Ukraine-Krieg: Drei Tote bei russischen Angriffen auf Charkiw

Livetickeraktualisiert vor 4 Stunden

Ukraine-KriegUltimatum an Putin? Trump verliert langsam die Geduld

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht in der Ukraine Krieg. Hier findest du die neusten Entwicklungen der russischen Invasion.

7. März Nach gross angelegten, russischen  Drohne - und Raketenangriffen in der Nacht begutachtet die Familie die Schäden am Haus.

AFP
19. März Ein Tag nach dem Trump-Putin-Telefonat wird das Spital in der ukrainischen Stadt Krasnopillya von russischen Raketen getroffen.
19. Februar: Polnische Soldaten bei einer Übung am Kasprowy-Wierch-Berg (1987m) im Tatra Nationalpark in der Nähe von Zakopane.
16. Januar: Der britische Premierminister Keir Starmer und der ukrainische Präsident legen Blumen an der Gedenkwand für die Opfer von drei Jahren russischen Angriffskrieg nieder.
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19. März Ein Tag nach dem Trump-Putin-Telefonat wird das Spital in der ukrainischen Stadt Krasnopillya von russischen Raketen getroffen.

AFP

Kurze Zusammenfassung der vergangenen Ereignisse:

  • Seit dem 24. Februar 2022 führt die russische Armee einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

  • Die Ukraine hat im August 2024 eine Gegenoffensive in der russischen Grenzregion Kursk gestartet.

  • Die USA haben der Ukraine am 18. November 2024 gestattet, die ATACMS-Raketen mit bis zu 300 Kilometern Reichweite gegen Ziele in Russland einzusetzen.

  • Dies gilt als Antwort auf den vermuteten Einsatz nordkoreanischer Soldaten aufseiten Moskaus.

Die Situation an der Front

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Samstag, 05.04.2025
00:44

Selenski wirft Russland Angriffe auf zivile Objekte vor

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Russland die bewusste Kriegsführung gegen Städte und andere zivile Einrichtungen vorgeworfen. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe das russische Militär Angriffe auf die Städte Krywyj Rih und Charkiw sowie ein Kraftwerk in Cherson lanciert – trotz einer Abmachung zum Schutz von Energieanlagen, sagte Selenski in seiner abendlichen Videoansprache. «Alle russischen Versprechen enden mit Raketen und Drohnen, Bomben oder Artillerie», fügte er hinzu.

Beim jüngsten Angriff auf Krywyj Rih mit mindestens 14 Toten sei eine Rakete im Wohngebiet bei einem Kinderspielplatz eingeschlagen. Unter den Opfern seien auch sechs Kinder. In Charkiw seien derweil nach nächtlichen russischen Drohnenangriffen mit fünf Toten und 34 Verletzten immer noch die Bergungsarbeiten im Gange. Auch der Treffer mit einer per Kamera gesteuerten Drohne in einem Kraftwerk könne kein Zufall sein – «die Russen wissen, dass es sich um eine Energieanlage handelt und diese Anlagen gemäss den Versprechen Russlands gegenüber der amerikanischen Seite vor jeglichen Angriffen geschützt werden müssen», warf er Russland vor.

US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin hatten bei einem Telefonat als Minimalkonsens – eine völlige Waffenruhe lehnte Putin ab – ein Moratorium für Schläge gegen Energieobjekte ausgemacht. Kiew stimmte dem später zu. Seither werfen sich beide Seiten immer wieder vor, die Abmachung nicht einzuhalten. Selenski bat einmal mehr die USA um Konsequenzen.

In seiner Videobotschaft ging Selenski aber auch auf ein Treffen ukrainischer Militärs mit Vertretern Frankreichs und Grossbritanniens ein. Dabei seien Details zur Stationierung von deren Sicherheitskontingenten besprochen worden. Es gebe spürbare Fortschritte auf dem Weg zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine, lobte der Präsident. Paris und London führen eine «Koalition der Willigen» an, die einen möglichen Frieden in der Ukraine absichern will. Russland lehnt die Stationierung europäischer Truppen in dem von ihm angegriffenen Land als Bedrohung der eigenen Sicherheit strikt ab. (DPA)

00:32

Ultimatum an Putin? Trump verliert laut Nato-Partnern Geduld

Bei ihren Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine verlieren die USA nach Angaben aus Nato-Kreisen die Geduld mit Russland. Aussenminister Marco Rubio machte bei einem Bündnistreffen in Brüssel deutlich, dass Präsident Donald Trump die aktuelle Hinhaltetaktik von Russlands Präsident Wladimir Putin vermutlich nicht mehre lange akzeptieren werde. Es gehe dabei eher um «Wochen als um Monate», ergänzte er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen des Treffens.

Strapaziert offenbar Trumps Geduld: Der russische Präsident Wladimir Putin. (4. April 2025)

Strapaziert offenbar Trumps Geduld: Der russische Präsident Wladimir Putin. (4. April 2025)

AFP/Vyacheslav Prokofyev

Unklar blieb demnach allerdings, wie die USA in dem Fall reagieren würden, dass Putin seinen Kurs nicht ändert. Als Optionen gelten neue US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft, aber auch neue Waffenhilfen für die Ukraine.

