SpaceXElon Musk verliert 40 Satelliten durch Sonnensturm
Das Raumfahrtunternehmen schickte 49 neue Starlink-Satelliten, die einem Grossteil der Erde Internetzugang ermöglichen, in die Umlaufbahn. Der grösste Teil davon wurde von einem Sturm getroffen, aus ihrer Umlaufbahn geworfen und verglüht.
Die Starlink-Satelliten sind regelmässig auch in der Schweiz zu sehen.
20 MinutenDarum gehts
Ein Sonnensturm hat der Raumfahrtfirma SpaceX die Inbetriebnahme Dutzender neuer Satelliten kräftig verhagelt. Bis zu 40 von 49 Kleinsatelliten, die erst vergangene Woche lanciert worden waren, seien durch den Sturm aus der Umlaufbahn gefallen und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht oder im Begriff, so zu enden, teilte das US-Unternehmen von Elon Musk mit.
Am Freitag habe ein geomagnetischer Sturm die Atmosphäre verdichtet, wodurch sich die Zugkraft auf die Starlink-Satelliten verstärkt habe, was ihnen letztlich zum Verhängnis geworden sei. Solche Sonnenstürme entstehen, wenn die Sonne durch eine Eruption besonders viele elektrisch geladene Teilchen in Richtung Erde schleudert, was beträchtliche Störungen zur Folge haben kann.
«Diese Stürme führen dazu, dass die Atmosphäre sich erwärmt und sich die atmosphärische Dichte in unseren niedrigen Einsatzhöhen vergrössert», erklärte SpaceX. Dadurch erhöht sich auch der Luftwiderstand für die Satelliten. SpaceX versuchte die Satelliten zwar durch Manöver vor dem Sonnensturm zu schützen; den meisten Satelliten gelang es aber in der Folge nicht, ihre anvisierte Erdumlaufbahn zu erreichen.
Rettungsversuch gescheitert
Mitarbeiter der Bodenkontrolle versuchten noch, die kompakten, flachen Satelliten zu retten, indem sie sie in eine Art Ruhezustand und in einen Flugmodus versetzten, der die Zugkraft verringern sollte. Doch die atmosphärischen Kräfte waren zu stark. Die Satelliten konnten sich nach SpaceX-Angaben nicht aktivieren und in höhere, stabilere Umlaufbahnen aufsteigen. Getroffen wurden die Satelliten von dem Sonnensturm, als sie sich in einer Übergangsposition befanden. In diese ungewöhnlich niedrige Umlaufbahn schickt SpaceX sie bewusst, damit Blindgänger wieder in die Atmosphäre eintreten und für Raumschiffe keine Gefahr darstellen.
Keine Gefahr
Die Raumfahrtfirma hat noch immer 2000 Starlink-Satelliten, die die Erde umkreisen und abgelegene Ecken der Erde mit Internetdiensten versorgen. SpaceX betonte, dass durch die herabfallenden Satelliten weder in der Umlaufbahn noch auf dem Boden Gefahr bestehe. Jeder Satellit wiegt weniger als 260 Kilogramm.
Den Verlust der Satelliten bezeichnete SpaceX als «einzigartige Situation». Solche geomagnetischen Stürme werden durch intensive Solaraktivitäten wie Sonneneruptionen hervorgerufen, bei denen Plasmaströme aus der Sonnenkorona ins All und in Richtung Erde geschleudert werden können.

Über 2000 Starlink Satelliten hat das Raumfahrtunternehmen SpaceX bereits in die Atmosphäre geschickt.
via REUTERS