Euro 24Italiener verbreiten Falschaussage: Attacken auf Nati-Star
Kurz vor dem EM-Achtelfinal gegen Italien sorgt eine verzerrte Aussage von Nati-Star Remo Freuler für Empörung. Der 32-Jährige stellt die Dinge klar.
Darum gehts
Die Schweizer Nati spielt im EM-Achtelfinal gegen Italien und will ins Viertelfinale einziehen.
Italienische Medien verdrehen ein Zitat von Nati-Star Remo Freuler, was zu Hasskommentaren führt.
Freuler und seine Frau betonen ihre Liebe zu Italien und kritisieren die respektlosen Angriffe.
Am Samstag spielt die Schweizer Nati gegen Italien im EM-Achtelfinal. Dann will das Team von Murat Yakin die Überraschung schaffen und wie bei der letzten EM in den Viertelfinal einziehen. Wie emotional das Spiel gegen unser Nachbarland werden kann, zeigt eine aktuelle Episode.
So heizen die Italiener das Duell mit Falschaussagen auf. Mehrere italienischen Medien berichten über die Medienkonferenz von Remo Freuler am Mittwoch. Die Schlagzeile: «Die Azzurri als Favoriten? Wir sind zur Weltmeisterschaft gefahren, sie sind zu Hause geblieben.»
«Komm nicht zurück nach Italien!»
Das Problem: Diese Worte von Freuler, der bis auf ein Jahr Unterbruch in England seit Winter 2016 in Italien spielt, sind völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie vermischen zwei Aussagen des Bologna-Profis. Freuler sagte nämlich sogar zwei Mal klar, dass Italien der Favorit sei. Und zur Niederlage gegen Italien 2021 meinte er: «Wir haben uns seither verbessert und sind an die WM gefahren.»
Dass das Zitat in den italienischen Medien gar nicht stimmt, ist vielen Fans nicht bewusst. Italienische Anhängerinnen und Anhänger wüten deshalb auf dem Instagram-Profil des 32-Jährigen und gehen auf den Nati-Star los. Der Schweizer wird beispielsweise als «Ratte» bezeichnet. Auch wird er aufgefordert: «Komm nicht zurück nach Italien!» Nur zwei Beispiele von vielen unflätigen Kommentaren.
Remo Freuler reagiert mit emotionalem Statement
Freuler selbst reagiert mit einem langen Statement auf den Online-Hass. «Ich möchte eine fehlinterpretierte und zum Teil falsch wiedergegebene Aussage von mir aufklären», beginnt er. In der Pressekonferenz sei er gefragt, was sie aus der 0:3-Niederlage in Rom gegen Italien 2021 gelernt hätten. «Ich habe geantwortet, dass wir viel gelernt haben und dann in der Qualifikation zweimal gegen Italien unentschieden gespielt haben, um uns im Gegensatz zu Italien für die WM zu qualifizieren.»
Gewinnt die Nati gegen Italien?
Freuler: «Ich möchte betonen, dass es nie meine Absicht war, die Azzuri-Nationalmannschaft zu provozieren oder sich über sie lustig zu machen.» Er habe grossen Respekt vor dem, was Italien in der Vergangenheit geleistet habe und «was Italien heute leistet.» Er liebe das Land. «Für mich, meine Frau und meine ganze Familie ist Italien zu einer zweiten Heimat geworden.»
Auch seine Frau Kristina Freuler unterstützt ihren Mann. «All diese Kommentare gegen meinen Mann sind einfach lächerlich und so primitiv», schreibt sie. Es scheine, als hätten alle Leute hier mit diesen Kommentaren nie Respekt zu Hause gelernt. «Italien ist unsere zweite Heimat, wir lieben die Menschen, das Land und das Leben dort. Also seid nicht so respektlos.»

Komm zum Public Viewing von 20 Minuten im Fifa Museum
Beim Fifa Museum Public Viewing, präsentiert von 20 Minuten, seid ihr hautnah dabei, wenn in Deutschland um den EM-Titel gekämpft wird. Am Sonntag steht der Final an – leider ohne die Nati. Beim Fifa Museum Public Viewing, präsentiert von 20 Minuten, könnt ihr diesen natürlich trotzdem schauen – und das zusammen mit Experten. So wird dann nebst Pascal Zuberbühler auch Alain Sutter zu Gast sein. Alle Infos zum Public Viewing bekommt ihr hier.