Trump will Waffenruhe

Trump versucht im Krieg Russlands gegen die Ukraine seit Wochen eine Lösung zu vermitteln. Er hat mehrfach zu verstehen gegeben, dass dies im Eigeninteresse der USA liege und für sein Land wirtschaftlich von Vorteil wäre. Eine von Trump vorgeschlagene 30-tägige Waffenruhe ohne Vorbedingungen hat Putin aber abgelehnt. Als Minimalkonsens wurde vereinbart, Objekte der Energieversorgung von Angriffen auszunehmen – was in der Praxis aber nicht klappt, wie sich beide Kriegsparteien vorwerfen.

Mehrere europäische Alliierte äusserten am Freitag bei dem Aussenministertreffen Verständnis dafür, dass Trump nun wohl die Geduld verliert. Russland schulde den USA eine Antwort, sagte etwa der Franzose Jean-Noël Barrot. Der britische Aussenminister David Lammy erklärte mit Blick auf Putin: «Er könnte jetzt einer Waffenruhe zustimmen». Stattdessen bombardiere er aber weiterhin die Ukraine, ihre Zivilbevölkerung und ihre Energieversorger.

Über Trumps Ungeduld, was die Politik von Putin angeht, hatte vor kurzem auch Finnlands Präsident Alexander Stubb nach einer Runde Golf mit dem Trump berichtet. Er nannte allerdings keine Zeitlinien für mögliche Konsequenzen. (DPA)

Freitag, 04.04.2025
19:40

Viele Tote nach russischem Raketenschlag auf Krywyj Rih

In der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih sind durch einen russischen Raketenschlag nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen getötet worden. «Darunter sind auch sechs Kinder», schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski auf Telegram. Mehr als 50 weitere Personen sind nach Angaben der Militärverwaltung verletzt worden. Der Angriff sei mit einer ballistischen Rakete durchgeführt worden.

Getroffen worden sei eine gewöhnliche Stadt, der Schlag sei gegen eine belebte Strasse und Wohnhäuser geführt worden, beklagte Selenskyj. «Es gibt nur einen Grund, warum das weitergeht: Russland will keine Feuerpause, und wir sehen das.» Der ukrainische Staatschef forderte, den Druck auf Moskau zu erhöhen: Amerika, Europa und der Rest der Welt hätten genügend Möglichkeiten, um Russland zu zwingen, Terror und Krieg einzustellen.

Autos und Garagen seien in Brand geraten und mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt worden, erklärte Gebietsgouverneur Serhij Lyssak. Die Zahl der Opfer dürfte noch zunehmen. Die Heimatstadt von Präsident Selenski liegt gut 70 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

05:22

Drei Tote bei russischen Angriffen auf Charkiw

Bei russischen Drohnenangriffen sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen in Charkiw im Osten der Ukraine getötet worden. 32 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Rettungsdienst am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Darunter sei auch ein Kind.

In den ukrainischen Regionen Dnipro, Saporischschja und Kiew seien zudem fünf weitere Menschen verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit, die ebenfalls Russland verantwortlich machten.

Derweil erklärte der Gouverneur der russischen Grenzregion Brjansk am Freitag auf Telegram, dass ein Mensch bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Dorf getötet worden sei. Ein weiterer Mensch wurde demnach verletzt. (AFP)

01:23

Kremlbeauftragter führt erstmals Gespräche in Washington

Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wirbt ein Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin in Washington bei Treffen mit US-Spitzenbeamten um eine teilweise Aufhebung der Sanktionen. Der Chef des staatlichen Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RFDI), Kirill Dmitrijew, teilte nach seiner Ankunft in seinem Telegram-Kanal einen Medienbericht, nach dem Moskau US-Präsident Donald Trump gebeten habe, «einige der Sanktionen aufzuheben – im Rahmen der Verhandlungen über eine Waffenruhe unter Vermittlung der USA».

Kirill Dmitrijew, der Chef des staatlichen Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RFDI). (Archivbild)

Kirill Dmitrijew, der Chef des staatlichen Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RFDI). (Archivbild)

AFP/Evelyn Hockstein

Auf Nachfrage einer Journalistin bestätigte Trump die Anwesenheit eines russischen Gesandten in Washington – einen Namen nennen wollte er aber nicht.

Derzeit steckten die Gespräche zur Ukraine in der Sackgasse, hiess es in dem von Dmitrijew geteilten Bericht, nach dem Trump sauer sei über fehlende Fortschritte. Trump hatte mehrfach erklärt, er wolle ein Ende des Krieges erreichen. Dmitrijew sagte, er sei deshalb im Auftrag Putins in Washington. Putin hatte sich bei einem Telefonat mit Trump im März zu einer Waffenruhe bereit erklärt – er stellte aber Bedingungen, darunter auch die Aufhebung einiger Sanktionen.

