Finnland stoppt Öltanker: Verbindung zu Putins Schattenflotte?

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Mutmassliche SabotageFinnland entert Öl-Tanker: Gehört er zu Putins Schattenflotte?

Finnland hat den Öl-Tanker Eagle S in seinen Gewässern gestoppt. Der Verdacht: Sabotage an Unterseekabeln und eine Verbindung zu Russlands Schattenflotte.

Die finnische Küstenwache hat den Öl-Tanker Eagle S beschlagnahmt.
Es wird vermutet, dass er zur russischen Schattenflotte gehört und Unterseekabel sabotiert hat.
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Die finnische Küstenwache hat den Öl-Tanker Eagle S beschlagnahmt.

Finnische Küstenwache

Darum gehts

  • Finnland hat den Öl-Tanker Eagle S in seinen Gewässern beschlagnahmt.

  • Der Tanker steht im Verdacht, Unterseekabel beschädigt zu haben.

  • Es wird vermutet, dass das Schiff zur russischen Schattenflotte gehört.

Die finnischen Behörden haben am Donnerstag den Öl-Tanker Eagle S in finnischen Gewässern beschlagnahmt. Das Schiff steht unter Verdacht, an der Zerstörung wichtiger Unterseekabel beteiligt gewesen zu sein. Die Polizei bestätigte, dass der Tanker, der unter der Flagge der Cook-Inseln registriert ist, auf dem Weg vom russischen St. Petersburg nach Port Said in Ägypten war, als er angehalten wurde.

Es besteht der Verdacht, dass das Schiff Teil der sogenannten Schattenflotte Russlands ist, die westliche Sanktionen umgehen soll.

Öl-Tanker bleibt in finnischen Gewässern

Am Mittwoch wurde das Stromkabel Estlink 2, das Finnland und Estland verbindet, durchtrennt. Zusätzlich wurden vier weitere Datenkabel beschädigt. Die finnische Polizei stuft die Vorfälle als «schwere Sachbeschädigung» ein. Ermittlungen prüfen, ob der Anker der Eagle S die Schäden verursacht hat. Der Tanker bleibt vorerst in finnischen Gewässern.

«Das muss gestoppt werden»

Laut Sami Rakshit, Leiter der finnischen Zollbehörde, gibt es Hinweise darauf, dass das Schiff zur russischen Schattenflotte gehört. Diese Flotte wird eingesetzt, um westliche Sanktionen zu umgehen. «Wir gehen davon aus, dass dieses Schiff Teil der Schattenflotte ist», sagte Rakshit in einer Medienkonferenz.

Finnlands Premierminister Petteri Orpo betonte, dass die Vorfälle die Verwundbarkeit der Ostseeregion verdeutlichen. «Die Schattenflotte bringt Geld in Russlands Kriegskasse. Das muss gestoppt werden», erklärte Orpo. Er bestätigte, dass Finnland bereits mit Estland, Schweden und anderen Nato-Staaten über den Vorfall spricht.

Schattenflotte: Nato-Generalsekretär sichert Unterstützung zu

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, lobte Finnlands rasches Handeln und kündigte an, den Schutz der kritischen Infrastruktur in der EU zu verstärken. Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte verurteilte die möglichen Angriffe auf die Infrastruktur und sicherte Unterstützung zu: «Wir stehen bereit, weiteren Beistand zu leisten.»

Nato-Generalsekretär Mark Rutte: «Wir stehen bereit, weiteren Beistand zu leisten.»

Nato-Generalsekretär Mark Rutte: «Wir stehen bereit, weiteren Beistand zu leisten.»

IMAGO/SOPA Images

Die Schattenflotte besteht aus Tankern, die meist unter Flaggen anderer Länder fahren, um russisches Öl trotz westlicher Sanktionen zu exportieren. Nach Angaben der Kyiv School of Economics transportieren diese Schiffe etwa 70 Prozent des russischen Öls. Die Flotte wird für wirtschaftliche Zwecke genutzt, doch ein gezielter Einsatz zur Sabotage europäischer Infrastruktur wäre ein beispielloser Schritt.

Serie von Beschädigungen

Die Durchtrennung des Estlink-2-Kabels hatte laut estnischen Behörden keine direkten Auswirkungen auf die Stromversorgung. Kommunikationsverbindungen zwischen dem finnischen Helsinki und dem deutschen Rostock waren jedoch betroffen. Das Unternehmen Cinia, dem das Kabel gehört, erklärte, die Reparaturen könnten mehrere Wochen dauern.

Der Vorfall ist Teil einer Serie von Beschädigungen von Unterseekabeln in der Ostsee. Zuletzt wurden im Oktober zwei Glasfaserkabel zwischen Finnland, Deutschland, Litauen und Schweden beschädigt. Ermittlungen prüfen, ob die Angriffe vorsätzlich erfolgten. Russische Schiffe wurden in der Nähe von kritischer Infrastruktur gesichtet.

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