StandortausbauBei der Post ist Deutsch jetzt weniger gefragt
Mehr Frauen, mehr KI und weniger Bern-lastig: Im Kampf um IT-Fachkräfte geht die Post neue Wege.
Workation bei der Post: Darum gehts
IT-Angestellte der Post können jetzt die Ferien verlängern und von dort arbeiten.
So will die Post mehr Fachkräfte finden.
Auch ein stärkerer Fokus auf KI soll helfen.
Die Post will vor allem digital wachsen. Sie will mit Angeboten wie E-Voting oder elektronischem Patientendossier trumpfen. Dafür braucht sie viele IT-Profis.
Doch dem Staatsbetrieb macht der Fachkräftemangel in der IT zu schaffen. Mit den hohen Lohnexzessen wie bei Google, wo schon der Praktikant 9000 Franken im Monat verdienen soll, will der Staatsbetrieb aber nicht konkurrieren, wie Konzernleitungsmitglied Wolfgang Eger an einem Medienanlass am Mittwoch sagte.
Eger ist zuständig für die IT bei der Post und leitet derzeit etwa 1400 Angestellte. Mehr IT-Profis vor allem von der Gen Z will er durch verschiedene Massnahmen anlocken:
Workation: Seit vergangenem Jahr können die Angestellten auf Probe ihre Ferien verlängern und von dort arbeiten. 80 hätten das Angebot für die Arbeit in 20 Ländern genutzt. Das Feedback sei sehr gut, es habe keine Beschwerden und auch von den Daheimgebliebenen keinen Neid gegeben, sagt Eger. Wer im Ausland war, habe die Arbeit im selben Umfang erledigt, sonst hätte das Team etwas gesagt. Nun will die Post das Angebot weiterführen.
Fokus auf künstliche Intelligenz (KI): Rund zehn Prozent der Angestellten in der IT arbeiten bereits im KI-Bereich. Die Post wolle ihre KI-Kompetenzen aufbauen, auch in Spezialgebieten wie KI-Ethik. KI diene bereits assistierend beim Check, ob Pakete zu verzollen seien, oder bei der handschriftlichen Adresserkennung. Die Post arbeitet auch mit Microsoft für die Integration von ChatGPT. In welcher Form die Kundschaft mit dem Sprach-Bot interagieren wird, sei noch unklar. Post-CEO Roberto Cirillo sagte im vergangenen Jahr, dass es in Zukunft mehr Automaten und Berater statt klassischer Schalter geben wird. Der IT-Leiter betont, dass viele Leute auch noch den physischen Kontakt wollten, der Anteil an digitalen Kontaktpunkten aber zunehmen werde.
Könntest du dir vorstellen, bei der Post mit dem Chatbot zu sprechen?
Mehr Diversität: Die IT der Post will den Frauenanteil steigern. So will sie etwa nicht nur Fachkräfte aus der Informatik und Mathematik, sondern sucht auch in branchenverwandten Themen wie Naturwissenschaften.
Weniger deutschsprachig: Die IT der Post will sich nicht mehr nur auf Bern konzentrieren. Sie verdoppelte die Anzahl Angestellte an den Standorten Neuenburg und Bellinzona, im Dezember eröffnete sie einen weiteren in Lausanne. Auch bei dem im vergangenen Jahr in Lissabon eröffneten Campus will sie die Anzahl Mitarbeitende verdoppeln. Weitere ausländische Standorte sollen aber nicht dazukommen.
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