Dmitrijew: Wiederaufbau der Beziehungen nicht leicht

Der selbst wegen des Krieges lange mit Sanktionen belegte Dmitrijew soll als Sondergesandter des russischen Präsidenten für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Staaten unter anderem mit Trumps Beauftragten Steve Witkoff beraten. Die Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Russland und den USA sei nicht leicht und könne nur schrittweise erfolgen.

Der amerikanisch-russische Handel habe vor dem Krieg im Jahr 2021 einen Umfang von 35 Milliarden US-Dollar gehabt. Wegen der im Zuge des Krieges gegen die Ukraine eingeführten US-Sanktionen sei er voriges Jahr auf 3,5 Milliarden US-Dollar gesunken. (DPA)

Donnerstag, 03.04.2025
22:47

Kiew: Russen wollen Kräfte um 150'000 Soldaten aufstocken

Die Ukraine rechnet nach Angaben des Präsidentenbüros damit, dass Russland seine Truppen im Angriffskrieg in diesem Jahr um 150'000 Mann aufstocken wird. «Die Russen haben jetzt keine Probleme, Personal zu rekrutieren», sagte Pawlo Palissa, Vizechef der Kanzlei von Präsident Wolodimir Selenski, in Kiew.

Dies entspreche etwa 15 mechanisierten Infanterie-Divisionen. Zwar könnten diese frischen Kräfte nicht alle gleich zum Einsatz kommen, sagte der Oberst dem Rundfunksender Suspilne. Der Druck der Russen an der Front werde aber rasch zunehmen.

Palissa erläuterte nicht, worauf sich diese Zahlen stützen. Allerdings sind beide Kriegsparteien durch Aufklärung oder Spionage recht gut über die Pläne der jeweils anderen Seite informiert.

«Die Russen haben jetzt keine Probleme, Personal zu rekrutieren»: Pawlo Palissa, Vizechef der Kanzlei von Präsident Wolodimir Selenski.

«Die Russen haben jetzt keine Probleme, Personal zu rekrutieren»: Pawlo Palissa, Vizechef der Kanzlei von Präsident Wolodimir Selenski.

IMAGO/Sipa USA

Bisher setzt Moskau nach Angaben Selenskis vom Januar etwa 600'000 Mann im Krieg ein, die an der Front im Osten und Süden der Ukraine ein Übergewicht haben. Die ukrainische Armee zählt demnach etwa 880'000 Soldaten und Soldatinnen.

Nach Monaten des stetigen Vordringens in der Ostukraine ist die russische Offensive zuletzt langsamer geworden. Im März gab es nach Angaben ukrainischer Militärbeobachter die geringsten Geländegewinne seit Juni 2024. Allerdings rechnet das ukrainische Militär für die kommenden Wochen wieder mit russischen Offensiven an vielen Abschnitten der Front.

12:22

Russischer Sondergesandter reist nach Washington

Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew ist nach eigenen Angaben zu Gesprächen über die Verbesserung der Beziehungen zu den USA nach Washington gereist. Er befinde sich im Auftrag von Präsident Wladimir Putin bereits seit Mittwoch in der US-Hauptstadt und treffe dort zwei Tage lang «Mitarbeiter der Regierung von (US-)Präsident Donald Trump», erklärte Dmitrijew am Donnerstag.

Der Besuch des Sondergesandten für Wirtschaft ist die erste Visite eines ranghohen Vertreters der russischen Regierung in den USA seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine im Februar 2022. Unter Trump haben sich die USA an Russland angenähert. So hatte Trump im Februar mit Putin telefoniert und Verhandlungen über eine mögliche Waffenruhe in der Ukraine eingeleitet.

Dass es zwischen Moskau und Washington einen Dialog gebe, sei «für die ganze Welt von Bedeutung», erklärte Dmitrijew, der auch Direktor des mächtigen russischen Staatsfonds ist. Auch wenn die «Wiederherstellung» dieses Dialogs, der unter Trumps Vorgänger Joe Biden «komplett zerstört war», «kein einfacher und geradliniger Prozess ist», fügte er hinzu. «Aber jedes Treffen, jedes ehrliche Gespräch, hilft uns voranzukommen.»

Laut Berichten des US-Senders CNN war ein Treffen zwischen Dmitrijew und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff geplant. Thema dürften unter anderem die US-Sanktionen sein, die im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine verabschiedet worden waren. Um überhaupt in die USA reisen zu können, wurden die persönlichen Strafmassnahmen gegen Dmitrijew zwischenzeitig ausgesetzt.

Der russische Sondergesandte für Wirtschaft, Kirill Dmitrijew, ist nach eigenen Angaben nach Washington gereist:

Der russische Sondergesandte für Wirtschaft, Kirill Dmitrijew, ist nach eigenen Angaben nach Washington gereist:

IMAGO/SNA
Mittwoch, 02.04.2025
10:15

Deutsche fürchten sich vor Kriegsausweitung des Ukraine-Kriegs

Mehr als die Hälfte der Deutschen sorgt sich einer aktuellen Umfrage zufolge vor einer möglichen Ausweitung des Kriegs in der Ukraine, wie die Tagesschau berichtet. 54 Prozent der Befragten antworteten entsprechend auf eine Frage in einer von RTL/ntv in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage und sagten, sie hätten deswegen grosse oder sogar sehr grosse Sorgen.

