Ärger für Insta-Pages – Alain Berset will keine Memes von sich dulden

Publiziert

Ärger für Insta-PagesAlain Berset will keine Memes von sich dulden

Ein T-Shirt mit Fotos von Alain Berset und der Aufschrift «F*gg den 19er» wird auf Instagram abgefeiert. Dass sich einige am Design bereichern wollen, sorgt jedoch für Unmut.

Dieses T-Shirt sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff.
Das ursprüngliche Design wurde von der Meme-Page «chnöitöif im schissdräck» entworfen.
Diese offensichtliche Kopie sorgt nun für Ärger.
1 / 4

Dieses T-Shirt sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff.

Screenshot/19er.ch

Darum gehts

Bundesrat Alain Berset mit Mafioso-Hut und verschmitztem Grinsen im Gesicht. Im Hintergrund umherfliegende Corona-Viren und eine dicke Überschrift mit den Worten: «Berset Alain – F*gg den 19er». Dieses T-Shirt wird im Netz abgefeiert. Kreiert wurde es von einer Berner Meme-Page mit dem Namen «chnöitöif im schissdräck». In einer limitierten Auflage wurde das Shirt vor einigen Monaten über Instagram verkauft. Der Erlös wurde von den Betreibern des Insta-Kanals nach eigenen Angaben für einen wohltätigen Zweck gespendet. Die hohe Nachfrage nach dem Shirt blieb jedoch nicht unbemerkt: Eine andere Meme-Page mit dem Namen «dr.schwiz» und fast 90’000 Followerinnen und Followern hat das Design leicht abgeändert und verkauft die Shirts nun für 48 Franken pro Stück.

Der Design-Klau löste auf Instagram einen regelrechten Shitstorm aus. Unter anderem weil die Meme-Page «dr.schwiz» behauptete, das Design selbst erstellt zu haben und es mit Hilfe des Skandalpolitikers Eric Weber bewirbt. «Als Werbeaktion dachten sie, es wäre eine gute Idee, einen rechtsextremen Politiker einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt sollte allen klar sein, was für Personen hinter der Meme-Page stecken», schreiben die Betreiber von «chnöitöif im schissdräck» in einem Statement.

Shitstorm, Beef und gebrochene Abmachungen

«Wir haben das Design auf Tiktok gesehen. Da der Urheber unbekannt war, haben wir es redesignen lassen. Wir haben andere Farbakzente und eine andere Schrift verwendet», so der Administrator der Meme-Page «dr.schwiz» gegenüber 20 Minuten. Durch ein «Hate-Video» sei er darauf aufmerksam geworden, dass die Idee dafür von einer anderen Meme-Page stammt. Und weiter: «Nach einem friedlichen Telefonat haben wir uns darauf geeinigt, den Release des Shirts zu unterlassen.»

Jedoch habe sich der Berner Insta-Kanal «chnöitöif im schissdräck» geweigert, das eingangs erwähnte Video zu löschen. So habe er die T-Shirts dennoch herausgegeben. Bislang seien 50 Stück verkauft worden, was einem Gewinn von 1150 Franken entspreche. Nach eigenen Angaben will er einen Teil davon an das Sozialwerk Pfarrer Sieber spenden. Die Administratoren des Insta-Kanals «chnöitöif im schissdräck» waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Drohen rechtliche Konsequenzen?

Weniger Freude an den Berset-Shirts hat dessen Departement. «Der Rechtsdienst der Bundeskanzlei wird hier intervenieren, wie stets beim Missbrauch von Bildern eines Bundesratsmitglieds für Werbezwecke», sagt EDI-Mediensprecher Markus Binder. In der Tat gab es in der Vergangenheit ähnliche Vorfälle: So schrieb beispielsweise die Künstlerin Jessica Jurassica einen fiktiven Kurzroman mit einem Foto von Alain Berset auf dem Buchcover, worin es um Sexabenteuer des Bundesrats ging.

Aktivier jetzt den Bern-Push!

Etwas gesehen, etwas gehört?

Schick uns deinen News-Input!

Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente schnell und unkompliziert an die 20-Minuten-Redaktion.

Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.

Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb

((RC))

Deine Meinung zählt

5 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen