Corona-ImmunisierungImpfstoff bringt Herstellern Milliarden ein – und Preise könnten weiter steigen
Die Pharmahersteller versprachen, anhand der Einnahmen mit der Covid-Vakzine keine grossen Profite zu machen. Doch nehmen sie mit den Impfstoffen Milliarden ein.
Darum gehts
Pharmakonzerne wollten eigentlich kein Profit aus den Covid-Vakzinen schlagen.
Die Hersteller erwarten aber für 2021 grosse Erlöse.
Die Preise für die Impfstoffe könnten sie gar erhöhen.
Der Umsatz mit den Corona-Impfstoffen ist bei den Herstellern durch die Decke gegangen. Das US-amerikanische Unternehmen Moderna erwartet dieses Jahr Erlöse von 19.2 Milliarden US-Dollar. Pfizer, welches ebenfalls seinen Hauptsitz in den USA hat, rechnet mit 26 Milliarden US-Dollar. Covid-Partner Biontech erwartet 15 Milliarden US-Dollar Umsatz.
So hat nicht nur der Umsatz bei den Pharmaherstellern zugenommen, auch der Profit steigt enorm an, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. So machte Moderna im ersten Quartal 1.2 Milliarden US-Dollar Reingewinn – eine Gewinnmarge von 65 Prozent. Laut Finanz-Analystin Sibylle Bischofberger von der Bank Vontobel ist das ein ausserordentlicher Gewinnanteil.
Es gibt aber auch Pharmakonzerne, die versichert haben, keinen grossen Profit mit der Corona-Krise machen zu wollen. Letzten Sommer hiess es bei Pfizer, dass man nur einen «sehr, sehr kleinen Gewinn» mit dem Impfstoff erzielen möchte.
Eine Impfdosis kostet zwischen 17 und 37 US-Dollar
Der Preis für eine Dosis von Pfizer liegt bei 17 Dollar. Bei Moderna ist der Preis etwas höher (zwischen 22 und 37 Dollar). In den USA verlangt Moderna etwas weniger: 15.40 Dollar pro Dose. Dies begründet der Konzern damit, dass in den USA die Forschung sowie die Produktion von der Regierung enorm gefördert wurde.
Könnten die Pharmahersteller bald auch ihre Impfstoffpreise erhöhen und so noch mehr Geld verdienen Moderna gab zu möglichen Preiserhöhungen nach dem Ende der Pandemie keinen Kommentar ab.
«Solange wir wie zum Beispiel in der Schweiz nur zwei zugelassene Impfstoffe haben, nämlich Moderna und Pfizer/Biontech und alles noch sehr überschaubar und eine Art Oligopol ist, dürfte es zu Preiserhöhungen kommen», sagt Pharma-Analyst Michael Nawrath zur Zeitung.
Gewinnsteigerung dank Booster-Impfungen?
Er gehe davon aus, dass einige Hersteller ihre Preise erhöhen werden, wenn die ersten Booster-Impfungen in den Industriestaaten einsetzen. Bei den Booster-Impfungen handelt es sich um sogenannte Auffrischimpfungen. Ob diese in der Schweiz zum Zug kommen, ist unklar. Das BAG prüfe derzeit Studien dazu (20 Minuten berichtete).
Für die Booster-Impfung sei dann nur noch die halbe Menge an Impfstoff nötig – 50 statt 100 Mikrogramm –, wodurch es zu einer verdeckten Preiserhöhung kommen könnte, sofern die Hersteller die Preise nicht um die Hälfte reduzieren. Laut Vontobel-Expertin Bischofberger ist klar, dass die Impfstoffhersteller als kommerzielle Unternehmen so viel verdienen wollen, wie es der Markt zulässt.
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Hier findest du Hilfe:
BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00
BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92
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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige
Hotline bei Angststörungen und Panik, Tel. 0848 801 109
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143
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