Deutschlands Verteidigungsminister Pistorius in einem Panzer.

Deutschlands Verteidigungsminister Pistorius in einem Panzer.

IMAGO/Kirchner-Media

39 Prozent hätten demnach Angst vor möglichen direkten Kriegshandlungen in Deutschland. Bei der Umfrage wurden Ende März 1000 Menschen befragt.

Dienstag, 01.04.2025
09:12

Anstieg bei gesperrten russischen Vermögenswerten in der Schweiz

Der Wert der gesperrten Vermögenswerte im Zusammenhang mit den Sanktionen gegen Russland beläuft sich per 31.3.2025 auf 7,4 Milliarden Franken. Dies vermeldete das Seco am Dienstagmorgen.

Dies entspricht im Vergleich zu den im April 2024 kommunizierten Werten einer Zunahme von 1,6 Milliarden Franken. Der Anstieg ist auf die Ermittlung und Sperrung zusätzlicher Gelder zurückzuführen.

Wertschwankungen auf bereits gesperrten Konten führten im vergangenen Jahr zu einer Nettozunahme des Gesamtwerts der Vermögen von 180 Millionen Franken. Beeinflusst wurde die Höhe der gesperrten Gelder auch durch Streichungen (minus 310 Millionen Franken) bzw. Aufnahmen (130 Millionen Franken) natürlicher Personen, Unternehmen und Organisationen in die Sanktionsliste, welche die Schweiz in Folge von Anpassungen der EU übernommen hatte. Die Sanktionsliste der Schweiz im Zusammenhang mit der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine ist identisch mit jener der EU.

Montag, 31.03.2025
17:29

Mobilmachung dauert an: Putin beruft Rekordzahl an Rekruten ein

Vor dem Hintergrund seines Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Russlands Präsident Wladimir Putin 160'000 junge Männer zum Wehrdienst einberufen. Bis Mitte Juli sollen die Russen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren eingezogen werden, heisst es in dem entsprechenden Präsidentendekret.

Bei der diesjährigen Einberufung von Wehrpflichtigen will Putin so viele neue Soldaten wie noch nie.

Bei der diesjährigen Einberufung von Wehrpflichtigen will Putin so viele neue Soldaten wie noch nie.

IMAGO/SNA

Das ist die höchste Zahl an Wehrpflichtigen, seitdem der Kreml im Zuge der Armeereform seit 2012 verstärkt auf professionelle Vertrags- und Zeitsoldaten setzt. Zweimal im Jahr – im Frühjahr und Herbst – beruft Russland aber immer noch jeweils mehr als 100'000 Männer für den einjährigen Wehrdienst ein.

Bei der Einberufungskampagne setze Russland diesmal auf eine zentrale elektronische Datenbank, teilte der Generalstab mit. Dabei verzichteten die Wehrkreisersatzämter nicht auf die gedruckten Einberufungsbescheide, die weiterhin an die Meldeadressen verschickt würden. (DPA)

01:00

Selenski legt Einkünfte offen: 335'000 Euro im Jahr 2024

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat seine Einnahmen aus dem Vorjahr sowie einige Details über sein aktuelles Familienleben offengelegt. Nach der vom Präsidialamt veröffentlichten Steuererklärung soll die Familie Selenski im Vorjahr insgesamt 15,2 Millionen Griwna (rund 335'000 Euro) eingenommen haben. Knapp die Hälfte entfiel auf den Verkauf von Staatsanleihen. Aufgestockt wurde das Präsidentengehalt auch von Bankzinsen und Einnahmen aus der Vermietung eigener Immobilien.

«Der Kassenstand der Familie des Staatsoberhauptes hat sich bis Ende 2024 nicht wesentlich verändert», so der Pressedienst Selenskis. Den aktuellen Kassenstand verriet der Pressedienst allerdings nicht. Selenski hat vor seiner Zeit als Präsident als Schauspieler, Filmproduzent und Drehbuchautor gearbeitet. Unterschiedliche Quellen schätzen das Vermögen der Selenskis auf mehrere Millionen Dollar, genaue Zahlen sind nicht bekannt.

Die Agentur Unian berichtete, dass sich Selenskis Kinder Olexandra und Kyrill in der Ukraine aufhalten. Unter dem Druck des Kriegsgeschehens und angesichts des vollen Terminplans habe der Präsident nach eigener Darstellung ein «5+5-Programm» für seine Familie entwickelt – fünf Minuten Zusammenkunft am Morgen und weitere fünf Minuten am Abend. (DPA)

Samstag, 29.03.2025
23:35

Ukraine meldet russischen Angriff auf Militärspital

Die Ukraine hat Russland einen Angriff auf ein Militärkrankenhaus in der Stadt Charkiw im Nordosten des Landes vorgeworfen. Mehrere Soldaten seien verletzt worden, teilte die ukrainische Armee am Samstag mit. Das Krankenhaus und ein benachbartes Wohngebäude seien bei dem Drohnenangriff beschädigt worden.

