Daniela KletteMammut-Prozess gegen frühere RAF-Terroristin beginnt
Jahrzehntelang haben die Ermittler keine Spur, im Februar 2024 dann der Durchbruch: Ein Jahr nach der Festnahme von Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette beginnt der erste Prozess.
Darum gehts
Daniela Klette steht in Celle vor Gericht wegen Raubüberfällen.
Die Taten sollen der Finanzierung ihres Lebens im Untergrund gedient haben.
Klette wird auch versuchter Mord bei einem Überfall 2015 vorgeworfen.
Der Prozess findet aus logistischen Gründen im Oberlandesgericht Celle statt.
Im niedersächsischen Celle beginnt am Dienstag um zehn Uhr der Prozess gegen die mutmassliche ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette wegen des Vorwurfs der Beteiligung an bewaffneten Raubüberfällen. Gemeinsam mit den beiden flüchtigen früheren RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub soll sie laut Anklage in den Jahren 1999 bis 2016 mehrere Supermärkte und Geldtransporter überfallen haben. Ziel war demnach die Geldbeschaffung für ihr Leben im Untergrund.
Da bei einem der Raubüberfälle im Jahr 2015 auf einen Geldtransporter geschossen wurde, ist Klette auch wegen versuchten Mordes angeklagt. Der Prozess läuft am Landgericht Verden, zunächst findet die Verhandlung aus logistischen Gründen aber im Oberlandesgericht Celle statt. Die angeklagten Überfälle ereigneten sich teils lange nach der Selbstauflösung der RAF 1998. Um Vorwürfe im Zusammenhang mit Terrorismus geht es in dem Prozess nicht.
Langer Prozess erwartet
Vor dem Landgericht Verden geht es nun zunächst allein um Klette, schreibt ORF. Die Anklageschrift umfasst 700 Seiten. Die Verfahrensbeteiligten stellen sich Berichten zufolge auf eine Prozessdauer von bis zu zwei Jahren ein.
Festnahme im vergangenen Jahr
Zielfahnder nahmen Daniela Klette im Februar 2024 in einem Mietshaus in Berlin-Kreuzberg fest. Sie habe keinen Widerstand geleistet, sagte Friedo de Vries, Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen. Der entscheidende Hinweis auf die seit über 30 Jahren untergetauchte RAF-Terroristin war den Angaben zufolge im November 2023 aus der Bevölkerung gekommen.
Gegenüber der «Bild» sagte eine Nachbarin: «Sie war voll nett, voll nett! Sie hatte auch einen Hund, wie ich. Einen grossen, weissen Hund. Sie soll eine Terroristin sein? Ich kann es gerade gar nicht glauben, ich habe einen totalen Schock.»
Klette habe immer freundlich gegrüsst und hat laut mehreren Nachbarn Nachhilfe gegeben. Sie habe mit ihrem Partner unter dem Decknamen Claudia gelebt.
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