«Schaut hin, alles wird neu!» – Elon Musk gibt mit X den Tarif durch

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Twitter-Rebranding«Schaut hin, alles wird neu!» – Elon Musk gibt mit X den Tarif durch

Elon Musk hat den blauen Twitter-Vogel durch ein X ersetzt. Er zeige so, dass er der neue Sheriff in der Stadt sei, sagt eine Marketingexpertin. Doch geht seine Strategie auf?

Bye Twitter, hello X: Elon Musk hat das soziale Netzwerk umbenannt und ihm ein neues Logo verpasst.
Der blaue Twitter-Vogel ist nach über 15 Jahren Geschichte.
Laut Musk sind Twitter und der Vogel «zu klein» für seine Pläne: «Es ist nicht der Fall, wo eine Firma sich umbenennt, aber weiter dasselbe macht.»
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Bye Twitter, hello X: Elon Musk hat das soziale Netzwerk umbenannt und ihm ein neues Logo verpasst.

Getty Images

Darum gehts

  • Elon Musk hat das soziale Netzwerk Twitter in X umbenannt.

  • Das neue Logo zeigt ein weisses X auf schwarzem Grund, der blaue Vogel ist Geschichte.

  • Das X stehe für einen Neuanfang, sagt eine Marketingspezialistin – mit ungewissem Ausgang.

Der blaue Vogel stand über 15 Jahre für Twitter, nun hat Elon Musk das soziale Netzwerk in X umbenannt. Der Tech-Milliardär will die Plattform unter dem neuen Namen in «eine App für alles» umbauen und zum Beispiel Finanzgeschäfte ermöglichen. Dafür gibts auch ein neues Logo: ein weisses X auf schwarzem Hintergrund.

Laut Musk sind Twitter und der Vogel «zu klein» für seine Pläne: «Es ist nicht der Fall, wo eine Firma sich umbenennt, aber weiter dasselbe macht.» Doch im Netz hagelts Kritik, und die Twitter-Community ist mässig begeistert. Ist das neue Logo ein Fail? Zwei Marketingexpertinnen schätzen auf Anfrage von 20 Minuten ein. 

Das X steht für einen Neuanfang

«Das Logo ist simpel gehalten», sagt die Marketingspezialistin Johanna Gollnhofer von der Uni St. Gallen. Das X passe zum Markenimperium von Musk, der auch den Tesla X verkauft und das Raumfahrtunternehmen SpaceX führt. Auch die Website X.com gehört dem Tech-Milliardär.

Das Rebranding zeige, dass Musk der neue Sheriff in der Stadt sei, er drücke Twitter nun seinen Stempel auf und sage: «Schaut hin, bei uns wird jetzt alles anders!» Musk werde aber noch viel Geld und Zeit brauchen, um X als Marke zu etablieren, so Gollnhofer.

Radikales Rebranding

Im Vergleich zu anderen Tech-Firmen sei das Rebranding von Twitter radikal, sagt Gollnhofer. Apple habe sein Logo in den letzten Jahren zum Beispiel kaum geändert. Google heisse trotz der neuen Muttergesellschaft Alphabet immer noch Google, und auch Facebook heisse trotz Meta immer noch Facebook. 

X ersetzt den blauen Vogel – gefällt dir das neue Logo?

Entscheidend ist laut Gollnhofer, wie die Twitter-Community das X aufnimmt. Denn wer twittere, fühle sich mit dem blauen Vogel verbunden. Könne sich die Community nicht mit X anfreunden, sei das auch ein Problem im Werbemarkt. Musk verkündete erst gerade einen Rückgang der Werbeeinnahmen um rund 50 Prozent.

«Elon Musk gilt als Visionär»

«Die Werbekunden springen ab, wenn es ihr eigenes Image beschädigt», sagt Adrienne Suvada von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Marken müssten einzigartig und wiedererkennbar sein, mit dem Buchstaben X sei das aber schwierig. Bei einer Suche im Markenregister des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum habe sie über 4700 Marken mit X im Namen gefunden, sagt Suvada.

Ein Blick ins Markenregister des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum zeigt: Die Marke X ist beliebt.

Ein Blick ins Markenregister des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum zeigt: Die Marke X ist beliebt.

Screenshot/Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum/Adrienne Suvada

«Wir sind Gewohnheitstiere und jede Logo-Änderung bringt eine Neuorientierung mit sich, die nicht alle Kunden schätzen», sagt Suvada. Das Logo wirke nicht besonders kreativ, schwarz-weiss sei zwar zeitlos, falle aber auch nicht auf. Es bestehe die Gefahr, dass Twitter seine Einzigartigkeit verliere.

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«Elon Musk gilt als Visionär, er hätte mit einer wirklich neuen App wahrscheinlich mehr erreicht, als einfach die Hülle von Twitter zu verwenden», sagt Suvada. Entscheidend sei nun, was noch komme, und was das neue Twitter wirklich könne. Dann werde man sehen, ob Elon Musks Strategie aufgehe oder nicht.

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