Zur Zahl der Verletzten machte die ukrainische Armee keine Angaben. Sie warf Russland vor, ein Kriegsverbrechen begangen und gegen das humanitäre Völkerrecht verstossen zu haben. (AFP)

05:19

Selenski beklagt Angriffe auf ukrainische Energieanlagen

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Russland erneut einen Bruch der Feuerpause für Angriffe auf Energieanlagen vorgeworfen. Er habe Verteidigungsminister Rustem Umjerow angewiesen, der US-Regierung über die Verstösse zu berichten, sagte Selenski in seiner abendlichen Videobotschaft.

US-Vermittler hatten mit Russland und der Ukraine in getrennten Gesprächen vereinbart, dass keine Energieinfrastruktur mehr bombardiert wird. Russlands Präsident Wladimir Putin gab nach Kremlangaben dafür am 18. März den Befehl – nach einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump. Ein Kremlsprecher beklagte aber, dass die ukrainische Seite sich nicht an die Vereinbarung halte und selbst weiter in Russland Energieanlagen beschiesse.

Russland störe die Diplomatie

Selenski wiederum prangerte einen gezielten russischen Drohnenangriff auf die Gasinfrastruktur in der Region Poltawa an und zudem Artilleriebeschuss in Cherson, der die Stromversorgung beschädigt habe. Zudem habe ein russischer Angriff auf die Stadt Charkiw die Heizungsinfrastruktur dort beschädigt. «All dies zeigt, dass Russland die Diplomatie weiterhin stört und dies auch weiterhin tun wird, und dass Moskaus einzige Taktik darin besteht, den Krieg zu verlängern», sagte Selenski.

Der ukrainische Präsident erinnerte auch daran, dass sich Kiew zu einer 30-tägigen Waffenruhe zu Wasser, zu Land und in der Luft bereiterklärt hatte. «Am 11. März akzeptierte die Ukraine den amerikanischen Vorschlag für einen bedingungslosen Waffenstillstand, und seither ist Russland dafür verantwortlich, dass die Diplomatie ausgebremst wird», sagte er.

Freitag, 28.03.2025
00:23

Putin will Ukraine befristet unter UNO-Verwaltung stellen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat vorgeschlagen, die von ihm angegriffene Ukraine unter Verwaltung der Vereinten Nationen zu stellen, um Wahlen durchzuführen. «So eine Praxis gibt es und im Prinzip kann man natürlich die Möglichkeit einer zeitweisen UNO-Verwaltung mit den USA, den europäischen Staaten und – versteht sich – auch mit unseren Partnern und Freunden erörtern», sagte Putin bei einem Gespräch mit Matrosen eines Atom-U-Boots. Ziel sei die Durchführung demokratischer Wahlen, bei der eine handlungsfähige Regierung für einen Friedensschluss an die Macht komme.

«Mit dieser beginnen wir dann Verhandlungen über einen Friedensvertrag, unterzeichnen legitime Dokumente, die weltweit anerkannt werden und sicher und stabil sind», sagte Putin.

«Es gibt Grund anzunehmen, dass wir ihnen den Gnadenstoss geben»: Der russische Präsident Wladimir Putin. (27. März 2025)

«Es gibt Grund anzunehmen, dass wir ihnen den Gnadenstoss geben»: Der russische Präsident Wladimir Putin. (27. März 2025)

AFP/Olga Maltseva

Die Forderung nach einer Fremdverwaltung für die Ukraine bedient gleich zwei Argumentationsmuster des Kremls. So behauptet Moskau, dass die Ukraine ein gescheiterter Staat sei, in dem nationalsozialistische Gruppierungen die Macht ergriffen hätten. Die zweite These geht dahin, dass der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski nach Ablauf seiner Amtszeit im vergangenen Jahr kein Mandat mehr besitze. Ukrainischen Juristen zufolge ist die Verlängerung der Vollmachten aber durch das Kriegsrecht gedeckt. International wird er ebenso weiterhin als Präsident anerkannt – auch weil Neuwahlen im Land wegen der Besetzung grosser Gebiete durch Russland nicht durchführbar sind.

Putin: Diplomatie nicht um jeden Preis, Russland gewinnt auch so

Putin betonte erneut, dass Russland eine friedliche Lösung bevorzuge – «allerdings nicht auf unsere Kosten». Er sei bereit zu verhandeln – auch mit den Europäern. Russland werde sich aber nicht betrügen lassen.

