Nemo telefoniert nächste Woche mit Beat Jans

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Drittes GeschlechtTermin steht: Nemo wird mit Beat Jans telefonieren

An der Pressekonferenz wünschte sich Nemo nach dem ESC-Sieg ein Telefonat mit Bundesrat Beat Jans, um über die Einführung des dritten Geschlechts zu diskutieren. Der Termin steht nun.

Nemo hat mit «The Code» den ESC gewonnen.
«Es ist inakzeptabel», sagte Nemo an der Pressekonferenz zur Tatsache, dass die Schweiz noch kein drittes Geschlecht kennt.
Im Interview mit dem «Spiegel» verrät Nemo: Nächste Woche wird der Star mit Bundesrat Beat Jans zum Thema telefonieren.
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Nemo hat mit «The Code» den ESC gewonnen.

IMAGO/TT

Darum gehts

  • Nemo wird mit Bundesrat Beat Jans telefonieren, um über die Einführung des dritten Geschlechts in der Schweiz zu diskutieren.

  • Das Gesangstalent verrät im «Spiegel», dass der Termin nächste Woche stattfinden wird.

  • «Ich beschäftigte mich nicht damit», sagt Nemo auf die Frage zu aufkommendem Gegenwind.

591 Punkte erzielte der Schweizer Song im Eurovision Song Contest 2024. Mit «The Code» holt Nemo den grossen Musikwettbewerb im Jahr 2025 in die Schweiz. Termin und Austragungsort sollen erst im Herbst bekannt gegeben werden. Was hingegen feststeht: Nemo wird mit Bundesrat Beat Jans über die Einführung des dritten Geschlechts in der Schweiz telefonieren können. Das verrät Nemo im Interview mit dem «Spiegel».

«Ich habe nächste Woche ein Telefonat mit dem Bundesrat Beat Jans, um darüber zu sprechen – und im Sommer treffe ich mich mit den Organisatorinnen und Organisatoren von We Exist, ich unterstütze sie bei der Kampagne für den dritten Geschlechtseintrag. Wie das politisch genau funktioniert? Ich weiss es noch nicht. Aber ich glaube, dass wir jetzt die Chance haben, diese Diskussion am Laufen zu halten», sagt Nemo.

Keine Angst vor Gegenwind

Damit erfüllt sich ein grosser Wunsch des Bieler Gesangstalents. So war die Antwort auf die Frage an der Medienkonferenz, wen Nemo nach der ESC-Sendung als erstes anrufen wird, nicht etwa die Oma oder eine Freundin, sondern Bundesrat Beat Jans. Nemo wolle mit ihm ein Gespräch vereinbaren – denn es gebe in der Schweiz noch keinen dritten Geschlechtseintrag. «Das finde ich absolut inakzeptabel», so Nemo.

Angst vor Gegenwind habe der Star nicht. «Den gab und gibt es bestimmt, und Kommentare aus der konservativen, rechten Ecke. Aber ich beschäftige mich nicht damit. Ich will Musik machen, nicht Politik.» Ein non-binärer Mensch werde jedoch automatisch zum Politikum, so Nemo weiter.

«Im Grunde möchte ich aber einfach Musik machen. Mein Ziel ist es, dass ich das möglichst bald tun kann, als die Person, die ich bin, in einem Kontext ohne politische Dimension. Und dafür telefoniere ich gerne auch mal mit Bundesräten.»

Ansprache mit falschen Pronomen

Der Star äusserte sich auch auf die Frage, ob ihn eine Ansprache mit Pronomen störe. So ist das während dem ESC einige Male den Moderatorinnen und Moderatoren herausgerutscht. «Nein. Niemand, der so was unabsichtlich macht, hat einen Shitstorm verdient – das kann sonst kontraproduktiv sein. Es ist wichtig, Leute auf Pronomen hinzuweisen, weil es Bewusstsein schafft, aber Wut bringt uns nicht weiter. Ich würde den Menschen empfehlen, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten.»

LGBTIQ: Hast du Fragen oder Probleme?

Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

InterAction, Beratung und Information für intergeschlechtliche Menschen

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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