«My Wife, My Abuser»Frau verprügelt Mann 20 Jahre lang: Doku verstört Zuschauer
Vor den Augen ihrer Kinder wird Richard Spencer von seiner Frau jahrelang misshandelt. Eine Dokumentation sorgt auf Tiktok für emotionale Reaktionen.
Darum gehts
In der neuen britischen Netflixserie «My Wife, My Abuser» zeigen versteckte Kameraaufnahmen, wie ein Mann 20 Jahre lang von seiner Frau misshandelt wurde.
Richard Spencer erzählt von seinen traumatischen Erlebnissen und zeigt seine unzähligen Verletzungen, welche ihm seine Frau Sheree zugefügt hat.
Zuschauerinnen und Zuschauer sind schockiert und teilen ihr Mitgefühl auf Social Media.
Er träumte vom idyllischen Leben mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in einem grosszügigen Haus in einem Vorort vom britischen York. Gegen aussen wurde dieser Schein gewahrt – doch was sich in den eigenen vier Wänden abspielte, schockiert jetzt die Öffentlichkeit. In der neuen britischen Netflixserie «My Wife, My Abuser» erzählt Richard Spencer von zwei Jahrzehnten Missbrauch durch seine eigene Ehefrau Sheree.
Sie hat ihn jahrelang beschimpft, bespuckt und geschlagen, blaue Flecken und Kratzer zugefügt und ihn im Haus eingesperrt. Bei einem Angriff hielt sie ihm ein Messer an die Kehle, ein andermal verprügelte sie ihn betrunken mit einer Weinflasche, was zu bleibenden Verletzungen an seinem Ohr und Ellbogen führte. Das brutale Verhalten seiner Frau wurde heimlich mit einer Nanny-Cam gefilmt. In der Dokumentation von Channel 5, welche nun auf dem britischen Netflix läuft, sind die verstörenden Szenen und Tonaufnahmen zu sehen.
Sheree stellte sich in die Opferrolle
Sheree kontrollierte Richard auch finanziell – sie zwang ihn, Kredite für Ferien aufzunehmen, und weigerte sich, zu den Rechnungen beizutragen. Zudem drohte sie, bei der Polizei falsche Anschuldigungen gegen ihn zu erheben und sich als Opfer darzustellen und sich selbst zu verletzen, wenn er den Missbrauch preisgäbe. Also schwieg Richard. Er begann jedoch, seine Verletzungen zu dokumentieren und geheime Tonaufnahmen von den Wutausbrüchen seiner Frau zu machen.
Die zwei installierten Nanny-Cams, welche das Paar für ihre drei kleinen Töchter im Spiel- und Schlafzimmer aufgestellt hatten, verhalfen Richard schlussendlich dabei, seine Frau anzuzeigen.
«Sie erklärte unbarmherzig, dass ich eine Strafe verdient hätte»
Sheree besiegelte ihr eigenes Schicksal, als sie eines Nachts überraschend einen von Richards Freunden anrief und behauptete, er sei betrunken und sie fürchte sich vor ihm. Als der Freund vorbeikam, gestand Richard die jahrelangen Misshandlungen, denen Sheree ihn ausgesetzt hatte und zeigte Videos der Nanny-Cam. Im Namen von Richard ging der Freund daraufhin zur Polizei.
Richard übergab der Polizei 43 Bilder von Verletzungen, die seine Frau ihm zugefügt hatte. Sheree bekannte sich der Nötigung und Kontrolle sowie dreifacher Körperverletzung schuldig. Im März 2023 wurde sie zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Während der Gerichtsverhandlung sagte die Richterin: «Dies ist der schlimmste Fall von kontrollierendem und zwanghaftem Verhalten, den ich je gesehen habe.»
Die Misshandlungen erstreckten sich über mehrere Jahre und waren regelmässig, teils mehrmals pro Tag. Nach der Inhaftierung von Sheree meinte Richard gegenüber den Medien: «Ich habe mich damit abgefunden, dass ich mich nie vollständig von ihrem Missbrauch erholen werde, und dass dieser dauerhafte, schädliche Auswirkungen auf mein Leben und das meiner Familie haben wird.»
Die Tortur wurde vor der Aussenwelt, einschliesslich Familie und Freunden, geheim gehalten. «Sheree manipulierte mich, sodass ich glaubte, ich sei ein verantwortungsvoller und willentlicher Teilnehmer des Missbrauchs», erklärt Richard. Und weiter: «Sie erklärte unbarmherzig, dass ich eine Strafe verdient hätte und dass dies eine gerechtfertigte Konsequenz meiner Enttäuschung von ihr wäre.»
«Mir ist körperlich schlecht»
Auf Social Media wird die Dokumentation diskutiert und Userinnen und User äussern ihr Mitgefühl und sind schockiert von den erschütternden Szenen. «Ich kann meinen Kummer und Ekel wirklich nicht in Worte fassen. Dieser arme Mann und seine Kinder», schreibt etwa ein Zuschauer. «Mir ist körperlich schlecht. Häusliche Gewalt ist kein geschlechtsspezifisches Verbrechen! Jeder kann Opfer davon werden.»
Andere finden, diese Dokumentation sei «absolut brutal anzusehen», und dass sie «bitterlich geweint» hätten. «Diese Frau ist der absolute Abschaum und ich hoffe, ihre Kinder müssen sie nie wieder sehen. Vier Jahre sind eine lächerlich kurze Haftstrafe», wird das Gerichtsurteil von einem X-User bemängelt.
Richard Spencer erhält ausserdem viel Zuspruch für seinen Mut, seine Stärke und Geduld sowie Mitgefühl. «Ich hoffe wirklich, dass es ihm jetzt gut geht und er dieses Monster nie wieder sehen muss.»
Die Dokumentation ist auf dem britischen Netflix oder Channel 5 sowie auf Youtube zu sehen.
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Polizei nach Kanton
Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein
Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer
LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133
Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13
Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Beratungsstellen für gewaltausübende Personen
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