Militärisch gab sich der Kremlchef einmal mehr siegesgewiss. Schon jetzt hätten die russischen Streitkräfte 99 Prozent des Gebiets Luhansk und jeweils mehr als 70 Prozent der ebenfalls von Moskau annektierten Gebiete Donezk, Cherson und Saporischschja erobert. Die ukrainischen Truppen ständen kurz vor der totalen Niederlage, behauptete Putin «Es gibt Grund anzunehmen, dass wir ihnen den Gnadenstoss geben.» (DPA)

Donnerstag, 27.03.2025
19:42

Selenski: Bedingungen für Rohstoffabkommen ändern sich

Die Bedingungen für das geplante Rohstoffabkommen zwischen den USA und der Ukraine ändern sich dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski zufolge beständig. Es sei noch sehr früh, um über ein Abkommen zu sprechen, dessen Fassung sich mehrfach geändert hat, sagte er bei einer Pressekonferenz in Paris.

Teams der Ukraine und der USA würden derzeit daran arbeiten. Die USA würden nun ein vollumfängliches Abkommen vorschlagen, das erfordere im Unterschied zum vorher angestrebten Rahmenvertrag ein detailliertes Studium. Selenski wolle nicht, dass der Eindruck entstehe, die Ukraine sei gänzlich dagegen. Die Ukraine wolle keine Signale senden, um die USA dazu zu veranlassen, ihre Ukraine-Hilfe oder den Austausch von Geheimdienstinformationen zu stoppen.

US-Präsident Donald Trump hatte sich Anfang der Woche zuversichtlich gezeigt, dass die Unterzeichnung eines Abkommens unmittelbar bevorstehe. Ende Februar war sie bei einem Eklat im Weissen Haus gescheitert. Trump hatte das Abkommen mit der Begründung forciert, dass US-Investoren in der Ukraine dem Land nach einem Ende des russischen Angriffskriegs den besten Schutz böten vor einer weiteren Attacke.

US-Präsident Trump sah den Rohstoff-Deal zwischen der Ukraine und den USA Anfang der Woche kurz vor der Unterzeichnung. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bremst nun.

US-Präsident Trump sah den Rohstoff-Deal zwischen der Ukraine und den USA Anfang der Woche kurz vor der Unterzeichnung. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bremst nun.

IMAGO/Bestimage
15:05

Macron: Französisch-britische Mission soll ukrainische Armee ausbilden

Eine französisch-britische Mission wird in die Ukraine reisen, um an der Stärkung der ukrainischen Armee für die Zukunft zu arbeiten, dies verkündete Macron, nach einem Ukraine-Gipfel in Paris. Dazu gehöre Ausbildung, aber auch eine beratende Funktion.

Emmanuel Macron und Keir Starmer bei einem Treffen in 2024.

Emmanuel Macron und Keir Starmer bei einem Treffen in 2024.

IMAGO/ABACAPRESS

Laut Macron befindet sich die Mission noch in der Planungsphase. Ziel sei es, «dass die französisch-britischen Einheiten in den kommenden Tagen in die Ukraine geschickt werden können, um dort eng mit den ukrainischen Partnern zusammenzuarbeiten».

Zudem kündigte Macron an, dass er und der britische Premierminister Keir Starmer die Bemühungen der Koalition der Verbündeten der Ukraine «gemeinsam leiten» würden, wie Le Figaro schreibt.

Ausserdem musste Macron einräumen, dass nicht alle Länder an einer europäischen Friedenstruppe für die Ukraine einverstanden sind.

03:30

Seoul: Weitere 3000 Soldaten aus Nordkorea nach Russland entsandt

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben in diesem Jahr weitere 3000 Soldaten nach Russland entsandt. Schätzungsweise seien zwischen Januar und Februar «weitere 3000 Soldaten als Verstärkung entsandt» worden, teilte der südkoreanische Generalstab am Donnerstag mit. Von den ursprünglich 11'000 nach Russland entsandten nordkoreanischen Soldaten wurden demnach vermutlich 4000 getötet oder verwundet. Zudem liefere Pyongyang Moskau auch weiterhin Raketen, Artillerie und Munition für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Bisher sei festgestellt worden, dass Nordkorea Russland «eine beträchtliche Menge an ballistischen Kurzstreckenraketen» sowie Panzerfäuste und Mehrfachraketenwerfer zur Verfügung gestellt habe. Je nach weiterer Entwicklung an der Front könne sich diese Anzahl aber noch erhöhen, warnte der Generalstab.

Nach Angaben von Südkorea, der Ukraine und den USA hat Nordkorea seit dem vergangenen Oktober rund 10'000 Soldaten in der Region Kursk stationiert. Sie sollen demnach dabei helfen, das seit einer Überraschungsoffensive im August unter ukrainischer Kontrolle stehende Gebiet zurückzuerobern.

Ende Februar erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus südkoreanische Geheimdienstkreisen, dass Pyongyang weitere Soldaten nach Russland «verlegt» habe. Eine Zahl wurde zunächst nicht genannt, Russland und Nordkorea hatten dies zunächst nicht bestätigt.

