Eure MeinungDumpingpreise: «Schweizer Firmen verlangen zu viel»
Die Handwerksbranche leidet unter tiefen Preisen und Dumpingangeboten. Die Community diskutiert kontrovers über mögliche Gründe.
Darum gehts
Dumpingpreise machen Schweizer Handwerkern immer mehr Sorgen.
Kleine Betriebe leiden besonders unter dem Preisdruck und der sinkenden Qualität.
Die Leserschaft kommentiert eifrig und ist sich uneinig.
Während einige User und Userinnen das Schweizer Handwerk verteidigen, kritisieren andere hohe Margen und überteuerte Materialkosten.
Die Schweizer Handwerksbranche steht unter Druck: Dumpingpreise und Schwarzarbeit setzen vielen Betrieben zu, besonders den kleineren. Mehr zu dem Thema liest du hier im Originalartikel. Die Community ist sich uneinig, wer wirklich Schuld am Preisdruck trägt und diskutiert intensiv. Wir haben die Meinungen für dich zusammengefasst.
«Billig ist eben nicht immer gut!»
Mehrere Leserinnen und Leser betonen, dass Qualität ihren Preis hat und Dumpingangebote langfristig eher schaden. User nini100 etwa schreibt: «Billig ist eben nicht immer gut! Wir verlassen uns nach dem Hausbau nur noch auf Schweizer Handwerker. Das hat seinen Preis, aber auch die entsprechende gute Qualität.» Auch CordonoBleu ist dieser Meinung: «Wer sich ein Haus leisten kann, der kann sich auch nötige Anschaffungen leisten, mit Schweizer Handwerksbetrieben. Alles andere ist nicht vertretbar.»
Hausmeister warnt: «Wenn Unternehmen Preise anbieten, die unter den effektiven Kosten liegen, dann werden sie irgendwann nicht mehr existieren. Und wenn man mit den Preisen so tief geht, dann kann man auch keine Löhne zahlen, mit denen man das Leben finanzieren kann.» Achilles. bringt es auf den Punkt: «Dumping-Löhne machen unser Leben kaputt.»
«Gegen Dumpingpreise kann man wenig unternehmen. Was man aber tun kann, ist gegen Schwarzarbeit Kontrollen durchzuführen.»
«Schweizer Firmen verlangen zu viel»
Doch nicht alle sehen das so. User Hardliner argumentiert etwa: «Ich habe schon genug teure Firmen gesehen, die schlechte Arbeit machen. Günstig heisst nicht schlecht, sondern okay für beide Seiten. Schweizer denken, nur weil es teuer ist, sei es besser – das stimmt nicht im Geringsten.»
Einige User wie ule. sehen das Problem eher bei den überhöhten Schweizer Preisen: «Die Firmen in der Schweiz haben sich daran gewöhnt, viel zu verlangen und sie haben extrem gute Margen. Wenn man für weniger arbeitet, haben die Schweizer Firmen weniger Aufträge – und das ist jetzt das Problem.» Auch TomHugen kritisiert die Preisgestaltung: «Ich glaube, die Handwerkerzunft in der Schweiz hat sich in den letzten zehn Jahren einfach nur unverschämt bereichert.»
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Einige User sind der Meinung, dass Schweizer Firmer einfach zu viel verlangen.
UnsplashZu hohe Materialkosten?
Auch die Materialkosten sind ein Kritikpunkt. Meinungsfreiheit64 kritisiert: «Das Grundproblem liegt in vielerlei Hinsicht an den überteuerten Materialkosten.» Repter fordert deshalb: Es müssten mal die Importeure der Materialien und Geräte unter die Lupe genommen werden. Warum kann dasselbe Gerät hier zwei Mal mehr kosten als in der EU? Hier verdienen andere sich eine goldene Nase und das Schweizer Handwerk muss es ausbaden.»
Ein grosses Ärgernis sind für viele auch die Zusatzkosten. Leser kitty_d meint: «Ich bin total dafür, dass für Arbeit, die in der Schweiz geleistet wird, auch Schweizer Stundensätze gezahlt werden. Allerdings finde ich, dass die Verrechnung der Anfahrtswege und Fahrzeuge so nicht geht. Das ist absurd!»
Wie stehst du zu den Dumpingpreisen im Handwerk?
Handlungsforderung
Andere Userinnen und User sehen die Herausforderung vor allem in der Schwarzarbeit. Leser justplus erklärt aus eigener Erfahrung: «Als Selbstständiger, der alles sauber bezahlt und verrechnet, kann ich keine Dumpingpreise anbieten. Nur schon die SVA- und Pensionskassenbeiträge könnte ich gar nicht bezahlen.»
Für reisender liegt die Lösung in strengeren Kontrollen: «Ein erster Schritt wäre, dass ein Firmengründer mindestens einen Lehrabschluss auf diesem Fachgebiet hat. Bei Einzelfirmen wie AG sollten zudem alle vier Jahre die Sozialversicherungen kontrolliert werden.»
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