OpenAI: ChatGPT-Entwickler schmeisst Chef Sam Altman raus

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OpenAIChatGPT-Entwickler schmeisst Chef Sam Altman raus

OpenAI und Sam Altman gehen ab sofort getrennte Wege. Zur Begründung erklärte OpenAI, Altman sei in seiner Kommunikation mit dem Vorstand nicht immer «ehrlich» gewesen.

Sam Altman ist nicht mehr länger Chef von OpenAI.
Altman sei nicht aufrichtig in seiner Kommunikation mit dem Gremium gewesen, hiess es in einer Mitteilung am Freitag.
Technologiechefin Mira Murati wird vorläufig den Chefposten übernehmen.
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Sam Altman ist nicht mehr länger Chef von OpenAI.

REUTERS

Darum gehts

  • Die ChatGPT-Entwicklerfirma OpenAI wechselt ihren Chef.

  • Der Verwaltungsrat von OpenAI entzog Mitgründer und Firmenlenker Sam Altman das Vertrauen.

  • Die Technologiechefin Mira Murati wird Interims-CEO.

Der Entwickler des Chatbots ChatGPT, OpenAI, hat überraschend seinen Chef Sam Altman gefeuert. Das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen erklärte am Freitag zur Begründung, der 38-Jährige sei in seiner Kommunikation mit dem Verwaltungsrat nicht immer «ehrlich» gewesen. «Der Vorstand hat nicht länger Vertrauen in seine Fähigkeit, OpenAI weiter zu führen.»

OpenAI machte zunächst keine näheren Angaben zu den Vorwürfen gegen Altman, der durch ChatGPT zu einem der Gesichter der künstlichen Intelligenz und zu einem Star des Silicon Valley geworden war. Die bisherige OpenAI-Technologie-Chefin Mira Murati soll den Angaben zufolge das Unternehmen mit sofortiger Wirkung übergangsweise führen. Die Suche nach einem neuen Chef oder einer neuen Chefin laufe.

Als Non-Profit-Unternehmen gegründet

OpenAI war 2015 zunächst als Non-Profit-Unternehmen gegründet worden. 2019 erlaubte eine Umstrukturierung aber das Erwirtschaften begrenzter Gewinne. Der Software-Riese Microsoft stieg zudem im selben Jahr mit zunächst einer Milliarde Dollar bei OpenAI ein.

Nutzt du ChatGPT?

Das Unternehmen sorgte dann vor rund einem Jahr mit der Einführung von ChatGPT für Furore: Das Programm ist in der Lage, mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) aus sehr kurzen Eingabeaufforderungen beispielsweise Essays, Gedichte oder Unterhaltungen zu generieren. ChatGPT machte die Möglichkeiten der KI damit schlagartig einem grossen Publikum bewusst – was auch zu Befürchtungen zum Potenzial von KI geführt hat.

Verantwortungsvoller Umgang mit KI

OpenAI hatte von Anfang an das Ziel ausgerufen, einen verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz zu finden. KI könne der Gesellschaft grossen Nutzen bringen, ihr aber auch potenziell grossen Schaden zufügen, erklärte damals das Gründerteam, dem neben Altman unter anderem auch Tesla-Chef Elon Musk angehörte. «Unser Ziel ist es, digitale Intelligenz so voranzubringen, dass es am wahrscheinlichsten ist, dass sie der Menschheit als Ganzes nutzt.»

«Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, fast jeden Aspekt unseres Lebens zu verbessern», sagte Altman im Mai vor dem US-Kongress. «Sie birgt aber auch ernsthafte Risiken.»

Schon zuvor App gegründet

Der in St. Louis im Bundesstaat Missouri aufgewachsene Altman hatte sich im Silicon Valley schon einen Namen gemacht, bevor er mit ChatGPT weltweit bekannt wurde. Altman studierte Informatik an der kalifornischen Elite-Universität Stanford, schmiss das Studium aber und gründete die App Loopt, mit der Nutzer ihren Standort mit Freunden und Verwandten teilen konnten. 

Später stieg er beim Start-up-Inkubator Y Combinator ein, der Erfolgsunternehmen wie dem Wohnungsvermittler Airbnb und dem Lieferservice DoorDash Starthilfe leistete. 2014 wurde Altman Chef von Y Combinator. Den Posten gab er fünf Jahre später ab, um sich mehr auf OpenAI konzentrieren zu können. Altman hat auch Hunderte Millionen Dollar in das Fusionsenergie-Start-up Helion investiert und arbeitet an einer Kryptowährung namens Worldcoin, deren Nutzer sich anhand ihrer Iris identifizieren sollen.

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(AFP/bre)

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