Anfang Februar hatte Seoul erklärt, dass nordkoreanische Soldaten, die an der Seite der russischen Armee in der Grenzregion Kursk gekämpft hatten, offenbar von dort abgezogen worden seien. Als möglicher Grund wurden die hohen Verluste auf Seiten der Nordkoreaner genannt. (AFP)

02:23

Viele Verletzte in Charkiw nach russischem Beschuss

In der ostukrainischen Region Charkiw sind offiziellen Angaben nach mindestens 15 Menschen durch schweren russischen Drohnenbeschuss zu Schaden gekommen. In der Stadt Charkiw gebe es acht Verletzte, in der Ortschaft Solotschiw weitere sieben, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit. Die Zahl der Verletzten könnte weiter steigen. Unter den Opfern sind auch mindestens zwei Minderjährige.

Getroffen wurden demnach mehrere Hochhäuser. Ein Objekt der zivilen Infrastruktur sei ebenfalls beschädigt worden, heisst es.

Nach einem russischen Drohnenangriff löschen Feuerwehrleute in Charkiw einen Brand. (26. März 2025)

Nach einem russischen Drohnenangriff löschen Feuerwehrleute in Charkiw einen Brand. (26. März 2025)

AFP

Auch Präsident Wolodimir Selenski äusserte sich zu dem Beschuss. Auf dem von ihm veröffentlichten Video ist eine Explosion neben einem Fussballfeld zu sehen, auf dem Kinder spielen. Jeden Tag beschiesse Russland ganz gewöhnliche Städte, vor allem mit Drohnen des iranischen Bautyps Shahed, schrieb Selenski dazu. Seit einem halben Monat liege der Vorschlag der USA zu einer bedingungslosen Waffenruhe auf dem Tisch. Aber es sei Druck nötig, um die Diplomatie voranzutreiben und das Leben von Zivilisten zu schützen, schrieb Selenski. (DPA)

Dienstag, 25.03.2025
16:12

USA: Russland und Ukraine wollen zivile Schifffahrt absichern

Nach Angaben der USA haben sich Russland und die Ukraine bereiterklärt, die Sicherheit der zivilen Schifffahrt im Schwarzen Meer zu gewährleisten. Es solle auf Gewalt verzichtet und die Nutzung von Handelsschiffen für militärische Zwecke verhindert werden, hiess es in zwei von der US-Regierung veröffentlichten Erklärungen.

Zuvor hatten Vertreter aus den Vereinigten Staaten im saudischen Riad Gespräche mit russischen und ukrainischen Unterhändlern geführt.

Die Ukraine schränkte ein, dass russische Marineschiffe sich nur in der östlichen Hälfte des Meeres aufhalten dürften. Beim Auftauchen russischer Kriegsschiffe in der westlichen Hälfte werde die Ukraine von ihrem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen.

Die Vereinigten Staaten würden Russland zudem dabei helfen, den Zugang zum Weltmarkt für den Export von Agrarprodukten und Düngemitteln wiederherzustellen. Dies bedeutet die Aufhebung von Sanktionen auf die entsprechenden Produkte. (DPA)

12:44

Kreml: Noch keine konkreten Pläne für weitere Gespräche mit USA

Nach der jüngsten Gesprächsrunde zwischen den USA und Russland über den Ukraine-Krieg ist der weitere Ablauf der Verhandlungen noch ungewiss. «Es besteht Einigkeit darüber, dass die Kontakte fortgesetzt werden, aber im Moment gibt es nichts Konkretes», sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Der Inhalt der «technischen Gespräche» werde in Washington und Moskau jetzt erst einmal analysiert. Inhaltliche Details sollten keine öffentlich gemacht werden, sagte Peskow.

Der Kreml-Sprecher betonte, dass es keine Pläne für ein gemeinsames Treffen mit Vertretern der USA und der Ukraine gebe. Auch ein möglicher Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin ist laut Peskow derzeit nicht konkret geplant, könne aber rasch organisiert werden.

Dmitry Peskow, Sprecher der russischen Regierung.

Dmitry Peskow, Sprecher der russischen Regierung.

IMAGO/SNA

Delegationen der USA und Russlands hatten am Montag in der saudischen Hauptstadt Riad miteinander verhandelt. Separat sprechen die USA dort auch mit Vertretern der Ukraine. Erstes Etappenziel wäre eine 30-tägige Waffenruhe, der Russland und die Ukraine vergangene Woche grundsätzlich zugestimmt hatten. Allerdings gingen die Angriffe danach weiter und es herrschte Uneinigkeit darüber, welche Angriffsziele von der Feuerpause erfasst werden sollten und welche nicht. (sim/DPA)

Sonntag, 23.03.2025
03:10

Russische Drohnen treffen Kiew – zwei Tote

Kurz vor neuen Sondierungen der Kriegsparteien über einen möglichen Weg zum Frieden hat das russische Militär die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Kampfdrohnen angegriffen. Dabei kamen nach Angaben der Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben.

Sowohl Bürgermeister Witali Klitschko als auch Militärverwalter Timur Tkatschenko berichteten auf Telegram von zahlreichen Explosionen. Unter anderem seien mehrere Hochhäuser getroffen worden, in den oberen Stockwerken der Wohn- und Bürogebäude seien Brände entflammt.

Moskau hat zwar nach Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump eine Pause in den Angriffen gegen die energetische Infrastruktur der Ukraine zugesagt. Stattdessen greift das russische Militär jetzt aber verstärkt zivile Ziele in den Städten der Ukraine an.

