Demo in Rapperswil«Den Corona-Leugnern keine Grenzen aufzuzeigen, geht einfach nicht»
In Rapperswil-Jona SG trafen sich am Samstag rund 4000 Personen zu einer unbewilligten Corona-Demonstration. Die Polizei löste die Veranstaltung nicht auf und wird dafür auf Twitter kritisiert.
Darum gehts
Am Samstag kam es in Rapperswil-Jona zu einer Corona-Demo mit tausenden Teilnehmenden.
Die Polizei setzte grösstenteils auf Dialog und löste die Veranstaltung nicht auf.
Auf Twitter löste die Demonstration viele Reaktionen aus.
Von der Mehrheit wird die Polizei für ihr Verhalten kritisiert.
Die Polizei erklärt ihre Taktik.
Der Verein «Stiller Protest» rief zu einer Kundgebung in Rapperswil-Jona SG auf. Die Stadt erteilte keine Bewilligung für den Anlass und die Polizei wies die Bevölkerung mehrmals an, dem Anlass am Samstag fernzubleiben. Dennoch trafen sich am Nachmittag rund 4000 Personen auf dem Fischmarktplatz. Die Stimmung blieb friedlich, die Leute hielten sich grösstenteils aber nicht an die geltenden Regeln. So trug die grosse Mehrheit keine Maske und die Abstandsregeln wurden nicht eingehalten, wie ein Augenschein vor Ort zeigte.
Auf Twitter löste der Protest kontroverse Reaktionen aus. Jemand schrieb etwa: «Die Leute haben dort friedlich demonstriert. Wo liegt bitte das Problem?» Eine andere Person meinte: «Mangel an Demut in einer Wohlstandsgesellschaft? Schweizer und Schweizerinnen beschweren sich lauthals über eine angebliche Corona-Diktatur und ignorieren dabei Gesundheitsvorschriften.» Es gibt auch solche, die schlicht froh sind, nicht allzu viel mitbekommen zu haben.
Kritik und Lob an die Polizei
In Rapperswil gab es auch spezielle Aktionen der Personen vor Ort. So wurden Einsatzkräfte umarmt und Rosen an sie verteilt.
Viele äussern auf Twitter Kritik, dass die Polizei nicht härter eingriff und die Demonstration nicht auflöste. Sie setzte auf Dialog und wenn nötig auf Wegweisungen. Jemand schreibt etwa, sie feierten im Garten einen Geburtstag. Dabei seien nicht mehr als 15 Personen erlaubt. In Rapperswil demonstrierten 4000 Personen unbehelligt, sie sei ohne Worte. Jemand namens Oliver zieht den Vergleich mit St. Gallen, wo Jugendliche sich auf dem Roten Platz trafen und es auch zu Sachbeschädigungen kam. Damals griff die Polizei härter durch und intervenierte mit Reizstoffen sowie Gummischrot.
In Rapperswil setzte die Polizei am Samstag auf Gespräche. Sie war vor Ort präsent, hielt sich aber im Hintergrund. Gegen späten Nachmittag löste sich die Veranstaltung auf und es waren nur noch vereinzelte Gruppen vor Ort auf dem Fischmarktplatz.
Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kapo St. Gallen, nahm am Samstag Stellung zur Taktik der Polizei.
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