KosovoAbfallproblem: Zürich schickt ausgediente Müllwagen nach Pristina
In der kosovarischen Hauptstadt Pristina funktionieren nur gerade fünf von 50 Müllwagen. Jetzt hilft Zürich der Stadt aus.
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Darum gehts
Pristina erhält ausrangierte Müllwagen aus Zürich zur Verbesserung der Müllentsorgung.
Nur fünf von 50 Müllwagen sind in Pristina einsatzbereit.
Die SVP sieht die Aktion kritisch.
«Es fehlt an Trucks, es fehlt an Containern, es fehlt an allem.» Das ist die ernüchternde Bilanz, die der Vizebürgermeister der kosovarischen Hauptstadt, Alban Zogaj, in Bezug auf das Müllproblem in Pristina zieht. Gegenüber der NZZ sagt er, dass nur gerade einmal fünf von 50 Müllwagen funktionstauglich sind.
Zürich hat keinen Bedarf mehr an Dieselfahrzeugen
Gegenüber der Schweizer Zeitung erklärt Zogaj weiter, dass er diese Woche ein Telefon aus Zürich bekommen habe. Darüber sei er «sehr, sehr froh». So will Zürich der kosovarischen Hauptstadt mit ausrangierten Müllwagen (Entsorgung und Recycling Zürich ERZ) aushelfen. In Zukunft sollen diese das Stadtbild von Pristina zieren und dort für Sauberkeit sorgen.
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Die kosovarische Hauptstadt Pristina hat ein Müllproblem. Aktuell sind nur fünf von 50 Müllwagen funktionstüchtig.
IMAGO/WirestockDas Zürcher Stadtparlament hat einen entsprechenden Vorstoss im Parlament am Mittwoch angenommen. Dieser sieht eine «kostengünstige» Abgabe der Güselwagen vor. Denn: Die Stadt hat selber keinen Bedarf mehr – die Wagen fahren nämlich mit Diesel. Diese Fahrzeuge passen nicht zum Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden. Zürich will in Zukunft vollelektrische Wagen für die Müllabfuhr einsetzen. Elf dieser Fahrzeuge sind Bereits im Einsatz, insgesamt sollen es 69 werden.
Das sagen FDP und SP
Gegenüber der NZZ sagt FDP-Mann Flurin Capaul auf die Frage, wieso genau Pristina die Müllwagen bekommt: «Ganz einfach, sie haben gefragt.» Capaul hat zusammen mit Pascal Lamprecht von der SP den Vorstoss eingereicht. Lamprecht will dann auch nicht von Entwicklungshilfe sprechen. Er redet von einer Stärkung der Infrastruktur.
Das sagt die SVP
Die SVP hingegen kritisiert das Vorhaben, der Aktion fehle die Logik. John Widmer sagt: «Wir ersetzen unsere CO2-Schleudern, indem wir sie nach Kosovo abschieben. Dort produzieren sie weiterhin CO2, was ja bekanntlich ein ganz anderes CO2 ist als das bei uns.»
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