Riesiges Datenleck bei Finanzberater Boreal Capital Management

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50 Gigabyte DatenRiesiges Datenleck bei Zürcher Finanzberatung: Nun zittern Politiker

Ein Journalisten-Netzwerk ist im Besitz von Kundendaten von bis zu 700 Personen aus der Politik. Folgen jetzt die Swiss Papers?

Auf dem Zürcher Finanzplatz geht die Angst vor einer grossen Enthüllung um.
Das Internationale Netzwerk investigativer Journalisten ist in Besitz von unzähligen Daten von Kunden von Schweizer Banken.
Das Netzwerk deckte mit den sogenannten Panama Papers und Pandora Papers bereits zahlreiche heimliche Geschäfte von Politikern auf.
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Auf dem Zürcher Finanzplatz geht die Angst vor einer grossen Enthüllung um.

Tamedia/Urs Jaudas

Datenleck bei Zürcher Finanzberater: Darum gehts

  • Ein neues Datenleck betrifft den Zürcher Vermögensverwalter Boreal Capital Management.

  • Unbekannte veröffentlichten 50 Gigabyte Daten im Darknet, darunter Informationen von bis zu 700 Personen aus der Politik.

  • Das Leck könnte eine der grössten Enthüllungen seit den Panama Papers sein.

Das internationale Journalisten-Netzwerk ICIJ deckte mit den sogenannten Panama Papers und den Pandora Papers heimliche Geschäfte von etlichen Präsidenten und Regierungschefs auf. Selbst die Queen war dabei. Folgt nun die nächste grosse Enthüllung mit den Swiss Papers?

Das Journalisten-Netzwerk ist im Besitz von unzähligen Kundendaten des Zürcher Vermögensverwalters Boreal Capital Management mit Ableger in Miami, wie der Westschweizer Blog Gotham City (hinter Bezahlschranke) berichtet.

Eines der grössten Datenlecks

Unbekannte Angreifer legten gegen 50 Gigabyte Daten im Darknet offen, von denen die meisten Boreal betreffen. Es wäre eines der grössten Datenlecks der jüngeren Zeit, schreibt der Finanzblog «Inside Paradeplatz».

Betroffen sind demnach bis zu 700 Personen aus der Politik in Ländern wie Spanien, Portugal, Andorra und Venezuela. Sie besitzen Vermögen bei Banken wie der UBS, Pictet, Lombard Odier, UBP, LGT und Vontobel.

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Der Vermögensverwalter bestätigt auf Anfrage, dass er Beweise über einen Cybersicherheitsvorfall erhalten habe, der von einer externen böswilligen Gruppe verübt worden sei. Dieser habe seinen Ursprung in der Datenbank eines ehemaligen Dienstleisters.

Die Firma habe interne und externe Expertenteams zusammengestellt, um die Sicherheitsverletzung zu untersuchen und künftige Risiken zu mindern. Darüber hinaus habe sie den Vorfall der Finanzmarktaufsicht gemeldet und eine Strafanzeige eingereicht. Aufgrund der laufenden Ermittlungen könne die Firma keine weiteren Details bekanntgeben.

Das Fedpol bestätigt auf Anfrage, entsprechende Abklärungen vorgenommen und an die Bundesanwaltschaft rapportiert zu haben. «Zum Stand dieser Abklärungen oder deren Inhalt können wir keine Auskunft geben», sagt Sprecher Patrick Jean.

Das Fedpol ist mit der Bundesanwaltschaft am Fall dran.

Das Fedpol ist mit der Bundesanwaltschaft am Fall dran.

20min/Matthias Spicher

In Portugal tauchte bereits ein Bericht auf über einen Ex-Arbeits- und Energieminister aus Portugal mit einem Millionenvermögen bei Boreal. Die Informationen dafür stammten von einer Ransomware-Gruppe namens Play. Auch die Genfer Tageszeitung «Le Temps» bezog sich bei ihrem Artikel zur Frau eines angeklagten moldawischen Oligarchen auf Daten der Gruppe.

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