Kein Strom, kein WasserAugenzeugen berichten vom Bombardement im Gazastreifen
Nach dem Massaker der islamistischen Hamas in Israel bombardieren die Streitkräfte den Gazastreifen. Hunderte Menschen sterben, Tausende werden verletzt. Augenzeugen erzählen.
Im Gazastreifen bietet sich vielerorts ein Bild der Zerstörung.
20minDarum gehts
Nach dem Terror-Akt der Hamas schlägt Israel zurück.
Der Gazastreifen steht unter Beschuss.
Die Zivilbevölkerung trifft es besonders hart.
Sie haben keinen Strom, kein Wasser, keine Lebensmittel: Augenzeugen im Gazastreifen berichten nach den Luftanschlägen der israelischen Armee von verzweifelten Szenen vor Ort. Autofahren sei mittlerweile nicht mehr vorstellbar, sagt Tahani Dschaber. Sie sei deshalb zu Fuss unterwegs. Ihre Kinder habe sie bei ihrer Mutter nördlich von Gaza zurückgelassen. Sie müsse Medikamente für ihren Säugling besorgen, der schon den zweiten Tag in Folge an hohem Fieber leide, sagt sie. «Ich habe das Gefühl, dass ich jeden Moment dem Tod näherkomme, aber das Leben der Kinder ist wichtiger.»
Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am Samstag Israel angegriffen und das schlimmste Blutbad der Geschichte des Staates angerichtet. Israels Armee bombardierte seither nach eigenen Angaben Hunderte Ziele der islamistischen Palästinenserorganisation in dem dicht besiedelten Gebiet an der Mittelmeerküste. Nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 1354 Menschen getötet. Mehr als 6000 weitere seien verletzt worden. Das israelische Militär wirft der Hamas vor, Menschen als «Schutzschild» zu missbrauchen und sich inmitten der Zivilbevölkerung zu verstecken oder Waffen zu lagern.
«Angriffe nehmen zu»
Mohammed Baroud aus dem Stadtteil Al-Nasr berichtet nach den israelischen Luftangriffen von ganzen Strassenzügen in Schutt und Asche. Jeder, der aktuell rausgehe, könne «jeden Moment bombardiert werden und sterben», sagt Baroud. «Wir können uns nicht bewegen oder wichtige Dinge für unsere Kinder kaufen.» Nach jedem Angriff gebe es einen neuen Angriff. «Was hier passiert, ist verrückt.» In Stadtteilen wie Al-Rimal, Al-Mukhabarat oder Al-Tuffah wurde Augenzeugen zufolge verheerende Zerstörung angerichtet.
Zahlreiche Palästinenser in dem abgeriegelten Küstenstreifen mit mehr als zwei Millionen Menschen mussten ihr Zuhause verlassen. So auch Dschaber Al-Sufi. Die Nachtstunden verbringe er mit seiner Familie in einem Schutzzentrum im Zentrum von Gaza, sagt er. Er befürchte jedoch, dass sich die Lage noch verschlimmern könne, «da die Angriffe auf den Gazastreifen weiter zunehmen».
Über 1400 Tote im Gazastreifen
Die Zahl der Toten im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben am Donnerstagnachmittag auf mehr als 1400 gestiegen. Unter den 1417 Menschen, die bei israelischen Angriffen ums Leben gekommen seien, seien fast 450 Kinder, teilte das Gesundheitsministerium im Gazastreifen am Donnerstag mit. (DPA)
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