Basel: «Die SVP ist ein Sauhaufen, mit dem ich nichts zu tun haben will»

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Basel«Die SVP ist ein Sauhaufen, mit dem ich nichts zu tun haben will»

LDP-Grossrat Stephenson bezeichnet die SVP als «Sauhaufen», der «keine Ahnung von Politik» habe, mit dem er nichts zu tun haben will. Die SVP reagierte empört und drohte dem ehemaligen Strafrichter gar mit rechtlichen Schritten.

LDP Grossrat Jeremey Stephenson äussert sich am Dienstag kritisch über die SVP. Mit dem «Sauhaufen», der «keine Ahnung von Politik» hat, will er kein Bündnis eingehen, auch wenn es zu einem weiteren Sitz für die LDP führen würde. 
Nach den Aussagen von Stephenson reagierte Präsident der SVP-Basel Pascal Messerli empört und droht mit «rechtlichen Schritten» gegen den LDP-Politiker vorzugehen.
Im Grossen Rat arbeite die SVP nach eigenen Angaben «super und konstruktiv» für eine bürgerliche Allianz mit der LDP hat es jedoch scheinbar nicht gereicht. 
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LDP Grossrat Jeremey Stephenson äussert sich am Dienstag kritisch über die SVP. Mit dem «Sauhaufen», der «keine Ahnung von Politik» hat, will er kein Bündnis eingehen, auch wenn es zu einem weiteren Sitz für die LDP führen würde. 

Kanton Basel-Stadt/Kostas Maros

Darum gehts

«Wenn ich den Sauhaufen der SVP im Grossen Rat sehe, will ich die Finger davon lassen, nur mit einem von ihnen ein Bündnis zu machen.» Das sagte LDP-Grossrat Jeremy Stephenson am Dienstagabend an der Parteiversammlung der LDP, wie das Onlineportal Bajour berichtet. Wenn es um eine Listenverbindung der Liberal-Demokratischen Partei ginge, zieht er die Grünliberalen, die seiner Meinung nach das «kleinere Übel» seien, den «Rechtsaussenleute» der SVP vor.

Die Schweizerischen Volkspartei sei voll von «Leuten, die keine Ahnung haben von Politik, aber ein riesengrosses Maul.» Nach dieser Aussage droht ihm der Präsident der SVP Basel-Stadt, Pascal Messerli, auf Twitter damit, «rechtliche Schritte» gegen Stephenson einzuleiten. Auch der offizielle Twitteraccount der SVP Basel-Stadt verlangt eine Erklärung dieses «niveaulosen Ausraster» von der LDP und Parteipräsidentin Patricia von Falkenstein.

«Ich war hässig»

«Hässig» sei er gewesen, als er von Stephensons Interview Wind bekommen habe, sagt Messerli gegenüber 20 Minuten. «Dass man uns als Sauhaufen bezeichnet, ist meiner Meinung nach die höchste Form der Diffamierung», sagt Messerli. «Dass man uns ständig in diese extreme rechte Ecke drängt, bin ich langsam leid», fügt er hinzu, «so etwas gerade von der LDP immer wieder zu hören, obwohl sie uns politisch so nahe steht, ist schade». Die SVP Basel-Stadt arbeite konstruktiv im Rahmen des Grossen Rates und hätte sich «auf eine bürgerliche Zusammenarbeit mit der LDP gefreut», obwohl der Entschluss, anstelle der SVP mit der GLP ein Bündnis einzugehen, «keine Überraschung» gewesen sei.

Am Morgen vor der Grossratsitzung habe der Präsident der SVP Basel-Stadt eine Entschuldigung per Mail von Stephenson erhalten. «Ich bin kein nachtragender Mensch, bin aber für ein klärendes Gespräch unter vier Augen offen», sagt Messerli abschliessend. 

«Früher wäre das so nicht passiert»

Patricia von Falkenstein, Präsidentin der LDP, nimmt ihren Parteikollegen in Schutz. «An Parteiversammlungen ist man halt unter sich und darf seine persönliche Meinung ausdrücken», sagt die Nationalrätin auf Anfrage. Seine Äusserung beziehe sich ja auch nicht direkt auf die SVP Basel-Stadt, sondern eher auf die SVP Schweiz «und die sagen Schlimmeres», hängt von Falkenstein an.

Zur Twitter-Beschwerde von Pascal Messerli sagt die Nationalrätin: «Zuerst habe ich auch kurz gezittert, aber dass man da gleich mit rechtlichen Schritten drohen muss, kann ich nicht nachvollziehen.» Diese Reaktion sei in ihren Augen sehr emotional und «früher wäre das so nicht passiert, da hätte man gleich zum Telefon gegriffen oder an der Grossratsitzung miteinander geredet.»  

Stephenson konnte für ein Interview bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht erreicht werden. 

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