Elon Musk: Wie viel Macht bekommt er in Trumps Weissem Haus?

Publiziert

WashingtonWie mächtig wird Elon Musk in Trumps Weissem Haus?

Elon Musk hat im Wahlkampf sein ganzes Gewicht für Donald Trump in die Waagschale geworfen – und wurde zu seinem engen Vertrauten. Die Nähe wirft viele Fragen zu Interessenkonflikten auf.

Eine Kostprobe gab es schon am ersten Tag nach der Präsidentenwahl: Musk war beim Telefonat des designierten US-Präsidenten mit dem ukrainischen Staatschef Wolodimir Selenski dabei.
Der Nachrichtensender CNN berichtete, Musk sei seit der Wahl nahezu jeden Tag in Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida gesehen worden.
Tatsächlich hat sich Musk in den vergangenen Monaten fest mit Trumps innerem Kreis verwoben.
1 / 3

Eine Kostprobe gab es schon am ersten Tag nach der Präsidentenwahl: Musk war beim Telefonat des designierten US-Präsidenten mit dem ukrainischen Staatschef Wolodimir Selenski dabei.

AFP

Darum gehts

  • Elon Musk unterstützte Donald Trump in dessen Wahlkampf.

  • Als Lohn zeichnet sich politischer Einfluss in Trumps Weissem Haus ab.

  • Trump stellte in Aussicht, Musk mit der Senkung der Staatsausgaben zu betrauen.

Tech-Milliardär Elon Musk hat voll auf einen Wahlsieg von Donald Trump gesetzt – und gewonnen. Als Lohn zeichnet sich politischer Einfluss in Trumps Weissem Haus ab. Eine Kostprobe gab es schon am ersten Tag nach der Präsidentenwahl: Musk war beim Telefonat des designierten US-Präsidenten mit dem ukrainischen Staatschef Wolodimir Selenski dabei.

Elon Musk fast täglich bei Trump auf Besuch

Donald Trump stellte in Aussicht, Musk mit der Senkung der Staatsausgaben zu betrauen. Noch hält der 53-Jährige aber keinen Regierungsposten – war aber trotzdem bei dem Telefonat dabei. Das Trump-Team versuchte sich über das «Wall Street Journal» in Schadensbegrenzung: Musks Teilnahme sei nicht geplant gewesen. Er sei einfach nur in den Raum gekommen, als Trump und Selenski gesprochen hätten. Das wirft eine neue Frage auf: Kann der reichste Mensch der Welt einfach so beim bald wieder mächtigsten Mann der Welt hereinspazieren?

Der Nachrichtensender CNN berichtete, Musk sei seit der Wahl nahezu jeden Tag in Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida gesehen worden. Dort gebe er auch seine Empfehlungen zur Besetzung von Posten ab.

Lachender Musk in Trump-Familienfoto

Tatsächlich hat sich Musk in den vergangenen Monaten fest mit Trumps innerem Kreis verwoben. So weit, dass er mit einem seiner Söhne im Arm auf einem Familienfoto der Trumps nach dem Wahlsieg zu sehen ist. Der Tech-Titan hat viel getan, um sich diesen Platz zu verdienen. Allein bis Mitte Oktober steckte er rund 120 Millionen Dollar in den Wahlkampf des Ex-Präsidenten, vor allem im potenziell entscheidenden Bundesstaat Pennsylvania.

Was denkst du, erhofft sich Musk von Trump?

Zudem überflutete er seine mehr als 200 Millionen Follower und Followerinnen bei der ihm gehörenden Online-Plattform X Tag für Tag mit Aufrufen, für Trump zu stimmen, sowie vernichtender Kritik an der demokratischen Gegenkandidatin Kamala Harris. Ganz besonders ritt Musk auf dem Reizthema Einwanderung herum. So verbreitete er die falsche Behauptung, die Demokraten liessen Migranten einfliegen, um die Wahl zu drehen.

Dreht Musk gewissen Behörden den Geldhahn zu?

Aber in welche Richtung könnte Musk Trumps Politik lenken? Und wie können die Interessen seiner vielen Unternehmen da reinspielen? Schliesslich würde Trump mit Musk jemandem die Kontrolle über Regierungsausgaben überlassen, der sich ständig lautstark über Regulierungshürden beklagt.

Was wäre, wenn Musk Behörden, über die er sich ärgert, den Geldhahn zudreht? Als er Twitter übernahm, feuerte er einfach die Hälfte der Belegschaft. Könnte dem Regierungsapparat eine ähnliche Rosskur bevorstehen, wenn er bei seiner üblichen Vorgehensweise bleibt?

Musk ist nicht nur Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla und Besitzer der inzwischen von Twitter in X umbenannten Online-Plattform. Er führt unter anderem auch die Raumfahrtfirma SpaceX. Damit hängen USA bereits von ihm ab: Nur SpaceX hat die Raketen-Kapazität, um in grossem Stil amerikanische Satelliten und Astronauten in die Umlaufbahn zu bringen.

Weltraum-Rivalität der Milliardäre

Musk ist nicht nur Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla und Besitzer der inzwischen von Twitter in X umbenannten Online-Plattform. Er führt unter anderem auch die Raumfahrtfirma SpaceX. Damit hängen die USA bereits von ihm ab: Nur SpaceX hat die Raketen-Kapazität, um in grossem Stil amerikanische Satelliten und Astronauten in die Umlaufbahn zu bringen.

Für SpaceX ist das ein Milliarden-Geschäft. Und das Debakel des Konkurrenten Boeing, dessen neue Weltraum-Kapsel der Nasa zu unsicher schien, um damit Astronauten von der Weltraumstation ISS zurückfliegen zu lassen, zementierte diese Dominanz nur noch.

Allerdings gibt es einen anderen Tech-Milliardär, der der US-Regierung eine Alternative zu SpaceX bieten will: Amazon-Gründer Jeff Bezos. Seine Raumfahrt-Firma Blue Origin entwickelt ebenfalls Raketen – und plant auch Konkurrenz zu Starlink mit dem Satelliten-System Kuiper.

Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?

Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.

Deine Meinung zählt

57 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen