Deutsche Reporter von Galileo staunen über Schweizer ÖV

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Reportage auf ProSieben«Ein Uhrwerk auf Schienen»: Deutsche staunen über Schweizer ÖV

Ein deutsches Reporterteam reiste in die Schweiz, um über das Bahnsystem zu lernen. Sie kehrten mit einer enttäuschenden Erkenntnis wieder heim.

«Keine einzige Verspätung. Krass!»: Die deutsche Reporterin staunt über die Schweizer Pünktlichkeit im Schweizer Bahnnetz.

Youtube/Galileo

Darum gehts

  • Ein Reporterteam der Sendung «Galileo» ging der Frage nach: «Wie schaffen es die Schweizer, ein so pünktliches ÖV-System zu haben?»

  • Die Deutschen unterhielten sich unter anderem mit dem Direktor des Bundesamts für Verkehr, Peter Füglistaler.

  • Von ihm erfuhren die Reporter, dass die Schweiz das Vierfache in den ÖV im Vergleich zu Deutschland investiert.

«Ein Uhrwerk auf Schienen», ohne Verspätungen, äusserst bequem und zuverlässig: Die Deutschen staunen über das Schweizer Bahnsystem. Das ProSieben-Wissensmagazin «Galileo» widmet der SBB einen über 15-minütigen Beitrag, um der einfachen Frage nachzugehen: «Wie machen die Schweizer das?»

Das Reporterteam reist dafür von Lörrach an der Schweizer Grenze bis nach Basel, um erstmal festzustellen, dass die SBB dort stets mindestens einen Ersatzzug bereithält, um den Verspätungen der Deutschen Bahn entgegenzuwirken. Wie oft kommen deutsche Züge eigentlich zu spät an, will die Reporterin wissen. «Jeden zweiten Tag», schätzt Luca Unternährer, Chef Lokpersonal der Schweizer Bahn. Und während das TV-Team sich darüber mit dem SBB-Mitarbeiter unterhält, muss der abgestellte Ersatzzug tatsächlich in den Einsatz gehen, weil ein Zug aus Hamburg mit 47 Minuten Verspätung ankommt.

«Man kann sich sicherlich viel in der Schweiz abschauen, aber man kann es nie eins zu eins übernehmen. Es wird nie funktionieren.»

Thomas Sauter-Servaes, Professor für Mobility Engineering im Eisenbahnbetriebslabor

Deutsche staunen über doppelstöckige S-Bahnen

Weiter wollen die «Galileo»-Reporter überprüfen, wie gut die Fahrpläne von Zügen, Trams, Bussen, Schiffen und Gondeln zeitlich abgestimmt sind. Sie reisen vom Bahnhof Bern bis zum Jungfraujoch. Die Tatsache, dass S-Züge doppelstöckig und die Türe breiter für ein fliessendes Ein- und Aussteigen sowie barrierefrei sind, überrascht die Moderatorin schon mal. Dass sie im Zug auch rasch einen Sitzplatz findet, verdutzt sie noch mehr. Zugegeben: Das Team reist nicht während der Stosszeiten.

Im Grindelwald steigt es in die Gondel um. «Die ist ja riesig», meint die Reporterin. Pünktlich geht es los, das findet das Team mittlerweile selbstverständlich. Dass jedoch alles mit einem einzigen Ticket geht, verblüfft die Deutschen.

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Die Schweiz investiert viel Geld ins ÖV-System

Im Gespräch mit dem Direktor des Bundesamts für Verkehr, Peter Füglistaler, erfährt das Reporterteam den Hauptgrund für die Pünktlichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel in der Schweiz. «Wir investieren etwa 450 Franken pro Kopf», verrät der er. Das ist ein markanter Unterschied zu Deutschland: Nach den Schätzungen der Reporterin liegen beim nördlichen Nachbar die Investitionen in den ÖV bei 114 Euro (umgerechnet etwa 110 Franken) pro Kopf.

Als letzte Station besuchen die «Galileo»-Reporter das Eisenbahnbetriebslabor in Dübendorf. Der in der Schweiz wohnhafte Deutsche Thomas Sauter-Servaes hat eine enttäuschende Erkenntnis für das TV-Team: «Man kann sich sicherlich viel in der Schweiz abschauen, aber man kann es nie eins zu eins übernehmen. Es wird nie funktionieren», sagt der Professor für Mobility Engineering. Der Grund: Die Schweiz nehme dafür ganz viel Geld in die Hand, um «so ein top saniertes System die ganze Zeit laufen zu lassen», so Sauter-Servaes.

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