GazaSexsklavin (21) nach zehn Jahren aus den Fängen des IS befreit
Nach ihrer Entführung aus dem Irak musste die damals Elfjährige einen IS-Kämpfer heiraten und wurde später nach Gaza gelockt. Nun kann sie wieder in die Freiheit zurückkehren.
Die 21-Jährige ist nach zehn Jahren endlich frei.
X/andebetayallaDarum gehts
Nach über zehn Jahren kann eine Jesidin aus dem Irak wieder zu ihrer Familie zurückkehren.
M. wurde als Elfjährige entführt und anschliessend zwangsverheiratet.
Danach soll sie über mehrere Jahre immer wieder misshandelt worden sein.
Vor über zehn Jahren begann der Leidensweg einer damals elfjährigen Jesidin im Irak: Als der IS die Region Sinjar 2014 überfiel, wurde M. wie Tausende andere Mitglieder der kurdischsprachigen Minderheit (siehe Infobox) entführt. Anschliessend wurde das Mädchen zu einer Heirat mit einem palästinensischen IS-Kämpfer gezwungen, wie die «Jerusalem Post» berichtet. Im syrischen Bürgerkrieg wurden Tausende jesidische Frauen und Mädchen vom IS entführt und als Sexsklavinnen misshandelt.
Dieser soll sie anschliessend in den Gazastreifen verschleppt haben, wo das Mädchen von seiner Familie über Jahre hinweg misshandelt und gefangen gehalten wurde. Nun konnte sie aber das Gebiet laut diversen israelischen Medienberichten endlich verlassen und ist auf dem Weg zu ihrer Familie. Sie werde derzeit in einer medizinischen Einrichtung in der Region behandelt und soll schon bald wieder mit ihrer Familie vereint werden.
«Der jüdische Schindler»
Vor der erfolgreichen Befreiung scheiterten zahlreiche Versuche, und auch jetzt waren zähe bürokratische und diplomatische Verhandlungen notwendig, wie Steve Maman berichtet. Der Geschäftsmann spielte bei der Befreiung von M. eine entscheidende Rolle.
In Israel hat Maman aufgrund seiner Rettungsaktionen für jesidische Frauen bereits den Beinamen «der jüdische Schindler» verpasst bekommen. Im Interview mit der israelischen Zeitung beschreibt er die Befreiung von M. als eine der schwierigsten Missionen, die er je unternommen habe. «Es war schmerzhaft und ermüdend, aber dieser Erfolg heilt die Wunden», sagte Maman. Er hätte in dieser Situation «jeden Menschen gleichermassen unterstützt – ungeachtet der Religion».
Noch immer über 100 verschleppte Jesiden
Er freue sich zwar über die Befreiung von M., wolle aber auch daran erinnern, dass noch immer mehr als 100 Jesiden in ähnlich verzweifelten Situationen in Gaza gefangen gehalten würden. «Ich werde weiterhin alles tun, um auch sie nach Hause zu bringen», so Maman.
Jesiden im Irak
Der Islamische Staat entführte bei seinem Vorstoss im Irak im Jahre 2014 über 6000 Jesidinnen und Jesiden, wovon die Hälfte Kinder gewesen sein sollen.
Der IS betrachtete die Jesiden als «Ungläubige» oder «Teufelsanbeter», weil die Jesiden keine der monotheistischen Religionen wie Islam, Christentum oder Judentum praktizieren.
Tausende von jesidischen Frauen und Mädchen wurden von den IS-Kämpfern als Sexsklavinnen gefangen genommen, während viele der entführten Buben zu Kindersoldaten und Terroristen ausgebildet wurden.
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