FrankreichÉmile (2) tot: Grosseltern nach Telefonüberwachung festgenommen
Vor bald zwei Jahren verschwand der zweijährige Émile aus Le Vernet. Nun kam es zu vier Festnahmen, darunter sind die Grosseltern des Buben.
Darum gehts
Der zweijährige Émile verschwand 2023 in Le Vernet, ein Jahr später wurden sterbliche Überreste von ihm entdeckt.
Nun kam es zur Festnahme von vier Personen, darunter die Grosseltern, bei denen sich der Bub zum Zeitpunkt seines Verschwindens aufhielt.
Vor wenigen Tagen wurden Blutspuren auf einem Blumentopf untersucht.
Am 8. Juli 2023 ist der zweijährige Émile im Ort Le Vernet (Alpes-de-Haute-Provence) verschwunden. Rund ein Jahr später wurden Knochen von ihm entdeckt. Nachdem vor wenigen Tagen ein Blumentopf genauer untersucht wurde, kam es am Dienstag zu Festnahmen, wie BFMTV berichtet. Gemäss Quellen gebe es aber keinen Zusammenhang zwischen den Festnahmen und den Spuren auf dem Blumentopf.
Vier Personen, darunter die Grosseltern mütterlicherseits des kleinen Émile, wurden laut der Staatsanwaltschaft in Polizeigewahrsam genommen. Ihnen wird «vorsätzliche Tötung» sowie «Verheimlichung einer Leiche» vorgeworfen. Bei den anderen beiden Personen soll es sich um zwei erwachsene Kinder der Grosseltern handeln. «Diese Festnahmen sind Teil einer Phase der Überprüfung und des Vergleichs der Elemente und Informationen, die im Rahmen der in den letzten Monaten durchgeführten Ermittlungen gesammelt wurden», zitiert BFMTV die Staatsanwaltschaft.
Die Spuren
Laut «Le Parisien» waren es insbesondere abgehörte Telefongespräche, die zu den Festnahmen führten. Die Stimmung innerhalb der Familie soll angespannt gewesen sein. Angesprochen wird die Beziehung zwischen Émiles Eltern sowie dessen Grosseltern, bei denen der Bub zum Zeitpunkt seines Verschwindens war.
Schon in den ersten Tagen der Ermittlungen fiel ein Verdacht auf Émiles Grossvater. Der 59-Jährige wird als «autoritärer Patriarch» beschrieben, dessen Charakter ihn immer wieder mit Bewohnern des Weilers in Konflikt brachte. Er soll auf eine strenge Erziehung gesetzt haben. «Man hält mich für einen dominanten Menschen, der alle tyrannisiert. Das ist alles falsch, aber es ist mir egal», erklärte er im vergangenen September gegenüber «Famille chrétienne».
Der Blumentopf
Am Freitag hat die französische Polizei einen «imposanten» Blumentopf in der Nähe einer Kapelle von Haut-Vernet, dem Dorf, aus dem der Bub am 8. Juli 2023 verschwand, beschlagnahmt. Das berichtet der Sender BFMTV. Es handle sich um «einen Blumenkasten, 60 mal 80 Zentimeter gross», der vor einem Eingang platziert worden sei, um Fahrzeuge daran zu hindern, auf den an das Gotteshaus angrenzenden Friedhof zu fahren.
Laut RTL leerte die Polizei einen Rosenbusch und brachte den Blumentopf zur Untersuchung ins Kriminalforschungsinstitut der Gendarmerie in Pontoise. Ein Insider im Fall verriet gegenüber dem Portal, dass die Ermittler vergangenen Monat einen anonymen Brief erhalten hatten.
Es ist immer noch völlig unklar, was mit Émile passiert ist. Acht Monate nach seinem mysteriösen Verschwinden fand ein Wanderer die sterblichen Überreste des Buben am 30. März 2024 an einem schwer zugänglichen Ort rund zwei Kilometer von Haut-Vernet entfernt. Das Gebiet kann nur zu Fuss erreicht werden.
«Menschlicher Eingriff sehr wahrscheinlich»
War Émile versehentlich gestürzt, war es fahrlässige Tötung oder Mord? Die Ermittler vermuten allerdings, dass eine dritte Partei mit dem Tod des Kindes zu tun haben könnte. Seit mehreren Wochen geht die Hypothese um, dass der kleine Émile nicht allein im Weiler Haut-Vernet verschwunden sein kann.
«Es gibt praktisch keinen Zweifel mehr über einen möglichen Täter. Hat dieser dem Kind absichtlich oder unabsichtlich Schaden zugefügt? Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Aber die Möglichkeit eines menschlichen Eingriffs ist mittlerweile sehr wahrscheinlich», sagte eine mit dem Fall vertraute Quelle gegenüber BFMTV.
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29
Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch
Lifewith.ch, für betroffene Geschwister
Verein Familientrauerbegleitung.ch
Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
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