Gesundheitsprobleme: Deshalb ist die Hitze für den Körper so gefährlich

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GesundheitsproblemeDeshalb ist die Hitze für den Körper so gefährlich

Hitzeschlag, Herzinfarkt, Krebs: Die aktuell herrschenden Temperaturen bringen für den Körper tödliche Gefahren mit sich.

An sonnigen und warmen Tagen steigen die Ozonwerte besonders in Städten massiv an.
Ozon reizt die Augen und die Schleimhäute und führt zu Entzündungsreaktionen in den Atemwegen und zu einer eingeschränkten Lungenfunktion.
Bei Hitze weiten sich die Blutgefässe und der Blutdruck sinkt. Schwindel, Kopfschmerzen bis hin zu Übelkeit sind die Folgen.
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An sonnigen und warmen Tagen steigen die Ozonwerte besonders in Städten massiv an.

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Darum gehts

Für das gesamte Schweizer Mittelland gilt derzeit eine Hitzewarnung des Bundes. Das kommt nicht von ungefähr, denn die extremen Temperaturen stellen eine echte Gefahr für unsere Gesundheit dar, wie die folgende Übersicht zeigt.

Lungen

Das heisse Wetter hat Einfluss auf die Luftqualität. Zum einen fehlt meist der Wind, so dass Schadstoffe länger an einem Ort bleiben und sich dort konzentrieren. Zum anderen begünstigen hohe Temperaturen die Bildung des schädlichen Gases Ozon. Ozon entsteht, wenn Stickstoffoxide aus Auto- und Industrieabgasen und flüchtige organische Verbindungen, die besonders bei hohen Temperaturen aus Lösungsmitteln entweichen, mit dem Sonnenlicht reagieren.

Ozon reizt die Augen und die Schleimhäute und führt zu Entzündungsreaktionen in den Atemwegen und zu einer eingeschränkten Lungenfunktion. Das kann bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehende Beschwerden verschlechtern. Bei Asthmatikerinnen und Asthmatikern können vermehrt Asthma-Anfälle auftreten oder heftiger verlaufen, wie Lunge Zürich schreibt.

Herz

Steigt die Körpertemperatur, erweitern sich die Blutgefässe, damit der Körper die Wärme besser abgeben kann. Das wiederum führt dazu, dass der Blutdruck sinkt. Das kann zu Schwindel, Kopfschmerzen bis hin zu Übelkeit führen, wie Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, erklärt.

Im schlimmsten Fall kann ein zu tiefer Blutdruck zu einem Herzinfarkt führen, da das Herz in diesem Fall härter arbeiten muss. Bei extremen Temperaturen muss es viel mehr Blut transportieren, um die Hitze über die Hautoberfläche abzugeben. Ist das Herz erschöpft, kann der Blutfluss plötzlich einbrechen.

Gehirn

Auch das Gehirn wird von den hohen Temperaturen in Mitleidenschaft gezogen. Die Konzentration und das Gedächtnis leiden, die Gefahr für Fehleinschätzungen und Berufsunfälle steigt. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass mehr Blut in die Hautoberfläche fliesst, um die Organe vor Überhitzung zu bewahren. «Diese Prozesse benötigen eine Menge Energie, Nährstoffe und Blutfluss und lassen komplexen Gehirnfunktionen weniger davon übrig», wie Eileen Neumann, Neurologin am Unispital Zürich, erklärt.

Zudem steigt die Gefahr von Depressionen oder Gewaltausbrüchen, da bei grosser Hitze im Körper einerseits weniger vom Glückshormon Serotonin, dafür mehr vom Stresshormon Cortisol vorhanden ist. Studien kamen gar zum Schluss, dass höhere Temperaturen die Suizidraten in die Höhe treiben.

Haut

Die Haut leidet bei starker Sonneneinstrahlung, wie sie derzeit herrscht. Wer sich ungeschützt hoher UV-Strahlung aussetzt, riskiert einen Sonnenbrand. Längerfristig verändern Sonnenbrände die DNA der Haut, was Hautkrebs auslösen kann.

Schwitzen

Ist die Lufttemperatur höher als die Temperatur der Haut, beginnt der Körper zu schwitzen. Millionen von Drüsen sondern Schweiss ab. Dieser verdunstet auf der Haut, wobei die resultierende Verdunstungskälte den Körper kühlt. Der Mensch kann bis zu zehn Liter am Tag schwitzen. Das kann zum Gesundheitsproblem werden, denn wird die Flüssigkeit nicht ersetzt, droht Dehydrierung. Dann ist schwitzen nicht mehr möglich und der Körper überhitzt.

Die Wirksamkeit des Schwitzens nimmt sowohl bei steigenden Temperaturen als auch bei steigender Luftfeuchtigkeit ab. Im ersten Fall treten vermehrt Schweisstropfen auf, die nicht verdunsten, sondern ohne Kühleffekt von der Haut tropfen. Im zweiten Fall kann die bereits sehr feuchte Luft nur noch begrenzt Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch die Verdunstungskälte deutlich abnimmt. Liegen beide Werte sehr hoch, besteht selbst für kerngesunde Menschen Lebensgefahr.

Sonnenstich und Hitzeschlag

Ein Sonnenstich entsteht, wenn Kopf und Nackenbereich durch die Sonne stark erhitzt werden. Eine Irritation des Gehirns und der Hirnhaut führt zu Kopf- oder Nackenschmerzen, Unruhe oder Ohrgeräusche, wobei die Körpertemperatur nicht erhöht ist.

Das ist der Fall bei einem Hitzschlag, der eintritt, wenn die Kühlmechanismen des Körpers nicht mehr funktionieren. Ein Hitzschlag kann nach grosser Belastung bei extremen Temperaturen auftreten oder sich, vor allem bei älteren Leuten, über mehrere Tage entwickeln, wie Msdmanuals.com schreibt. Die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad. Die Haut ist trocken und heiss, da der Körper nicht mehr schwitzt. Es kommt zu Ermattung, Krämpfen, Halluzinationen und Bewusstseinstrübungen. Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich, da es zu multiplen Organversagen kommen kann. Betroffene müssen sofort stark abgekühlt werden und brauchen in jedem Fall eine medizinische Behandlung.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Depression?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Suizidgedanken? Oder hast du jemanden durch Suizid verloren?

Hier findest du Hilfe:

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

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