BaselDie, die nichts haben, wohnen ganz unten
Reineinkommen und Reinvermögen von Herr und Frau Basler ist seit 2011 in den allermeisten Quartieren deutlich gestiegen. In einem Quartier ist die Gentrifizierung deutlich spürbar.
Darum gehts
Die Basler Steuerstatistik offenbart, wie wohlhabend Basler Gemeinden und Quartiere sind.
Dabei zeigt sich, wer am höchsten wohnt, hat am meisten und im unteren Kleinbasel haben sie am wenigsten.
Die Einkommens- und Vermögensdaten lassen sich mit anderen Indikatoren in Beziehung setzen.
Wer im Klybeck wohnt, hat praktisch null Vermögen, demgegenüber hat der durchschnittliche Bettinger Haushalt 72’800 Franken auf der Kante. Damit liegt die Basler Kleingemeinde Bettingen auf dem Chrischonahügel nicht nur geografisch über dem sehr wohlhabenden Riehen. Auch den an Villen reichen Bruderholz-Hügel stellen die Bettinger in den Schatten. Dies geht aus der Steuerstatistik des Kantons Basel-Stadt hervor, die einen tiefen Einblick in die Zusammensetzung des Basler Steuersubstrats gibt.
Dabei zeigen sich im Zehnjahres-Vergleich einige Auffälligkeiten. So schlägt die Gentrifizierung – damit wird die soziale Aufwertung bezeichnet – des Rosenthal-Quartiers in der Vermögensstatistik voll durch. Betrug das Reinvermögen dort 2011 noch bescheidene 976 Franken, waren es im Steuerjahr 2020 schon fast 7000 Franken. Dies dürfte vor allem auf die Arealentwicklung Erlenmatt zurückzuführen sein, vermutet das Statistische Amt in der aktuellen Ausgabe seines Dossiers. Starke Zuwachsraten erlebten auch die Wohnviertel Matthäus und Klybeck, wenn auch auf tiefem Niveau.
Nicht überall ging es indes aufwärts. Beim Einkommen war der Median in den Quartieren Iselin, Kleinhüningen und Klybeck über zehn Jahre betrachtet rückläufig. Das stärkste Minus von 4,4 Prozent erlebte das Klybeck, das auch das absolut ärmste Basler Quartier ist. Ein Blick aufs Quartierradar zeigt: Das Klybeck weist auch die tiefste Gymnasialquote (11,5 Prozent) und die höchste Sozialhilfequote (10,6 Prozent) aller Basler Quartiere auf.

Der Quartier-Smartspider des Statistischen Amts setzt verschiedene Indikatoren zueinander in Beziehung. So ist das Klybeck punkto Bildung, Einkommen und Wohnfläche pro Kopf das Schlusslicht das Basler Quartiere. Dafür ist hier der Anteil an Sozialhilfebezügen besonders hoch. Zum Kontrast der Quartierradar, wie die Grafik offiziell heisst, von Bettingen, der wohlhabendsten Basler Gemeinde. Die Wohnfläche pro Kopf, der Grünflächenanteil und auch der Altersquotient korrelieren offenbar stark mit den Einkommens- und Vermögensverhältnissen.

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