Garanto: Knall bei Zollgewerkschaft – Sarah Wyss schmeisst hin

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Grenzschutz-ZoffKnall bei Zollgewerkschaft – SP-Nationalrätin Wyss schmeisst hin

Die Gewerkschaft des Zollpersonals «Garanto» muss eine neue Chefin oder einen neuen Chef suchen. Die Basler SP-Nationalrätin Sarah Wyss geht wegen interner Querelen.

Sarah Wyss, Nationalrätin SP, tritt als Präsidentin der Zollgewerkschaft «Garanto» ab.
Der Vorstand wünsche sich ein anderes Vorgehen mit dem Bund als Sozialpartner, doch «dieser Kurs ist nicht meiner und die heutige Sozialpartnerschaft erachte ich als zielführender», sagt sie auf Anfrage.
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Sarah Wyss, Nationalrätin SP, tritt als Präsidentin der Zollgewerkschaft «Garanto» ab.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Zoll und Grenzschutz sind in einem intensiven Reformprozess.

  • Nun tritt die Präsidentin der Zollgewerkschaft Mitte Juli ab.

  • Grund sind interne Differenzen über den künftigen Kurs der Gewerkschaft.

 Der Zoll und der Grenzschutz kommen nicht zur Ruhe. Seit Jahren beschäftigt die Revision des Zoll- und Grenzschutzgesetzes die Politik. Es geht um neue Kompetenzen für die Grenzwächter, Digitalisierung und das Tragen einer Dienstwaffe für Zöllnerinnen und Zöllner.

Nachdem diesen Frühling der umstrittene Zolldirektor Christian Bock seinen Hut nehmen musste und dafür eine Abgangsentschädigung von mehreren Hunderttausend Franken erhielt, sucht nun auch die Chefin der Zollgewerkschaft das Weite. Darüber wurden die Gewerkschaftsmitglieder um 14 Uhr informiert. Dem Vernehmen nach will die Gewerkschaft künftig mit mehr Härte beim Bund, der Arbeitgeber der Zöllner und Grenzwächterinnen ist, auftreten.

Darum tritt Sarah Wyss ab

Wyss begründet ihren Rücktritt damit, dass die Sozialpartnerschaft nun in eine neue Phase kommt und damit der Vorstand auch anders vorgehen will. «Dieser Kurs ist nicht meiner und die heutige Sozialpartnerschaft erachte ich als zielführender», sagt die Basler SP-Nationalrätin auf Anfrage von 20 Minuten. Eine Abgangsentschädigung erhalte sie übrigens nicht, sagt Wyss.

Die Gewerkschaft habe in den letzten Jahren viele Erfolge für die Mitarbeitenden erzielt, sagt Wyss weiter. Sei es, dass das Waffentragen für Zöllnerinnen und Zöllner freiwillig geblieben ist, Verbesserungen im Sozialplan oder ganz generell, dass die Sozialpartnerschaft seit einiger Zeit auf Augenhöhe stattfinde. «Nun kommt eine neue Phase und dort kann und möchte ich nicht die Spitze sein. Die Zeit möchte ich jedoch nicht missen und gehe mit keinem schlechten Gefühl», sagt sie abschliessend.

Das sagt die Gewerkschaft zum Abgang

«Sarah Wyss zieht sich nach Differenzen mit dem Zentralvorstand über das weitere Vorgehen und über die Einschätzung der Transformation zurück», schreibt Garanto in einer Mail an die Mitglieder. «Wir respektieren den Entscheid und bedauern diesen sehr. Wir danken Sarah für das grosse Engagement», schreibt die Gewerkschaft weiter. Interimistisch übernehme ein Co-Präsidium, bestehend aus den ehemaligen Vizepräsidenten Daniel Gisler und Angelo Ries, die Führung der Gewerkschaft. Eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident werde an der Versammlung vom 24. Mai 2024 gewählt.

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20min/Stefan Lanz

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