Die nächtlichen Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt halten an. (Archivbild)

Die nächtlichen Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt halten an. (Archivbild)

AFP

Am späten Samstagabend hatte das russische Militär mehrere Drohnenschwärme gegen Ziele in der Ukraine gestartet. Gleichzeitig wurden auch Luftangriffe mit gelenkten Gleitbomben durchgeführt. Unter anderem wurde die Region Saporischschja von vier dieser Bomben getroffen, wie Militärverwalter Iwan Fjodorow berichtete. Dabei sei ein Brand entstanden, in mehreren Dörfern sei der Strom ausgefallen, teilte er ohne nähere Ortsangaben oder Details mit. «Die Druckwelle und Trümmer beschädigten auch mehrere Privathäuser», hiess es.

Auch aus Charkiw wurden in der Nacht Drohnenangriffe gemeldet. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. (DPA)

Samstag, 22.03.2025
17:24

Will China in die «Koalition der Freiwilligen?»

China erwägt offenbar die Teilnahme an möglichen Friedenstruppen in der Ukraine. Chinesische Diplomaten hätten in Brüssel sondiert, ob ein solcher Schritt aus Sicht der Europäer vorstellbar und möglicherweise sogar wünschenswert wäre, berichtet die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute EU-Diplomatenkreise.

China hat sich während des Ukrainekonfliktes mehrmals für einen Frieden ausgesprochen, aber Russland währenddessen in einer «Partnerschaft ohne Grenzen» unterstützt.

China hat sich während des Ukrainekonfliktes mehrmals für einen Frieden ausgesprochen, aber Russland währenddessen in einer «Partnerschaft ohne Grenzen» unterstützt.

IMAGO/Xinhua

In Brüssel hiess es dazu: «Die Einbindung Chinas in eine ‹Koalition der Willigen› könnte die Akzeptanz von Friedenstruppen in der Ukraine durch Russland möglicherweise steigern.» In jedem Fall sei die Angelegenheit aber «heikel».

Freitag, 21.03.2025
02:08

Macron lädt «Koalition der Willigen» zu neuem Ukraine-Gipfel

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für den kommenden Donnerstag zu einem weiteren Gipfeltreffen von Unterstützern der Ukraine nach Paris eingeladen. Ziel sei es, in Anwesenheit des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Arbeiten für die Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte abzuschliessen und zu definieren, welchen Beitrag europäische Streitkräfte zu Sicherheitsgarantien für das Land leisten könnten, sagte Macron in Brüssel. Dabei gehe es darum, eine erneute russische Invasion zu verhindern.

Macron sagte weiter, die Ukraine brauche glaubhafte Unterstützung, damit ein wie auch immer gearteter Waffenstillstand in der Zukunft auch halte. Das stärke auch ihre Position in möglichen Verhandlungen.

Bodentruppen aus Grossbritannien und Frankreich?

Das Treffen in Paris soll auf Fortschritte aufbauen, die am Donnerstag bei Beratungen auf Militärebene in London erzielt wurden. An ihnen hatten sich gut zwei Dutzend europäische und andere Staaten beteiligt. An bisherigen Gesprächen der «Koalition der Willigen» hatten auf politischer Ebene bisher neben Staats- und Regierungschefs europäischer Nato-Länder auch Vertreter Australiens, Kanadas, Neuseelands und der Türkei teilgenommen.

Bei den Beratungen geht es unter anderem um die Frage, ob und unter welchen Bedingungen europäische Streitkräfte im Fall eines Waffenstillstandes zu dessen Absicherung beitragen könnten. Grossbritannien und Frankreich haben sich grundsätzlich offen dafür gezeigt, Bodentruppen in die Ukraine zu entsenden. Allerdings pochen sie auf eine Absicherung durch die USA für den Fall einer Eskalation. Der australische Regierungschef Anthony Albanese hatte erklärt, sein Land erwäge ebenfalls eine Entsendung von Truppen. (DPA)

01:06

Massiver russischer Drohnenangriff auf Odessa

Die südukrainische Hafenstadt Odessa ist Ziel eines massiven russischen Drohnenangriffs geworden. «Odessa brennt, russische Drohnen treffen zivile Objekte der Stadt», schrieb der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Andrij Jermak, bei Telegram. Es gebe Verletzte.

Der ukrainische öffentlich-rechtliche Rundfunk hatte zuvor mehr als 15 Explosionen in der Stadt gemeldet. Videos in sozialen Netzwerken zeigten mutmassliche Einschläge und Brände. In Teilen der Stadt fiel der Strom aus. Die ukrainische Luftwaffe hatte vor dem Anflug russischer Kampfdrohnen vom Schwarzen Meer gewarnt.

Auch die südostukrainische Industriestadt Saporischschja wurde von Drohnen angegriffen. Nach Angaben des staatlichen Rettungsdienstes sind mindestens fünf Menschen verletzt worden, darunter ein Kind. Mehrere Wohngebäude und Autos gerieten demnach in Brand. (DPA)