Basel: Polizei warnt vor Mickey-Maus

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BaselUnheimlicher Mickymaus soll verhindern, dass Bettler tricksen

Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat im Stadtkern Warnschilder aufgestellt, auf denen im Hintergrund eine der stadtbekannten bettelnden Mickymäuse zu sehen ist.

Solche Plakate, die eine unheimlich unscharfe Mickymaus zeigen, sind derzeit in Basel zu sehen.
 «Besucher wie auch Standbetreiber wissen nicht, was erlaubt ist und was nicht. Die Schilder sollen dafür sensibilisieren», sagt Polizeisprecher Rooven Brucker.
Bereits an der Basler Herbstmesse fielen die kostümierten Bettler mit ihrer aufdringlichen Art auf.
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Solche Plakate, die eine unheimlich unscharfe Mickymaus zeigen, sind derzeit in Basel zu sehen.

20min/Gandalf Weidemann

Darum gehts

Drei Warnschilder der Kantonspolizei Basel-Stadt wurden seit Anfang Dezember in der Stadtmitte verteilt, um vor aggressivem und aufdringlichem Betteln zu warnen. Im Hintergrund ist verschwommen eine Person im Mickymaus-Kostüm zu erkennen. Bereits im Herbst fielen so kostümierte Bettler bei der Bevölkerung mit aggressiven Methoden auf. Die Schilder sollen Besuchende sensibilisieren und sind auch eine Nachricht an die Mickymäuse.

«Zu Beginn des Adventsmarkts haben wir die Schilder aufstellen lassen, nachdem bereits an der Basler Herbstmesse Rückmeldungen aus der Bevölkerung kamen, dass teilweise aufdringlich gebettelt wurde», sagt Rooven Brucker, Sprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt. Besuchende und Standbetreibende, die von ausserhalb kommen, wüssten nicht, was gemäss Bettelgesetz erlaubt ist und was nicht. 

«Sie machen mit den Kostümen einen offiziellen Eindruck»

«Bei den Mickymäusen denken die Menschen teilweise, dass sie überall betteln dürfen, weil sie kostümiert sind und einen offiziellen Eindruck erwecken», so Brucker. Nach Bettelgesetz müssen beim Betteln jedoch fünf Meter Abstand zu den Einkaufsläden und Verkaufsständen gehalten werden. Menschen, die mit den bettelnden Mäusen nicht vertraut sind, sollen nicht den Eindruck haben, dass diese zur Veranstaltung gehören.

«Wir hoffen durch das Aufmerksammachen, dass sich Menschen schneller bei der Polizei melden, sollte ein Fehlverhalten festgestellt werden», sagt Brucker. Dies ermögliche ein gezielteres Reagieren der Behörden. Doch die Schilder sind auch ein klares Statement an die Bettelnden selber. «Wir sprechen damit die Bettler direkt an und weisen auf die Regeln hin», so der Polizeisprecher. 

Ein Ablaufdatum haben die Schilder nicht. «Sie bleiben auch im Januar und werden an unterschiedlichen Orten und Hotspots in der Stadt aufgestellt, wie auch bewusst an grösseren Events platziert», sagt Brucker. Es wird situativ entschieden werden, für wie lange. Entstanden sei die Idee mit dem Community Policing der Kantonspolizei Basel-Stadt, einer niederschwelligen Schnittstelle zwischen Bevölkerung und Polizei.

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