St. Gallen: Mehr Verletzungen durch Hundebisse

Publiziert

OstschweizHäufiger Verletzungen durch Hundebisse registriert

Die steigende Anzahl von Hunden im Kanton St. Gallen, Thurgau und Graubünden führt auch zu mehr Bissvorfällen. Die Dunkelziffer könnte noch höher sein.

Graubünden, St. Gallen und Thurgau haben zusammen knapp 70'000 Hunde.
In allen drei Kantonen wurden knapp 900 Bissvorfälle gemeldet.
Die Zahl der Verletzungen durch Hundebisse steigt.
1 / 4

Graubünden, St. Gallen und Thurgau haben zusammen knapp 70'000 Hunde.

Marcus Brandt/dpa

Darum gehts

  • In den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Graubünden wurden letztes Jahr knapp 900 Hundebisse registriert.

  • Die Anzahl der Hunde in diesen Kantonen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

  • Mit der Zunahme der Hundepopulation häufen sich auch die Vorfälle von Bissverletzungen.

Im Kanton St. Gallen leben derzeit etwa 31'200 Hunde, was einem Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zu 2010 entspricht. Gleichzeitig mit dieser Zunahme ist auch die Zahl der Verletzungen durch Hundebisse gestiegen, teilt die Regierung auf eine Anfrage des Kantonsrats mit.

Die Anfrage wurde aufgrund von zwei Vorfällen in der Stadt St. Gallen gestellt. Beim ersten Vorfall verbiss sich im Juni in der Stadt St. Gallen ein angeleinter Pitbull mit einem frei laufenden Malteser, woraufhin der Pitbull mit einer Axt erschlagen wurde. Beim zweiten Vorfall wurde ein Bub, der Fussball spielte, von einem Schäferhund gebissen.

Die Meldungen in St. Gallen von aggressivem Verhalten von Hunden steigen ebenfalls stetig.

Die Meldungen in St. Gallen von aggressivem Verhalten von Hunden steigen ebenfalls stetig.

AVSV-Jahresbericht 2023/Screenshot

376 Hundebisse an einem Mensch in St. Gallen

Im vergangenen Jahr wurden laut Regierungsangaben 376 Fälle von Hundebissen registriert. Das entspricht mehr als einem Vorfall pro Tag. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher ist. Nur Menschen, die beruflich mit Hunden arbeiten, sind verpflichtet, einen solchen Vorfall zu melden. Laut dem Kantonsrat werden die gemeldeten Vorfälle nicht nach Rassen erfasst, da das geltende Hundegesetz keine Einschränkungen bestimmter Rassen vorsieht.

Auch die Meldungen von aggressivem Verhalten von Hunden steigen stetig, wie auch das «Regionaljournal Ostschweiz» berichtete. Viele Menschen fühlen sich durch die Hunde gestört oder haben Angst vor ihnen.

Hundeentwicklung in der Schweiz seit 2016

Hundeentwicklung in der Schweiz seit 2016

Identitas/Screenshot

Zahl der gehaltenen Hunde verdoppelt

Im Kanton Thurgau nahm die Anzahl Hunde in den letzten Jahren ebenfalls zu. Wie das Veterinäramt Thurgau 20 Minuten mitteilt, sind derzeit 21'525 Hunde registriert, eine Zahl, die in den letzten Jahren kontinuierlich leicht gestiegen ist. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es noch 18'571 registrierte Hunde.

«Dieser Anstieg ist Teil eines langfristigen Trends, der seit den 1980er-Jahren zu beobachten ist», sagt das Veterinäramt. Seitdem hat sich die Anzahl der im Kanton Thurgau gehaltenen Hunde ungefähr verdoppelt.

222 Hundebissvorfälle im Thurgau

Ein Jahr zuvor waren es noch 196 Vorfälle. «Auch hier im Kanton Thurgau wird vermutet, dass nicht alle Vorfälle gemeldet werden, da für Hundehalterinnen und Hundehalter keine entsprechende Meldepflicht gilt», so der Amtsleiter.

Seit dem 1. April 2024 müssen Hundehalterinnen und Hundehalter im Kanton Thurgau verpflichtend Kurse besuchen. «Wie sich dies auf die Anzahl der Hundebissvorfälle auswirken wird, bleibt abzuwarten», teilt das Veterinäramt weiter mit.

Herrchen des Hundes ist verantwortlich

Im Kanton Thurgau gilt, dass Hunde so gehalten werden müssen, dass weder Menschen noch Tiere gefährdet oder belästigt werden. Hundehaltende sind verpflichtet, Vorsichtsmassnahmen zu treffen, um Gefährdungen zu vermeiden.

294 Bissvorfälle in Graubünden

Im Kanton Graubünden sind derzeit 15'142 Hunde registriert, teilt der Kantonstierarzt mit. «Dies stellt eine mässige Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren dar.»

Auch die Zahl der Bissvorfälle bleibt relativ konstant: Im Jahr 2023 wurden 294 Vorfälle verzeichnet. Der Kantonstierarzt vermutet, «dass es eine gewisse Dunkelziffer gibt», weist jedoch darauf hin, dass Vorfälle zwischen Hunden und Menschen von den Ärzten pflichtbewusst gemeldet wurden.

Verwaltungs- oder strafrechtliche Massnahmen

Im Falle eines Verstosses werden strafrechtliche Massnahmen ergriffen. Dies mit der Absicht, das Verhalten der Hundebesitzer zu beeinflussen und sie zu mehr Eigenverantwortung anzuregen.

Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?

Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.

Deine Meinung zählt