TraditionsfirmenDas alles reissen sich chinesische Firmen in der Schweiz unter den Nagel
Eine der grössten Schweizer Trinkwasserquellen an chinesische Investoren? Es wäre nicht der erste Deal aus Fernost.
Darum gehts
Chinesische Investoren wollen eine der grössten Schweizer Trinkwasserquellen kaufen.
Schon vorher gab es spektakuläre Deals für mehrere Milliarden.
Diese Schweizer Firmen gehören mittlerweile zu China.
Ist die Trinkwasserquelle «Mühlackern» bald in chinesischer Hand? Investoren aus China sollen an der Quelle interessiert sein, die zu den grössten in der Schweiz gehört. Das berichtet der «Blick» unter Bezug auf die Gemeinde Turtmann-Unterems (VS), die Kenntnis von verschiedenen Verhandlungen habe.
Die Übernahmepläne kommen bei vielen in der 20-Minuten-Community nicht gut an. Schämu schreibt: «Eigentlich gehört es vors Volk, sprich in die Verfassung, dass keine Wasserquellen an irgend eine ausländische Firma oder Privatperson verkauft werden darf.» Elisajojo fragt: «Ausverkauf in der Schweiz oder was?»
Chinesische Firmen kaufen sich auch in europäische Infrastruktur ein, die Reederei Cosco hält etwa Minderheitsbeteiligung an den Häfen in Hamburg, Antwerpen, Vado Ligure (Italien), Istanbul, Bilbao und Rotterdam. In Valencia und Seebrüge ist es die Mehrheit und der Hafen in Piräus gehört Cosco komplett.
Rund hundert Schweizer Firmen sind in chinesischer Hand, darunter Traditionsfirmen wie der über Hundert Jahre alte Frauenfelder Trinkflaschen-Hersteller Sigg. Spektakulär war auch die 43-Milliarden-Dollar-Übernahme des Schweizer Agrarkonzerns Syngenta durch Chemchina im Jahr 2017.
Eine Auswahl von Schweizer Firmen, die ebenfalls in chinesischer Hand sind, siehst du in der Bildstrecke oben.
Zuletzt ging die Zahl der Übernahmen aber zurück. 2022 sanken die Übernahmen und Beteiligungen im Vergleich zu 2021 von neun auf drei, wie der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young (EY) in einer Studie schreibt, darunter war etwa die Zürcher Krypto-Bank Sygnum.
Auch in Europa sank das Übernahmevolumen von 155 auf 130. China konzentrierte sich dabei nicht mehr so stark auf Industriefirmen, dafür auf High-Tech, etwa im Software- oder Halbleiter-Bereich.
Hubert Stadler, Leiter des China Desk von EY in der Schweiz, sieht klare Gründe für die deutliche Zurückhaltung chinesischer Unternehmen: «Die generelle Unsicherheit, namentlich die steigenden Energiepreise, die Inflation, der Zinsenanstieg und international politische Entwicklungen, haben für diesen Rückgang gesorgt.»
Die meisten Übernahmen aus China in Grossbritannien, Deutschland und Frankreich
Mit Blick auf Unternehmenszukäufe oder -beteiligungen chinesischer Unternehmen im Jahr 2022, liegt die Schweiz damit auf Rang neun im Ländervergleich – zusammen mit Norwegen, Polen, Portugal, Russland und Schweden, in welchen EY ebenfalls jeweils drei Geschäfte registrierte. Auf dem Spitzenplatz liegt wie im letzten Jahr Grossbritannien mit 27 vor Deutschland mit 26 Transaktionen. Auf Rang drei liegt Frankreich, das als eines von wenigen europäischen Ländern mehr chinesische Investitionen als im letzten Jahr verzeichnen kann.
Keine News mehr verpassen
Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.