Prozess gegen Diddy: Richter weist Klagen teilweise ab

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Rap-MogulTeilerfolg für Diddy: Richter weist Klagen zurück

Einen Teil der Vorwürfe, die Diddys Ex-Produzent gegen ihn geäussert hat, wurden vom Richter abgewiesen. Der Prozess wird aber unverändert stattfinden.

Ein Teil der Klagen, die Musikproduzent Rodney Jones gegen Diddy geäussert hat, wurde vom Gericht zurückgewiesen.
In den abgewiesenen Klagen geht es um Korruptionsvorwürfe, emotionale Unterdrückung und Vertragsbrüche. Unter anderem warf Jones Diddy vor, er wurde für seine Arbeit am «Love»-Album nicht bezahlt.
Der Prozess wird dennoch unverändert stattfinden. Die schwerwiegenden Vorwürfe sexuellen Missbrauchs bleiben bestehen.
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Ein Teil der Klagen, die Musikproduzent Rodney Jones gegen Diddy geäussert hat, wurde vom Gericht zurückgewiesen.

Getty Images for Sean Diddy Combs

Darum gehts

  • Rapper Diddy hat einen Teilerfolg in seinem Rechtsstreit erzielt.

  • Fünf von neun Anschuldigungen des Klägers Rodney Jones, darunter Korruption und Menschenhandel, werden nicht Teil des Prozesses sein.

  • Die schwerwiegenden Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs bleiben jedoch bestehen.

  • Diddy plädiert in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig.

Rapper Diddy (55) hat am Dienstag einen kleinen Triumph in seinem Rechtsstreit erreicht. Das Gericht hat einen Grossteil der Vorwürfe, die Musikproduzent Rodney Jones erhoben hat, abgewiesen.

Gerichtsdokumente, die TMZ und «People» vorliegen, zeigen, dass fünf der neun Anschuldigungen von Jones nicht Teil des Prozesses gegen Diddy sein werden. In den abgewiesenen Klagen geht es um Korruptionsvorwürfe, emotionale Unterdrückung und Vertragsbrüche. Unter anderem warf Jones Diddy vor, er wurde für seine Arbeit am «Love»-Album nicht bezahlt. Zudem wurde eine Menschenhandelsklage gegen Diddys Firma Combs Global zurückgewiesen.

Diddy erreichte mit seinen jährlichen «White Partys» in den 2000ern Kultstatus. Promis wie Leonardo DiCaprio waren regelmässig an den Partys zu Gast.
Bei den Partys floss reichlich Alkohol. Je später es wurde, desto sexueller sollen die Feiern geworden sein.
Eine ehemalige Partyplanerin des Rappers enthüllte nun Details zu den Festvorbereitungen. Der 55-Jährige liess Hunderte von Spiegeln an den Wänden und Decken anbringen.
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Diddy erreichte mit seinen jährlichen «White Partys» in den 2000ern Kultstatus. Promis wie Leonardo DiCaprio waren regelmässig an den Partys zu Gast.

DUKAS

Prozess gegen Diddy findet unverändert statt

Der Anwalt von Rodney Jones wurde gar vom Richter ermahnt. Seine eingereichten Klagen wiesen Qualitätsmängel auf. Der Prozess wird dennoch unverändert stattfinden. Die schwerwiegenden Vorwürfe sexuellen Missbrauchs bleiben bestehen.

Rodney Jones war einer der ersten Personen, die Diddy letztes Jahr anklagten. In seiner 105-seitigen Klage wirft er dem selbsternannten «Bad Boy for Life» den Handel und Konsum von Ecstasy, Kokain und Ketamin, Waffenhandel und das Fordern minderjährigen Prostituierten vor.

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Diddy sitzt weiterhin in Untersuchungshaft

Unterdessen werden dem 55-Jährigen von über 120 Personen sexueller Missbrauch, Gewalt und/oder die Verabreichung von Drogen vorgeworfen. Gemäss dem US-Magazin «Vulture» werden insgesamt 62 Klagen Teil der Verhandlungen vor dem Zivilgericht sein.

Die Vorfälle sollen sich über Jahre erstreckt haben. So sollen die Misshandlungen in den 90ern gestartet haben, der jüngste Vorfall soll 2022 stattgefunden haben. Das jüngste Opfer soll zur Zeit des Übergriffs zehn Jahre alt gewesen sein. Zusätzlich zu den 62 Zivilklagen muss sich der Rap-Mogul in vier Fällen vor dem Bundesgericht verantworten. Diddy plädiert in allen Punkten auf nicht schuldig. Er sitzt bis zum Prozessstart am 5. Mai in Brooklyn in Untersuchungshaft.

Weitere Artikel zum Diddy-Fall

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio, Beforemore und bei den UPK Basel.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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