DeutschlandEdeka warnt vor der Farbe Blau – und erntet Spott
Am Donnerstag sorgt die grösste Supermarkt-Kette Deutschlands mit einem Inserat für Aufsehen. Edeka warnt vor der Farbe Blau – bei Lebensmitteln und der Landtagswahl.
Darum gehts
Edeka hat in «Die Zeit» und der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» ein ganzseitiges Inserat veröffentlicht.
Die Detailhändlerin warnt vor der Wahl der Farbe Blau bei Obst und Gemüse sowie bei den am Sonntag anstehenden Landtagswahlen.
In den sozialen Medien erntet Edeka Kritik dafür – unter anderem, weil im eigenen Logo die Farbe Blau dominiert.
«In der Edeka Obst- und Gemüseabteilung herrscht die bunte Vielfalt», steht in einem Inserat der deutschen Supermarkt-Kette Edeka, das am Donnerstag auf einer ganzen Seite in «Die Zeit» und der Tageszeitung FAZ erschienen ist. Gelbe, rote, grüne, violette oder orange Lebensmittel können dort gekauft werden. Eine Farbe fehlt jedoch: Kein einziges Lebensmittel hat die Farbe Blau.
Edeka gibt im Inserat direkt selbst die Erklärung dafür: «Blaue Lebensmittel sind ein Warnhinweis der Natur, der uns sagt: ‹Achtung! Ich könnte unverträglich sein!›» Die Warnung geht aber noch weiter: «Nicht nur bei Obst und Gemüse ist Blau der natürliche Feind der gesunden Vielfalt. In Deutschland sind ‹die Blauen› schon heute die grösste Bedrohung einer vielfältigen Gesellschaft.»
Politisches Statement
Die Supermarkt-Kette spielt damit auf die rechtsgerichtete Partei AfD an. Man solle bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg die Warnhinweise beachten und auf Blau verzichten. Diese finden am Sonntag statt.
Die Evolution, so Edeka, habe den Menschen gelehrt, dass Blau «keine gute Wahl» sei. Das Inserat wird abgerundet von einer Empfehlung: «Lasst uns also zu den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg im September die Warnhinweise richtig lesen – und für ein verträgliches Miteinander sorgen.»
Kritik in den sozialen Medien
In den sozialen Medien wird Edeka für die Aktion kritisiert. Unter anderem wird erwähnt, dass Blaukraut und Blaubeeren auf dem Inserat zu sehen seien. Edeka kontert laut Nius.de mit: «Blaukraut und Blaubeeren haben zwar Blau im Namen, aber nicht in den Farbpigmenten. Sagt jedenfalls die Wissenschaft – und auf die solle man bekanntlich hören.»
Ein anderer Nutzer findet: «Wenn Blau ein Warnzeichen der Natur ist, bedeutet dann euer Logo auch Gefahr und kauft nicht bei Edeka, hier gibt es nur Gift.»
Es gibt aber auch Zuspruch. «Wir müssen viel öfter Stellung beziehen, wie Edeka das gerade tut», schreibt ein Nutzer auf X. Oder: «Sorry Rewe, heute muss ich einfach Werbung für Edeka machen.»
Nicht das erste Statement
Edeka hatte sich bereits Anfang Januar mit einem Social-Media-Video gegen Rechtsextremismus in Deutschland positioniert, schreibt «T-Online». In dem kurzen Film sieht man, wie verwunderte Kunden durch einen Supermarkt mit fast leeren Regalen laufen. «Stellen Sie sich einen Supermarkt vor, in dem es nur deutsche Produkte gibt», steht in einem eingeblendeten Text. Das Video wurde vor ein paar Jahren zum ersten Mal veröffentlicht.
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