BernIn dieser Werkstatt kannst du deinen eigenen Sarg bauen
Das Projekt «Heitere Sarg» will Menschen den Zugang zum Thema Tod erleichtern. Jeden Montag steht die Werkstatt offen – für Leute, die gemeinsam Särge bauen wollen.
Darum gehts
In der Freizeitwerkstatt im Berner Tscharnergut bauen Freiwillige Särge – und setzen sich mit dem Tod auseinander.
Das Projekt «Heitere Sarg» will den Umgang mit dem Thema durch die Arbeit am Sarg erleichtern.
Mitmachen können alle, egal, ob man seinen eigenen Sarg bauen oder einfach mit anpacken will.
Jeden Montag wird in der Freizeitwerkstatt im Berner Tscharnergut gehämmert, gesägt und geschliffen. Wer gerne einmal einen Sarg zusammenbauen möchte, kann dies im Rahmen des Projekts «Heitere Sarg» tun. Alle Menschen sind willkommen und jeder kann mithelfen, denn: «Es gibt nichts Inklusiveres als den Tod. Da sind wir alle gleich», sagt Co-Leiterin Andrea Suter.
Andrea Suter und Hannes Hergarten geben zusammen mit ihrem Team Menschen die Möglichkeit, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. «Viele sagen, es sei ihnen egal, was mit ihnen passiert, wenn sie tot sind. Das ist sehr schade. Ich fände es viel schöner, wenn ich selber planen könnte, in was für einem Sarg, an welchem Ort und in Gesellschaft welcher Leute ich ein letztes Mal gefeiert werde», sagt Hergarten im Gespräch mit 20 Minuten.
Heiter und Tod – passt das?
«Heitere Sarg» baut Särge, organisiert und begleitet aber auch Trauerfeiern. «Wir fangen an beim Sarg und enden mit einer heiteren Feier. Denn der Tod kann auch eine Erlösung sein. Ich finde es eine schöne Vorstellung, nach meinem Tod nochmals gefeiert zu werden», so Hergarten.

Bei der Sargproduktion kann jeder mitmachen – egal, ob man schon Erfahrung mit dem Handwerk hat oder nicht.
20min/yamDie Leute, die bei dem Projekt mitmachen, leisten Freiwilligenarbeit. «Sie haben alle die unterschiedlichsten Hintergründe, sind aber hier, weil sie eine Affinität für die Thematik haben», erklärt Suter. «Es kann den Menschen eine gewisse Zugehörigkeit und Struktur in den Alltag geben.» Grundsätzlich sei das Ziel, inklusives Schaffen, Kultur und Soziales mit einem kreativen, heiteren Ansatz zu verbinden.
Alle dürfen mitmachen
Das Ziel sei, die Särge an Bestattungsunternehmen weiter zu vermitteln. Es seien aber auch schon Anfragen eingetroffen von Personen, die gerne selber ihre letzte Ruhestätte bauen wollen.
Wer bei dem Projekt mitmachen will, kann einfach in der Werkstatt vorbeischauen. «Zuerst essen wir zusammen zu Mittag, um einander kennen zu lernen. So findet man am besten heraus, wo und wie man jemanden in der Werkstatt einsetzen kann», meint Hergarten. Danach geht es darum, was die Person für ein Ziel hat, ob sie den eigenen Sarg bauen oder einfach mit anpacken will. In der Werkstatt sind dann auch Personen, die sich im Handwerk gut auskennen und den anderen erklären können, wie was zu tun ist.
Würdest du gerne deinen eigenen Sarg bauen?
Doch macht das Bauen eines Sarges den Umgang mit dem Tod wirklich leichter? «Ja», sagt Hergarten, «entweder man unterdrückt das Wissen, eines Tages sterben zu müssen, oder man setzt sich aktiv mit dem Thema auseinander. Wenn man das in der Gruppe tut, fühlt man sich nicht mehr so alleine damit. Über seine Ängste zu sprechen, kann helfen.»
Laut Suter steckt das Projekt derzeit aber noch in den Kinderschuhen. «Wir bieten die Särge erst seit Anfang November zum Verkauf an.» Die beiden sind sich aber sicher, dass immer mehr Mitwirkende den Weg zu ihnen in die Werkstatt finden werden. «Wir fänden es schön, wenn Leute den Mut hätten, bei uns einen Sarg zu kaufen», sagt Hergarten. Er selber wisse schon genau, welchen Sarg er dann gerne hätte und auch Suter hat ihre Präferenz.
Aktivier jetzt den Bern-Push!
Nur mit dem Bern-Push von 20 Minuten bekommst du die aktuellsten News aus der Region Bern, Freiburg, Solothurn und Wallis blitzschnell auf dein Handy geliefert.
Und so gehts: In der 20-Minuten-App tippst du rechts oben auf «Cockpit» (drei Striche mit Kreis). Dort auf «Mitteilungen» und dann «Weiter». Dann markierst du bei den Regionen «Bern», tippst noch einmal «Weiter» und dann «Bestätigen». Voilà!
Wir sind auch auf Instagram. Folg uns für Posts, Storys und Gewinnspiele aus der Region – und schick uns deine Bilder und Inputs: 20 Minuten Region Bern.
Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?
Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.