Kampf gegen Pestizide: Bund erhöht Kontrollen massiv

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Schweizer FelderBauern setzen verbotene Pestizide ein: Bund verschärft Kontrollen

Um den illegalen Einsatz von Pestiziden zu bekämpfen, finanziert der Bund 2025 1000 Laboranalysen. Sonst drohen Subventionskürzungen.

Der Bund sagt unerlaubter Pestizidverwendung den Kampf an. (Symbolbild)
2025 finanziert er mehr Kontrollen, anhand derer festgestellt werden soll, ob ein Betrieb, der angibt, keine Pestizide zu verwenden, auch wirklich keine verwendet. (Symbolbild)
Betriebe erhalten nämlich Geld vom Bund, wenn sie auf gewisse Stoffe verzichten. (Symbolbild)
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Der Bund sagt unerlaubter Pestizidverwendung den Kampf an. (Symbolbild)

Christoph Schmidt/dpa

Darum gehts

  • Der Bund erhöht 2025 die Kontrollen zur Pestizidverwendung auf 1000 pro Jahr.

  • Betriebe, die unerlaubt Pestizide einsetzen, verlieren ihre Subventionen.

  • Elf Prozent der Proben fielen 2023 durch, was zu mehr Kontrollen führte.

  • Nicht zugelassene Pestizide wurden auf Feldern und Lebensmitteln gefunden.

  • Der Bauernverband betont, dass die Mehrheit korrekt arbeitet, aber schwarze Schafe den Ruf schädigen.

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Pestizide eingesetzt, die in der Schweiz nicht mehr zugelassen sind. Der Bund startet nun eine Grossoffensive und führt fünfmal so viele Kontrollen durch.

Seit Jahren bekommen Bauern, die angeben, gewisse Pestizide nicht zu verwenden, Geld vom Bund. Kontrolliert wurde bisher vor allem die Buchhaltung der Bauern und es wurden keine Proben von den Feldern genommen.

2023 wurden die Kontrollen erhöht und risikobasiert durchgeführt. Das heisst, es wurden Proben von Betrieben genommen, die in der Vergangenheit schon einmal negativ aufgefallen waren oder die in einem Bereich arbeiten, wo es häufig zu Mängeln kommt, wie der Schweizer Bauernverband gegenüber «Tamedia» erklärt.

11 Prozent der Proben fielen durch

89 Prozent der Laboranalysen waren im grünen Bereich und der Bauernverband spricht von schwarzen Schafen, die entsprechend bestraft werden sollen. «Denn solche schwarzen Schafe schaden dem Ruf der ganzen Branche, sodass am Schluss vergessen geht, dass die überwiegende Mehrheit der Anwendungen auf korrekte Weise erfolgt», so David Brugger, Leiter Pflanzenbau.

Der Geschäftsführer der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU), Martin Forter, findet, dass elf Prozent der Proben, die durch den Test fielen, eindeutig zu viel sind und fordert mehr Kontrollen. Besonders kritisiert er, dass auch nicht zugelassene Pestizide eingesetzt wurden: «Diese Mittel hat man aus gutem Grund vom Markt genommen – um die Umwelt, Menschen und Tiere zu schützen. Es darf nicht sein, dass sie trotzdem in die Natur gelangen.»

Auch Pestizide auf Lebensmitteln kurz vor der Ernte

Auch auf Lebensmitteln kurz vor der Ernte wurden viel zu hohe Werte festgestellt – so wurde zum Beispiel auf Trauben im Kanton Zürich ein Dimethoatwert, der 34-mal über der zugelassenen Menge lag, gemessen. Ob das ein Problem für Kundinnen und Kunden ist, kann nicht gesagt werden, da sich gewisse Stoffe bis zum Verkauf abbauen können, wobei aber auch schädliche Abbauprodukte entstehen können.

Bei den Untersuchungen von genussfertigen Lebensmitteln schneiden Schweizer Produkte meist gut ab. «Am häufigsten wurden Gemüse wie Spargelbohnen, Chili, Frühlingszwiebeln, Wasserspinat, Auberginen und Küchenkräuter, Früchte wie Rambutan und Passionsfrüchte sowie Gewürze und Reis bemängelt. Diese stammten fast ausschliesslich aus Asien», zitiert «Tamedia» einen Bericht des Kantonalen Labors Zürich.

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Trotzdem wird der Bund 2025 viel mehr Laboranalysen finanzieren, nämlich nicht mehr 200, sondern 1000. Wenn die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind, werden den Bauern die Subventionen gekürzt. Martin Forter findet das zwar gut, findet aber, man sollte auch die Schulung verbessern: «Oft führt fehlendes Fachwissen dazu, dass die Pestizide falsch angewendet werden und die Umwelt belasten.» Zudem könne man die Mittel, die in der Schweiz verboten sind, im Internet viel zu einfach bestellen.

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