Level 3: Autonomes Fahren soll in der Schweiz ab 2025 kommen

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SchweizAutonomes Fahren: Ab 2025 ist «Level 3» erlaubt

Der Bund will Fahrassistenten der Stufe 3 ab 2025 zulassen: Das bedeutet, dass man seine Hände vom Steuer nehmen darf. Aktuell haben aber nur zwei Autohersteller gute Aussichten auf eine Zulassung.

Level 3 kommt: Der Bundesrat will ab 2025 teilweise automatisiertes Autofahren erlauben.
Der Verkehrsminister Albert Rösti und sein Bundesamt für Strassen erhoffen sich dadurch mehr Sicherheit und weniger Staus.
Die nötigen Verordnungen sollen noch dieses Jahr beschlossen werden.
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Level 3 kommt: Der Bundesrat will ab 2025 teilweise automatisiertes Autofahren erlauben.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Ab 2025 sollen auf Schweizer Autobahnen Fahrassistenzsysteme ab Stufe 3 zugelassen werden.

  • Der Bund will damit die Verkehrssicherheit erhöhen.

  • Erste Autobauer haben bereits Level-3-Systeme entwickelt, die aber aufgrund der hohen Preise nur langsam massentauglich werden.

Automatisiertes Fahren auf Schweizer Autobahnen: Was lange als Hype galt, könnte ab 2025 Realität werden. Der Bund plant, Fahrassistenzsysteme ab Stufe 3 zuzulassen. Damit dürften Autofahrerinnen und Autofahrer ihre Hände vom Lenkrad nehmen, während das Auto eigenständig die Spur hält, bremst, beschleunigt und sogar Hindernissen ausweicht.

Laut Jürg Röthlisberger, dem Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra), werden die gesetzlichen Grundlagen derzeit geschaffen. Noch in diesem Jahr soll der Bundesrat die nötigen Verordnungen beschliessen, sodass in der ersten Hälfte 2025 die Zulassung der Systeme erfolgen kann.

Autonomes Fahren: Systeme sollen Sicherheit erhöhen

Mit der Einführung der Fahrassistenten für den Verkehr auf Schweizer Strassen will der Bund vor allem die Sicherheit erhöhen: Die Zahl der Todesopfer auf Autobahnen hat sich im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Jahr 2020 verdoppelt. Denn durch die überlasteten Strassen steigt das Risiko für gefährliche Situationen laut dem Astra-Direktor zunehmend an.

Level 3: Tesla muss noch abwarten

Während Tesla noch auf die Zulassung seiner Systeme wartet, haben andere Marken wie Mercedes-Benz und BMW bereits Fortschritte gemacht. Mercedes-Benz war 2021 der weltweit erste Autobauer, der die Zulassung für ein Level-3-System erhalten hat – den «Drive Pilot». BMW folgte im Juni 2023 mit dem «Personal Pilot 3». Beide Systeme sind jedoch vorerst nur für die Spitzenmodelle dieser Hersteller verfügbar, deren Preise zwischen 120’000 und 200’000 Franken oder mehr liegen können.

Das ist ein Level-3-System

Die Entwicklung zum autonomen Fahren wird in fünf Levels eingeteilt, die von der Society of Automotive Engineers festgelegt wurde. Jedes Level beschreibt, in welchem Umfang das Fahrzeug die Aufgaben des Fahrers übernehmen kann und darf.

  • Level 1: Assistiertes Fahren, z. B. Tempomat und Spurhalteassistent.

  • Level 2: Teilautomatisiertes Fahren, z. B. Einparkhilfen.

  • Level 3: Hochautomatisiertes Fahren, Auto lenkt, überholt und bremst selbst.

  • Level 4: Vollautomatisiertes Fahren, Auto kann selbständig navigieren, Fahrer schreitet nur notfalls ein.

  • Level 5: Autonomes Fahren, Passagiere übernehmen gar keine Fahrer-Funktionen mehr.

Das sagt Mercedes zum Start in der Schweiz

Damit sind die Systeme der beiden deutschen Autobauer aber noch nicht automatisch zugelassen: «Ob und wann unser System in der Schweiz erhältlich sein wird, hängt vom rechtlichen Rahmen und der Nachfrage ab», so eine Sprecherin von Mercedes-Benz Schweiz zum «Tages-Anzeiger».

Beim Unternehmen hofft man zudem, dass sich die Zulassung hierzulande nicht zu sehr von jener in der EU unterscheidet – dem scheint das Astra gewissermassen eine Absage zu erteilen: Die Zulassung werde «sorgfältig und unter Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen der Schweiz» erfolgen, so das Bundesamt.

Experten warnen vor zu hohen Erwartungen.

Experten warnen vor zu hohen Erwartungen.

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Das können die Assistenten noch nicht

Die neuen Systeme funktionieren nur bei bestimmten Bedingungen: Nachtfahrten und Fahren bei Regen überfordert die Selbstfahrassistenten schnell. Kritiker verweisen zudem schon lange auf Schwachstellen wie Totalausfälle und Fehler des Systems.

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Fachleute wie Astra-Direktor Röthlisberger warnen deshalb vor zu hohen Erwartungen: «Die Autoindustrie ist noch nicht so weit». Zudem dürften die Systeme in der Anfangsphase nur auf gewissen Autobahnen zugelassen sein. Es bleibt abzuwarten, ob die teuren Systeme von Mercedes und BMW schnell massentauglich werden oder zuerst auch Hersteller günstigerer E-Autos mit Level-3-Systemen auf den Markt bringen.

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