zwei Frauen, die sich auf den Mund küssen und ihre nackten Brüste mit einem Schild verdecken, auf dem «Finnland» steht.
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Am 24. August wandte sich die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin sichtlich aufgewühlt an eine Menschenmenge. Sie hatte rote Augen und eine brüchige Stimme. Zuvor waren von ihr Bilder und Videos aufgetaucht. 

AFP

«Ein für eine Regierungschefin unangemessenes Verhalten»

Mehrere Dutzend Beschwerden waren nach der Veröffentlichung des Videos beim Justizkanzler eingereicht worden. Die Beschwerdeführer warfen der 36-Jährigen vor, aufgrund von Alkoholkonsum nicht arbeitsfähig gewesen zu sein, ein für eine Regierungschefin unangemessenes Verhalten gezeigt oder auch «dem Ruf und der Sicherheit» Finnlands geschadet zu haben. Der Justizkanzler kam jedoch zu dem Schluss, Marin sei keine Verletzung einer «spezifischen offiziellen Aufgabe» nachzuweisen.

Die Sozialdemokratin Marin hatte nach der Kritik an dem Video sogar einen Drogentest gemacht, um «jeglichen Verdacht auszuräumen». Er fiel negativ aus. Marin ist die jüngste Ministerpräsidentin in der Geschichte Finnlands. Bei ihrem Amtsantritt 2019 war sie mit 34 Jahren die jüngste Regierungschefin der Welt.

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(AFP/jar)

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