Heiratsstrafe soll abgeschafft werden: Das sagt die Community

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Eure Meinung«Heiratsstrafe bis 2034? Das ist lächerlich»

Die «Heiratsstrafe» soll gemäss Karin Keller-Sutter abgeschafft werden. Dies sieht die Mehrheit der Community positiv. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Der Bundesrat möchte die sogenannte «Heiratsstrafe» abschaffen.
Wenn in einer Ehe beide arbeiten, zahlen sie heute mehr Steuern, als wenn sie unverheiratet wären.
Neu sollen beide Ehepartner je eine Steuererklärung ausfüllen und einen individuellen Tarif bezahlen.
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Der Bundesrat möchte die sogenannte «Heiratsstrafe» abschaffen.

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Darum gehts

  • Arbeiten in einer Ehe beide, zahlen sie mehr Steuern, als wenn sie unverheiratet wären.

  • Der Bundesrat möchte dies nun ändern.

  • Die Community findet das mehrheitlich gut.

  • Wir haben die Kommentarspalte für euch zusammengefasst.

Doppelverdiener, die verheiratet sind, zahlen mehr Steuern, als wenn sie den Bund der Ehe nicht eingegangen wären. Diese «Heiratsstrafe» ist verfassungswidrig und soll abgeschafft werden.

Neu sollen beide Ehepartner je eine Steuererklärung ausfüllen und einen individuellen Tarif bezahlen. Dieser soll tiefer sein als der heutige.

«Die Heiratsstrafe könnte auch schneller abgeschafft werden»

Die Leserschaft heisst die Änderung mehrheitlich gut. Was in der Kommentarspalte jedoch rege kritisiert wurde, ist die lange Dauer, bis die Steueranpassung in Kraft treten wird. Wie Bundesrätin Karin Keller-Sutter bekannt gab, soll dies frühestens 2034 der Fall sein.

Das erzürnt zum Beispiel User Überlegedochmauächli: «Wir werden also noch ein weiteres Jahrzehnt geschröpft?! Es dauert ein halbes Jahrhundert, bis ein Bundesgerichtsentscheid umgesetzt wird? Die Schweiz, insbesondere unsere Kantone, werden immer lächerlicher.»

«Jede Familie soll selbst entscheiden»

Zahlreiche Leserinnen und Leser haben Vorschläge, wie die steuerliche Änderung einfacher und schneller umgesetzt werden könnte. «Man kann auch alles so belassen und nur die Zahlen ändern, dass man mehr abzieht, wie bei den Kindern. Und den Tarif höher oder tiefer ansetzen, damit es für Verheiratete keine Strafe mehr ist. Somit wären all die Jahre zur Umsetzung gespart», schreibt User senkoo123.

20min/Taddeo Cerletti

User Mike12345 hat einen anderen Lösungsansatz: «Ich bin dafür, dass jede Familie selbst entscheiden soll, ob sie getrennt besteuert wird oder ob sie es so lassen wollen, wie es jetzt ist.» Dem widerspricht User Ro ger vehement: «Genau. Und dann möglichst noch mit jeder Veranlagung neu entscheiden dürfen? Und dies soll für weniger Bürokratie sorgen?» Er fordert: «Jede Person soll unabhängig von ihrem Zivilstand individuell besteuert werden und gut ist. Keine ‹Fünfer und Weggli›-Lösung.»

«Alles durch zwei teilen»

Auch User swissness@ hat einen Lösungsvorschlag: «Man kann die Heiratsstrafe doch viel einfacher mildern: eine Steuererklärung wie bisher, das Ganze durch zwei teilen und dann separat besteuern. So wird die Progression für die besser Verdienenden ausgebremst und die Ehepartner mit dem kleineren Einkommen werden zwar relativ zu stark belastet, aber insgesamt ist das mit kleinem Aufwand eine deutliche Verbesserung der unbefriedigenden Situation.»

Spielt die Steuersituation bei deinem Entscheid zu heiraten eine Rolle?

User zes stimmt dem zu und schreibt, dass sie grundsätzlich wenig von der geplanten Änderung hält: «Am Schluss arbeiten beide, die Kinder müssen fremdbetreut werden und die Familie hat erst noch weniger Geld. Ausserdem, wie ist es dann mit der Krankenkassenverbilligung? Da ich als Hausfrau und Mutter ja keinen Lohn habe, müsste ich ja auch da individuell beurteilt werden. Ich finde es schade, dass die Schweiz die traditionelle Familie abschaffen will.»

«Wir heiraten einfach nicht»

User Nimia ist direkt von der Heiratsstrafe betroffen: «Mein Lebenspartner und ich lassen uns nicht bestrafen! Wir heiraten einfach nicht. Und auch bei der AHV gibt es mehr als für Verheiratete. So ist das eben. Traurig, aber wahr!» Und auch User caramb hat Betroffene im Umfeld: «Ich kenne ein älteres Paar, die haben sich scheiden lassen, sind immer noch ein Paar und wohnen in derselben Wohnung. So erhalten sie mehr AHV und bezahlen weniger Steuern. Das kann es doch nicht sein.»

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